Erstes gebrauchtes Model 3 wird für 150.000 US-Dollar zum Verkauf angeboten

Auf der Anzeigenwebsite Craigslist wird aktuell ein Tesla Model 3 zum Verkauf angeboten (via Electrek). Dabei dürfte es sich um das erste gebrauchte Model 3 handeln, welches zum Verkauf angeboten wird. Dafür verlangt der Verkäufer auch eine stattliche Summe: Für 150.000 US-Dollar (über 125.000 Euro) kann man die aktuell lange Warteschlange für Vorbestellungen umgehen.

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein silbernes Model 3 mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer 209. Der Kilometerstand soll gerade einmal knapp über 2.000 Meilen (über 3.200 Kilometer) betragen. Es handelt sich um die aktuell produzierte Long Range Version mit 310 Meilen Reichweite (etwa 500 Kilometer), Panorama Glasdach, Premium Interieur, Soundsystem und Aero-Felgen.

Laut Anbieter muss er sich aufgrund eines „einmaligen Umstands“ von seinem Fahrzeug trennen. Er sei sich nicht sicher, für welchen Preis er das Fahrzeug anbieten soll, „aber es sei offensichtlich nachgefragt“. Die Passform und Verarbeitung seien für ein Fahrzeug des frühen Produktionszeitraums „exzellent“. Zukünftig möchte er wieder ein Model 3 fahren, heißt es.

Bei dem Verkäufer handelt es sich um einen Tesla-Mitarbeiter aus Monterey, Kalifornien. Die aktuell produzierten Model 3 werden ausschließlich an Mitarbeitern und anderen Beteiligten des Unternehmens ausgehändigt. Voraussichtlich Ende des Monats sollen auch gewöhnliche Kunden ihre Fahrzeuge erhalten.

Tesla verbietet Verkauf mit Aufpreis

Tesla hatte bereits kommen sehen, dass einige Mitarbeiter oder deren Angehörige versuchen werden, das Fahrzeug mit Aufpreis weiterzuverkaufen. In einer Betriebsinternen E-Mail hat man die Mitarbeiter schon vor dem Bestellprozess darauf hingewiesen, dass die Fahrzeuge nicht über dem ursprünglichen Verkaufspreis weiterverkauft werden dürfen.

Da Mitarbeiter eine besondere Priorisierung erfahren, müssen alle Model 3-Fahrzeuge, die für Mitarbeiter priorisiert wurden, auf sich selbst oder ihren Angehörigen angemeldet werden, und dürfen nicht über den ursprünglichen Preis weiterverkauft werden. Vorbesteller müssen diesen Bedingungen zustimmen, wenn sie ihre Bestellung tätigen.

Unklar ist, wie Tesla die Einhaltung der Bedingung erzwingen möchte, schließlich ist der Besitz – sofern nicht geleast – auf den Käufer übergegangen. Das angebotene Fahrzeug würde beim Hersteller 56.000 US-Dollar kosten. Der Verkaufspreis von 150.000 US-Dollar entspricht fast das Dreifache des ursprünglichen Verkaufspreises. Der Verkäufer verstößt damit gegen die Bedingung.

Update: Angebot vom Verkäufer wieder entfernt.

  • Thomas Viet

    Die Formulierung
    Der Verkaufspreis von 150.000 US-Dollar übertritt den ursprünglichen Preis fast um das Dreifache.
    Ist so nicht korrekt. Er übertritt den Kaufpreis nur um ca das doppelte. Der Gesamtpreis ist dann der dreifache Kaufpreis (ca.)

    • Teslamag.de (TK)

      Danke für den Hinweis, ich habe den Absatz angepasst.

  • Massimo

    Bin sicher ein deutscher Premiumstickoxidhersteller wird den sofort aufkaufen.

  • Kyle Seven

    Das ist leicht zu implementieren mit einem unwiderruflichem Vorkaufsrechts für Tesla bei Veräußerung innerhalb von x Jahren

    • PV-Berlin

      Schwer vorstellbar mit dem Deutschen BGB und den EU Wettbewershütern. So dämlich war schon VW und die sind schön auf die Fresse gefallen.

      Daimler hat Erich Sixt einfach mehr Geld geboten, als er für die neuesten Modelle selbst bezahlt hat. Die Möglichkeit hat Tesla auch.

      Im Umkehrschluss, müsste Tesla sonst für die Wertverluste grade-stehen.

