Porsche kooperiert für Ladenetzwerk mit anderen Herstellern, auch Tesla-Fahrzeuge wären kompatibel

Porsche hatte letztes Jahr die Konzeptstudie Mission E vorgestellt. Der Sportwagen mit Elektroantrieb soll 2020 in nahezu unveränderter Ausführung in Serie gehen. Das bedeutet: In unter 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, über 500 km Reichweite und eine Ladezeit für 80 Prozent von unter 15 Minuten. Um Letzteres zu realisieren, entwickelt Porsche ein eigenes Ladeverfahren.

Interessanterweise ist nicht die Entwicklung das Schwierigste an der ganzen Sache, sondern andere Hersteller davon zu überzeugen, dieses Verfahren ebenfalls zu nutzen. Porsches Vorstandsvorsitzender Oliver Blume erklärte gegenüber Top Gear: „Wir sind weltweit in Gesprächen mit Herstellern und Zulieferern, um ein Schnellladenetzwerk aufzubauen.“

Dies sei jedoch kein einfaches Unterfangen: „Es hört sich einfach an, aber sich auf Details zu einigen ist wirklich hart. Wir haben bereits das technische Konzept. Es funktioniert sogar bei Teslas, mit einem entsprechenden Adapter“, erzählte Blume dem Magazin auf der diesjährigen Paris Motor Show. Das Ladenetzwerk soll  pünktlich zum Marktstart des Porsche Mission E verfügbar sein.

  • Volker Weidner

    Endlich hat es ein deutscher Hersteller verstanden: Das Ladenetzwerk ist ein WESENTLICHER Bestandteil der Elektromobilitätslösung! Es braucht Zeit und Geld, auch das aufzubauen. Einfach ein Elektroauto raus zu hauen, das einen großen Batteriespeicher hat, ist eben noch lange nicht alles. Während Tesla bereits große Teile der USA, Europas und Asiens mit Superchargern versorgt hat, herrscht hier auf der Seite der deutschen Mitwerber gähnende Leere. Will man das jetzt mit einem alternativen zweiten Netz aufholen oder sich beim Mitbewerber Tesla einkaufen? Uns stehen spannende Zeiten bevor…

    • Grünspanpolierer

      Porsche wird mit 800/400V Technik kommen. Da wird es nix damit, sich bei
      Tesla ‚einzukaufen‘. Umgekehrt eben schon. Wenn jeder Porschehändler
      weltweit Ladesäulen aufbaut, ist das schon ein nettes Netzwerk besonders
      auch in Schwellenländern?

      • Kyle Seven

        naja, nettes Netzwerk, wo sind denn die Super-Porsche-Händler, am A…. der Welt. Sie liegen meist in Industriegebieten ausserhalb zusammen mit den ganzen anderen Verbrenner-Shops.

        Wenn die Politik was bewegen will, dann sollte sie endlich loslegen und alle Tankstellen dazu verdonnern auch mindestens eine Elektro-Ladesäule aufzustellen (als Anfang). Und sie sollten mit den tausend unterschiedlichen Systemen aufräumen und einen europaweiten Standard einführen (auch für die Abrechnung).

        Oder wie würden Sie es finden, wenn Sie für jede Tankstellen-Firma jeweils eigene Kundenkarten und Abrechnungssysteme nutzen müssten?

  • J.R.

    Klingt doch gut. Langsam geht es richtig los mit der E-Mobilität.

  • Stefan G.

    Über die Nachricht bin ich doch überrascht da man doch seitens Porsche noch vor kurzem induktive Ladestationen anbieten wollte die schneller wären als die von Tesla. Sollten die Vorstände der Autohersteller wirklich etwas verstanden haben ? Warum werden zur Zeit mit Steuergeldern „Schnellladestationen“ welche nur 50% der Leistung bringen als die von Tesla neu gebaut? Wieso nutzen die Hersteller das nicht um direkt praktikable Ladeeinheiten aufzustellen die mit Tesla mindestens mithalten können ? Als Teslafahrer würde ich mich freuen wenn man dann zukünftig wirklich eine Alternative hätte.

