Musk: KI-Computer der Fahrzeuge müssten für autonomes Fahren eventuell aufgerüstet werden

Elon Musk war am 13.02. auf der diesjährigen World Government Summit in Dubai zu Gast, wo er eine längere Diskussion mit Hinblick auf die zukünftigen Technologieentwicklungen vor den anwesenden Regierungsvertretern der Vereinigten Arabischen Emirate hatte. Die Themen waren unter anderem die künstliche Intelligenz und damit verbunden auch das autonome Fahren.

Musk prognostiziert, dass der Wechsel in Richtung autonomes Fahren innerhalb der nächsten zehn Jahre beginnt. Ab da an sollen alle neu produzierten Fahrzeuge über die entsprechende Ausstattung verfügen, um autonomes Fahren zu ermöglichen. Die Fahrzeuge von Tesla hingegen werden mit entsprechender Ausstattung bereits seit Oktober letzten Jahres hergestellt.

Auch wenn der Weg in Richtung autonomes Fahren bereits in den nächsten zehn Jahren eingeschlagen wird, bedeutet es nicht, dass plötzlich alle Autos autonom fahren. Vielmehr soll es ein langwieriger Prozess sein, der 20 bis 25 Jahre andauern könnte. Denn aktuell gibt es weltweit zwei Milliarden Autos, die jährliche Produktion beträgt jedoch 100 Millionen Fahrzeuge, so Musk.

KI-Computer müsste eventuell aufgerüstet werden

Tesla bietet für 10.500 Euro Aufpreis nicht nur „verbesserte Autopilot-Funktionalität“, sondern auch „volles Potenzial für autonomes Fahren“ an. „Dieses System ist auf souveräne Durchführung von Kurz- sowie Langstrecken ohne Fahrereingriff ausgelegt“, ist in der Beschreibung im Online-Konfigurator auf Tesla.com zu lesen. Dies entspricht somit mindestens Autonomiestufe 4. In einer Pressekonferenz im Oktober 2016 sprach Musk sogar von Autonomiestufe 5.

Nun erklärte Musk in der gestrigen Diskussion, dass Tesla eventuell die KI-Computer der Fahrzeuge aufrüsten müsste, um vollständig autonomes Fahren zu ermöglichen. In allen aktuell produzierten Tesla-Fahrzeugen ist der KI-Computer Nvidia Drive PX 2 eingebaut. Laut Nvidia sind jedoch „mehrere“ dieser Computer vonnöten, um vollständig autonomes Fahren zu ermöglichen.

Erst mehrere miteinander verbundene Systeme sollen autonomes Fahren ermöglichen

Musk glaubt, dass die zurzeit in den Fahrzeugen verbaute Hardware ausreichen dürfte, um das Fahrverhalten von Menschen zu übertreffen. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, könnten die verbauten Computer problemlos aufgerüstet werden. Die Kosten dafür müsste Tesla jedoch selbst tragen, schließlich hat man dem Kunden „volles Potenzial für autonomes Fahren“ bereits verkauft.

  • E-Moti

    Das sollte aber niemanden wirklich überraschen. Bei der Betrachtung der langen Zeiträume, wäre es verwunderlich, wenn die Computertechnik von heute ausreichen würde um mit den in 10-25 Jahren verfügbaren Computern noch mithalten zu können. Die Software wird ständig weiterentwickelt und die Anforderungen an die Hardware immer größer. Aber mal ehrlich: welcher Model S/X Fahrer wird in 25 Jahren immer noch das gleiche Auto haben? Firmenwagen werden spätestens nach 5 Jahren ersetzt (Abschreibung zu Ende) und auch der betuchtere Privatmann wird sich nicht viel länger Zeit lassen. Ausserdem ist die heutige – von TESLA verbaute – Technik schon um mindestens 5 Jahre den anderen Mitbewerbern voraus.

