Neue Studie stellt wirtschaftlichen Nutzen der Tesla Powerwall in Frage

Die Tesla Powerwall, der Batteriespeicher von Tesla Energy, ist in Deutschland zwar noch nicht erhältlich, doch wurde kürzlich erst eine Kooperation mit dem hessischen Wechselrichterhersteller SMA Solar bekannt. Dies lässt vermuten, dass man schon bald mit einer Markteinführung in Deutschland rechnen kann, spätestens dann, wenn die Produktion in der Gigafactory beginnt.

Ob für einen potenziellen Kunden die Powerwall überhaupt in Frage kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Womöglich gibt es aber Kunden, bei denen die Amortisationszeit eine wichtige Rolle spielt. Für all diejenigen veröffentlichte das Institute for Energy Research (IER) eine neue Studie, in der es heißt, dass man mit der Tesla Powerwall erst nach 38 Jahren Gewinne erwarten kann.

In der Studie geht man davon aus, dass alle diejenigen Nutzer, die über keine Solaranlage verfügen, die Powerwall dann aufladen, wenn der Strom am günstigsten ist. Eine Entladung, beziehungsweise die Nutzung des Stroms würde entsprechend erfolgen, wenn der Strom bei dem Energieversorger teurer ist. Dies ist tageszeitabhängig und trifft meistens auf abends oder nachmittags zu.

Bei solchen Gegebenheiten errechnet der IER eine mögliche Ersparnis von 0,53 US-Dollar pro Tag. Auf das Jahr gerechnet spricht die Studie also von 193 US-Dollar. Zwar errechnet der IER in Verbindung mit Solaranlagen (Kostenpunkt: 3.570 US-Dollar) eine Ersparnis von 358 US-Dollar pro Jahr, doch auch hierbei würde es 31 Jahre dauern, bis man anschließend Gewinne einfährt.

Die Frage ist natürlich, ob die Batterie eine so lange Nutzungsdauer überhaupt standhält. Tesla Energy gibt für die Powerwall beispielsweise eine Garantie von 10 Jahren. Diese Garantiezeit würde man bis zur vollständigen Amortisation beinahe um das Vierfache übersteigen. Die Studie des IER will also beweisen, dass sich die Tesla Powerwall aktuell wirtschaftlich gar nicht rechnet.

Tesla: Die Nutzer wollen ohnehin keine Gewinne erzielen

Nachdem die Studie unter anderem durch Engadget publik gemacht wurde, hatte sich Tesla Energy mit einer Stellungnahme dazu geäußert. Dabei kritisieren die Kalifornier die nicht realistischen Stromtarife und weisen darauf hin, dass hierfür auch keine Quelle genannt wurde. Die Rechnung sei zwar korrekt, jedoch will der genannte Nutzerkreis laut Tesla ohnehin keine Gewinne einfahren.

Nutzer, auf die die genannten Preise zutreffen, wollen sich eher energietechnisch unabhängiger machen und bei Stromausfällen absichern. Sie seien an Umweltthemen und neuer Technologie interessiert. Zudem gibt es Regionen (z.B. Hawaii), wo aufgrund der Energiepolitik die Amortisation bereits nach 10 Jahren erfolgen kann. Dies wurde in der Studie ebenfalls nicht berücksichtigt.

Laut IER fiel die Rechnung sogar noch zu günstig für Tesla aus

Das IER veröffentlichte nach der Stellungnahme von Tesla Energy ebenfalls eine Stellungnahme, in der die genannten Stromtarife mit Quelle belegt werden. Zudem betonte der IER, dass man in der Rechnung nicht berücksichtigt hätte, dass die allermeisten Stromanbieter (99 Prozent) gar keine Tarife anbieten, bei denen der Strom zu einer bestimmten Zeit günstiger ist.

Dies bedeutet, dass die erste Rechnung sogar sehr günstig für die Tesla Powerwall ausfällt und der Batteriespeicher wirtschaftlich sogar noch weniger Sinn ergibt, als zunächst angenommen. Ob sich die Powerwall in Zukunft rechnet, hängt natürlich auch davon ab, wie sich die Vergütung in den kommenden Jahren entwickelt. Eine Gewinnabsicht sollte beim Kauf jedoch kein primäres Ziel sein.