      • McGybrush

        Generell ist es ja jedem überlassen mit wem er Geschäfte macht. Tesla könnte diesen Besitzer seinem Account für weitere Fahrzeuge sperren so das jeder Neukauf eines anderen Tesla’s sinnlos wird. Quasi das Hausrecht auf den Tesla Account.

        Technisch könnten se das Model 3 sicherlich sogar lahm legen. Aber dazu fehlt dann wohl doch die Rechtsgrundlage und auch glaube ich der Wille. Wir reden ja hier eh von einem Auto was in 4 Wochen „frei“ verfügbar ist.

        • Dirk Pakosch

          ……und genau das ist meine Angst, vor den Autos der Zukunft.
          Zitat:“Technisch könnten se das Model 3 sicherlich sogar lahm legen.“ Betrifft nicht nur Tesla, aber das ist der Punkt, der mich bei den neuen Autos stört. Man ist von denen ihrem guten Willen abhängig, und wenn irgendetwas nicht läuft wie der Hersteller es will, legen die dein Auto lahm. Verdammt.

          • Fritz!

            Ja, aber diese Möglichkeit hat Ihr Telefonanbieter, Ihr Handy-Prióvider, Ihr Erdgas und Strom-Lieferant auch. Auch Ihr Chef hat die Möglichkeit, bei „nicht ordnungsgemäßen Verhaltens“ Sie aus der Firma auszusperren. Auch Ihre Frau kann Ihnen bestimmte Komfort-Funktionen Ihres Lebens wegnehmen,w enn Sie sich nicht genehm verhalten.

            Also, diese Abhängigkeit haben Sie immer, wenn Sie nicht einsamer Einsiedler in irgendeiner unbewohnten Gegend dieses Planeten sind. Wird dann aber schwierig, e-Mails zu schreiben… 😉

          • W. Müller

            Willkommen im 21. Jahrhundert.
            Was meinst Du mit Autos der Zukunft? Das ist bereits bei vielen Herstellern Realität.
            Im sonstigen Leben ebenso. Das hat Fritz! doch bestens ausgeführt.
            Nur das Leben irgendwo autark abseits von Technik und Zivilisation wäre vor dem noch sicher.

          • Thomas

            Ich bezweifle stark, dass irgend ein Hersteller Interesse daran hat seine Fahrzeuge lahmzulegen.

      • Kyle Seven

        Nein nicht schwer, es handelt sich immer noch im ein „Mitarbeiterfahrzeug“ mit entsprechenden Sonderkonditionen, ein Vorkaufsrecht ist da simple einzuführen.

        außerdem gilt BGB in den USA nicht

        Das hat auch mit Wettbewebsrecht überhaupt nichts zu tun

        • PV-Berlin

          Vielleicht noch mal lesen! Was in den USA geht, kann ich nicht 100% sagen, aber deren Wettbewerbshüter sind ein wenig schärfer, als unsere, nur das als Anmerkung dazu.

  • McGybrush

    Wenn man 100.000$ gegen ein bisherigen Job tauschen will kann man es ja mal versuchen. Aber sowas hebt nen allten DDR Bürger nicht aus den Socken. Bei uns war JEDER gebrauchte teuerer als ’n neuer 😀

  • Pathologie TischDrei

    Im Artikel steht, es handelt sich um weißes Modell, im Bild der Anzeige steht, es wäre silber.

    • Teslamag.de (TK)

      Danke, ist korrigiert.

  • Bob dB.

    Die gesamte Begründung mit „einmaligem Umstand“ etc. ist schon der Brüller. Ich denke der Verkäufer möchte eine Komikerlaufbahn einschlagen und benötigt dafür eine finanzielle Starthilfe.

  • Matthias Fritz

    This posting has been deleted by its author. Spass muss sein ^^

  • PV-Berlin

    Wenn Tesla das unterbinden möchte, müssen sie den kaufen. Alles andere halte ich für schwer durchsetzbar, in einer Marktwirtschaft. Tesla kann sich ja nicht die Welt backen wie sie es wollen. Im übrigen hat dieses Problem jeder bessere Hersteller, außer vielleicht die aus D. heute.

    Da wo Tesla sein HQ hat, sind die Immobilepreise ähnlich absurd, wie in München oder Hamburg.
    Für 1 Zimmer mehr (Kind) ist es Grund genug auf das Teil noch mal 12 Monate zu warten.

  • Sonntagskuchen

    Ich glaube das Ganze war ein abgesprochener PR-Gag.
    In allen Online Zeitungen steht nun. 150000 Dollar für gebrauchtes Model 3. Wenn das mal keine originelle Werbung ist….