    • Skynet

      Das trifft aber nicht den Kern des Postings! Bisher ging man davon aus, dass mit der neuen Hardware Stufe 4 und 5 schon in wenigen Jahren möglich ist und dafür hat so mancher Käufer bereits viel Geld investiert. Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass Stufe 4 Ende 2017 oder 2018 kommen sollte? Nunmehr ist die Zeitschiene eine ganz andere und die Hardware reicht zumindest für Stufe 5 offensichtlich auch nicht aus.

      Sehr enttäuschend gerade für viele M3 Besteller, die bereits dort vollkommen autonomes Fahren erwartet haben. Wieso sollte man überhaupt vorab noch irgendwelches Geld für den AP ausgeben. Dann doch besser warten bis es kommt und dann den Mehrpreis in Kauf nehmen. Dazu stellt sich die Frage wie lange denn Tesla bereit ist, die Hardware kostenlos zu tauschen. Auch am 10, 15 oder auch 20 Jahre altem Auto?

      Das mit den 5 Jahren ist ja ein sehr frommer Wunsch und würde bedeuten, dass es andere nicht schaffen was vergleichbares bis 2021 anzubieten. Was der AP2 aktuell kann ist tatsächlich erst einmal weniger als manch andere Mitbewerber. Dazu hat man nicht wenige damit verärgert, einfache seit Jahren übliche Funktionen vernünftig von Anfang an zu Verfügung zu stellen. Um nur mal das Thema Regensensor zu nennen. Trotz aller Innovationen seitens Tesla sollte man realistisch bleiben, selbst EM scheint mittlerweile auf dem Boden der Tatsachen angekommen zu sein.

      • Longcheck

        Das Erreichen von Assistenzfunktionen, die mit div. Mitbewerbern vergleichbar sind, erwarte ich als M3-Reservierer bis zur Produktion dann doch. Damit würde ich dann auch die erforderliche Stufe freischalten lassen.
        Ich stimme Ihnen zu. Ein „Geschmäckle“ hat diese Meldung schon… Neben Ihren Ausführungen sehe ich ein weiteres Aufrüsten mit diesen Nvidia-Modulen bezüglich des nicht unerheblichen Energiemehrbedarfes nicht unkritisch. Das könnte zur Verminderung der möglichen Reichweite führen, die ohne diese Module möglich wäre. Die Frage ist, wie weit das ins Gewicht fällt.

        • Fritz!

          Da diese mögliche Hardware-Aufrüstung erst in zwei oder drei Jahren erfolgen könnte, bin ich mir sicher, daß die bis dahin erhältlichen NVidia-PCs einen deutlich geringeren Leistungsbedarf haben werden. Es wird wahrscheinlich sogar so sein, daß zwei dieser Module weniger brauchen als ein Jetziges.

          Sie machen sich da also unnötig Gedanken.

        • CH-fastrider

          Der Energiemehrbedarf geht gegen unerheblich und liegt selbst mit zwei Modulen unter 1%, auch wenn noch keine genauen Daten darüber vorliegen. Es gibt ein paar Fotos von der Unterbringung der Module. Dort habe ich keine riesigen Wärmetauscher ausmachen können. Dieser geringe Energie Mehrbedarf wird sicherlich durch eine vorsichtigere Fahrweise ohne Bleifuss im Vergleich zu menschlichen Fahrern ausgeglichen.

      • cleeee

        Es ist aber scheinbar nicht ganz einfach den neuen Autopiloten vollständig innerhalb weniger Monate oder gar sofort freizuschalten. Wenn Tesla den neuen Autopiloten erst vollständig ausgeliefert hätte, dann müssten sie vorher mit einer kleinen Flotte mehrere Jahre viele viele Kilometer fahren, um die Sicherheit und die Funktionen zu gewährleisten. Das kann man sich nicht erlauben, da man sonst von der Konkurrenz abgeschlagen wäre. Mit der jetzigen Methode den Autopilot langsam auszurollen kann man den vollen Autopilot von HW1 viel schneller erreichen, da man sofort Millionen Kilometer von zig tausenden neuen Fahrzeugen hat. Sowas kann man nicht in kurzer Zeit mit Testfahrzeugen erreichen. Schließlich ist das ein aufwändiges System. Außerdem hat Tesla von Anfang an kommuniziert, dass es da Einschränkungen geben wird.