  • eCar-Fan und TESLA-Fahrer

    >>> „Porsche bringt 2019 sein erstes Großserien-Elektroauto auf den Markt. Der spektakuläre Sportwagen Mission E mit über 440 kW (600 PS) und einer Beschleunigung von Null auf Hundert in unter 3,5 Sekunden soll mehr als 500 Kilometer mit einer Batterieladung fahren können.“

    Hä? Sorry, so cool und renommiert wie Porsche auch sein mag: Der bereits zu erwerbende TESLA S P100DL hat eine Beschleunigung von 2,7 sek. v. 0 auf 100 und heute (seit 09/2016) schon eine Reichweite von mehr als 600 Km. Die Entwicklung von 2012 bis heute fortgeführt, dürfte TESLA bis 2019 mindesten 750 – 800 Km Reichweite haben – wenn nicht sogar noch mehr. SIEHE HIERZU TESLAMAG-Bericht: „Powerpack: Tesla könnte Energiekapazität durch neue „21-70“-Zellen verdoppeln vom 10.10.16.

    Schaffe bzw. mache ich 750 – 800 Km oder mehr in einem Sitz? NEIN! Ich fahre -wie andere schon ausgeführt haben- aus Sicherheits- und Komfortgründen (>Lebensqualität) nicht mehr als 400 Km mit meinem jetzigen P85D. Wenn ich morgens um 8:00 Uhr gut gefrühstückt habe, mache ich dann mittags um 12 Uhr / 12:30 Uhr nahezu eine Stunde Pause, denn dann habe ich auch HUNGER!

    ALLES IN ALLEM 1 Stunde. In dieser Zeit habe ich wieder 400 Km geladen. Für die nächsten 4 Stunden Fahrt bis zum Ziel oder zum Abendessen. ICH MUSS ALSO GAR KEINE 800 Km Reichweite haben. Mir genügen die echten 480Km Reichweite meines TESLA P85D.
    UND SOMIT BRAUCHE ICH AUCH KEINE LADUNG VON 80% IN 15 MINUTEN mit 800V! Und werde ich erst recht nicht brauchen, wenn TESLA bei meinem Nachfolgefahrzeug (Mitte 2019) dann 750 – 800 Km Reichweite ODER MEHR an Bord hat. Wenn ich früh vollgeladen aus meiner Garage starte, könnte ich sogar durchfahren, wenn ich wollte.

    Will ich das??? Müdigkeitswarner – die Kaffeetasse z.B. im Mercedes-Display sollte den Fahrer eigentlich daran hindern, sehr geehrte Herren Blume und Zetsche. Nach 400-450 Km möchte ich nicht in 15 Min. wieder weiterfahren! Ergo genügt mir auch die Kapazität der TESLA Supercharger völlig!

    • Bernard Sander

      Das kann ich in etwa bestätigen S90D. Aber Porschefahrer lieben die linke Spur mit dem Messer zwischen den Zähnen. Dieses Leben findet in Stunden statt nicht in KM’n.

      2-3 Stunden Volllast wäre da der Benchmark. Dann will der Kaffee ja auch raus. Also ca 150KWh Akkus müßte Porsche schon für seine Kunden verbauen.

      Diese 800/400 Ladeleistung sind ein großer Schritt nach vorn. Umgerechnet könnte der Ladevorgang bei 320KW beginnen und dann bis auf Null runtergehen. Das sind im Durchschnitt dann eher 160KW (0-100%)

      – Wir Teslafahrer machen das ja schon eine Weile;-) wir laden aktuell mit 400/300 sprich 120KW. 145KW schon in US –

      Also wird ein Porsche Mission E an einem Porschelader entweder ca. 1std 10min volltanken oder seine Batterie ist so klein das er jede Stunde laden muss.

      – Mein Fazit. Den Mission E kauft der Porsche-Fan. Der zeigt sich in der Stadt mit seinem neuen Schmuckstück. Zu Pfingsten stellt er ihn auf den Trailer und zieht ihn mit seinem Cayenne Diesel nach Sylt. Und für diese Nutzung reicht die Starkstromsteckdose in der Garage. Also der richtige Ansatz den wir bei den großen Herstellern SO vermissen.

      ! Alles in allem ist Tesla der Spatz auf der Hand – Pause – und der gesamte Rest hat nur Tauben auf dem Dach !

      Ich habe hier die hervorragenden Produkte von Renault, Nissan, BMW (i3) und anderen ausgeklammert weil Sie nicht im Luxussegment anbieten.

      • eCar-Fan und TESLA-Fahrer

        Hervorragend geschrieben – lange nicht mehr so gelacht! Danke!

        • Klaus Haakshorst

          Vielen Dank für die humorvolle Lektüre.