    • PV-Berlin

      Maximal unwahrscheinlich und extrem bescheuert, wenn dem so wäre. Es ist doch logisch, das 1% der Käufer der Hafer juckt, bei der Marge. Er hat sich nur maximal dämlich angestellt.

      Ich hätte den für 1 Jahr vermietet 150.000 $ mit der fester Kaufoption zu 1,-$ . Im übrigen habe ich meine frühe Reservierung für das Spitzenmodell X auch weitergegeben. Gar kein Problem gehabt. *Bestellung auf Person, Zulassung auf Unternehmen.

      *Ist mir zu klein und zu gewöhnlich.

  • Will_Elektroauto

    Kein Problem. Angebot und Nachfrage halt. Wenn der Veräufer tatsächlich jemanden findet, der bereit ist das zu zahlen.. So What?
    Interessant wird es, wenn es nicht mehr reicht, die Neuwagen auf die Interessenten zu verteilen, sondern die richtig verkauft werden müssen..

    Selbst gebrauchte MS sind hierzulande relativ gesehen viel zu teuer. Solange aber noch genügend Leute gefunden werden, die bereit sind das zu zahlen, wird sich daran nichts ändern. Ich meine, wer für ein 3-4 Jahre altes Auto mit 150.000 auf der Uhr mehr als die Hälfte vom Neupreis zu zahlen bereit ist, dem ist nicht mehr zu helfen.
    Ja, ich weiß Elektromotor hält länger blablabla…
    ABER Auch ein MS hat ein Fahrwerk, Stoßdämpfer, Kugelköpfe, Kreuzgelenke usw. Die stammen wie bei anderen Herstellern auch von Zulieferern, mit den gleichen Sollbruchstellen, und eingebauter Lebensdauer, Es sind noch die Sitze der ersten Generation verbaut, wenn überhaupt AP1 oder gar kein AP, nicht mal die Nachrüstoption besteht. Und da man bei Tesla die Akkus kaufen muß und nicht mieten kann, weiß ich nicht, ob ein über 150.000 Kilometer konsequent mißhandelter Akku mir noch lange Freude bereiten wird
    Sicher noch ein schönes Auto, aber technisch veraltet..
    Und selbst Jahreswagen, die halbwegs aktuell sind… Also wenn ich das Geld hätte käme es darauf auch nicht mehr an, dann kann ich auch gleich Neuwagen mit voller Garntie nehmen.
    Das scheint echt nur bei Tesla zu funktionieren, andere E-autos, kriegt man teilweise schon mit deutlicheren Abschlägen gebraucht zu kaufen, zwar ist auch da der wertverlust nicht so wie bei Verbrennern, aber da ist ja auch klar, warum.

    • Fritz!

      Dann zeigen Sie mir mal einen E-Auto oder sonstigen Auto-Hersteller, der Ihnen auch Jahre nach dem Produktionsende noch neue Funktionen anbietet (neuen Akku für den Roadster)? Oder der tatsächlich die Firmware der ersten Model S weiterhin regelmäßig mit Updates und (im Rahmen des möglichen) neuen Funktionen versorgt?

      Weiterhin gibt es bereits etliche Tesla mit mehr als 500.000 km auf der Uhr und weniger als 10% Verlust, Sie schüren hier also nur Ängste zu Dingen, die längst nicht mehr relevant sind. Ein Tesla-Akku wird sicherlich deutlich länger als der Rest des Autos halten, da brauchen Sie keine Angst zu haben.

      Und, nur mal so am Rande, wie wollen Sie denn einen Tesla-Akku mit entsprechender Überwachung „konsequent mißhandeln“? Der Akku wird aktiv gekühlt und geheizt, die Ladekurve wird ohne Einfluß von Ihnen gesteuert, die Entladekurve ebenfalls. Auch wenn Sie sich da richtig anstrengen, es wird Ihnen nicht gelingen, Ihren Tesla-Akku da wesentlich stärker zu beanspruchen als einem normalen Tesla-Fahrer möglich ist. Natürlich können Sie da Löcher reinbohren, daß wäre aber selten dämlich…

      Und nur weil VW und Co Sollbruchstellen in ihre Autos einbauen, bzw. Konstruktionsfehler den Kunden bezahlen lassen, muß das noch lange nicht Tesla auch so machen. Wenn Sie es sich nicht vorstellen können, daß es Hersteller gibt, denen Langlebigkeit wichtig ist, dann tut mir das leid für Sie und Ihr Weltbild…