        • Skynet

          Es geht doch nicht um den eigentlichen Autopiloten sondern „Komfortfunktionen“ die aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen fehlten bzw. fehlen. Warum schafft man einen billigen Regensensor ab obwohl man die Software für die Funktion per Kamera noch nicht fertig hat? Wieso kann nicht ein Mindestmaß an Notbremsassistent beruhend auf Radarsensor und einer Kamera freigeschaltet werden, wieso kann die adaptive Geschwindigkeitsanpassung nicht von vornherein freigeschaltet werden? So was haben mittlerweile bereits Autos der Kompaktklasse mit Steuergeräten mit einem Bruchteil der Leistung. Die Kameras müssen jetzt in der Werkstatt nachkalibriert werden. Was und wie testet Tesla denn vorher? Angeblich doch immer mit min. 1000 Autos, wieso dann dies nun?
          Die ganze Hardwareumstellung macht auf mich immer mehr einen sehr überstürzten Eindruck. Dazu jetzt noch die Aussage, dass es viele Jahre dauern wird und die Hardware zumindest für Stufe 5 nicht reichen wird. Ich fahre keinen Tesla, würde mich jetzt aber – sofern ich das Geld bereits investiert hätte – dann irgendwie doch mächtig ärgern.

          • Volttanker

            Sie müssen sich nicht ärgern. Der Tesla ist auch ohne autonomen Modus ein hervoragendes Fahrzeug. Wir haben in unserem Tesla noch die HW1 und gibt nichts schöneres diese auf Langstrecken Fahrten einzusetzten. Kaufen sie sich doch bitte erst mal einen Tesla – dann werden Sie ganz schnell merken ..das das Fahrzeug auch ohne diesen Klimbim ein Traum ist !

          • ice401sbb

            Exakt dasselbe gedacht! Da wirft einer mit Abkürzungen und Fachausdrücken um sich, hat aber offenbar nicht die leiseste Ahnung, was bis dato mit dem jetzigen Fahrassistenten möglich ist. Bis heute bin ich rund 30’000 km mit Autopilot gefahren – hauptsächlich Langstrecke, aber auch Innerorts! Wer weiss wie’s funktioniert und wo die Schwachstellen des Systems liegen, fährt völlig entspannt Auto. Über die einzelnen Funktionen der Kamera’s/Radarsensoren/Ultraschallsensoren und deren entsprechender Redundanz spare ich mir einen Kommentar, kann jeder selber im Handbuch nachlesen bzw. im Blog von Musk/Tesla nachlesen.

          • Skynet

            Da muss ich Sie aber enttäuschen. Ich hatte ernsthaft die Absicht mir einen Tesla S zu kaufen und in ein Wochenende investiert. Ich war sehr enttäuscht was mir für den Preis geboten wird. Aber das habe ich hier alles schon mal grob geschrieben und bringt für die Diskussion nichts.

            Bisher habe ich noch Interesse am M3. Dazu müsste ich aber erst einmal sehen was ich für welchen Preis bekomme und ihn fahren. Da ich aber normalerweise auch privat nie länger als 2 Jahre ein Auto fahre, interessiert mich eigentlich nicht was das Auto in 10 Jahren vielleicht einmal kann, sondern was es zum Kaufzeitpunkt leistet.

      • Fritz!

        „Sehr enttäuschend gerade für viele M3 Besteller, die bereits dort vollkommen autonomes Fahren erwartet haben.“

        Weder Tesla noch Elon Musk haben gesagt, daß die komplette Funktion für autonomes Fahren bereits bei Kauf/Auslieferung vorhanden ist. Die Hardware ja, die Software später. Also gibt es auch keine Möglichkeit, enttäuscht zu sein, da dies ein Feature ist, das erst viel später dazu kam, als 99% der Model 3 Reservierer ihr Model 3 bereits reserviert hatten.

        Außerdem wird, falls nötig, die bessere Hardware ja kostenfrei getauscht.

        Also, wo ist Ihr Problem? Oder wollten Sie nur mal „ein wenig Dampf ablassen“?

        Und, nur so am Rande bemerkt, Level 4 soll ja bereits ohne Probleme mit dieser Hardware möglich sein. Und da denke ich mal, dies wird sehr viele Menschen mehr als ausreichen.

        • Skynet

          Das man bei EM nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte ist mir klar. Aber mit Einführung vom AP2 wurden diverse Ankündigungen gemacht, dass Level 4 zeitnah 2017/2018 kommt und Level 5 auch kurze Zeit später mit der selben Hardware kommt. Daraus würde ich für das M3 zur Auslieferung in Deutschland 2018 oder 2019 Minimum Level 4 erwarten.

          Nunmehr gehe ich davon aus, dass dies selbst 2018 nicht kommt und Level 5 sogar bis zu 10 Jahre dauern soll. Wieso sollte ich zum Grundpreis z. B. 8.000 Euro (?) für die Hardware ausgeben die vielleicht in 10 Jahren tatsächlich ausgenutzt und dann vielleicht getauscht wird? Zumindest für mich – der ein Auto privat nicht länger als 2 Jahre fährt – wird der M3 immer uninteressanter.

          • Fritz!

            „Aber mit Einführung vom AP2 wurden diverse Ankündigungen gemacht, dass
            Level 4 zeitnah 2017/2018 kommt und Level 5 auch kurze Zeit später mit
            der selben Hardware kommt. Daraus würde ich für das M3 zur Auslieferung
            in Deutschland 2018 oder 2019 Minimum Level 4 erwarten.“

            Da bin ich mir sicher, daß das genauso kommt. Also Anfang 2018 Level 4 erreicht sein wird. Das reicht mir auf jeden Fall für die nächsten 10 Jahre aus, mich auch mal nach hinten umzudrehen, zu lesen oder im Internet zu surfen.

            Außerdem hat Elon Musk davon gesprochen, daß DIE ANDEREN Hersteller 10 Jahre brauchen werden, um alle Fahrzeuge autonom zu machen. Das sehe ich auch so.

            Seinen einzigen „Rückzieher“ sehe ich darin, daß evtl. für Level 5 mehr Hardware nötig sein wird, die Tesla im Bedarfsfall aber kostenlos tauschen wird. Das ist a.) noch nicht eingetreten und b.) kostenlos für den Kunden, also kein Nachteil. Wir reden also über ungelegte Eier.

      • Pamela

        Wie wärs mit der B-Klasse Electric Drive mit Spurhalteassistent, Rückfahrkamera und Parkpilot (fängt so bei 42K € an) oder dem EQ, wenn er denn 2019 kommt (60-80K €). Dann wären vielleicht die Enttäuschungen nicht so groß ?

      • mattAUT

        das vollautonome fahren wird bis dato ohnehin von der StVO unterbunden. wer jetzt schon für „L5“ bezahlt macht die Rechnung ohne den Wirten. erstmal muss auf entsprechende Gesetztesvorlagen gewartet werden.

  • FMH

    Das wäre das erste mal, dass Tesla offiziell ein Hardware-Update macht. Und dann auch noch kostenlos?
    Glaub ich nicht!
    Bisher war es immer so, dass zukünftige Autos die bessere Hardware haben und nicht die aktuellen und „alten“…
    Schön wäre es aber, wenn man die AP-HW2 auf AP-HW2.5 aufrüsten könnte.

    • boingboing

      War nicht das „Autobahn-Upgrade“ mit verändertem Fahrwerk auch kostenlos damals?