Tesla lässt Model S 60 und 60D am 16. April auslaufen

Tesla gab offiziell bekannt, dass man das Model S 60 und 60D zum 16. April auslaufen lassen wird. Grund dafür sei die niedrige Nachfrage nach dieser Modellvariante. So soll sich die Mehrheit der Kunden für die reichweitenstärkere Variante, das Model S mit 75 kWh-Akkupaket, entschieden haben. Um den Bestellprozess zu vereinfachen lässt man nun das 60 kWh-Akkupaket auslaufen.

Beim Model S wird das 60 kWh-Akkupaket erst seit Juni letzten Jahres erneut angeboten, nachdem dieses im April 2015 durch eine 70 kWh-Variante ersetzt wurde. Knapp einen Monat später, im Juli 2016, wurde auch eine 60 kWh-Variante beim Model X angeboten, welche jedoch nach nur drei Monaten wieder aus dem Ausgebot genommen wurde.

Wer aktuell noch am Model S mit 60 kWh-Akkupaket interessiert ist, kann noch eine Bestellung bis zum 16. April tätigen. Da diese Modelle ein durch Software auf 60 kWh limitiertes 75 kWh-Akkupaket beinhalten, kann die volle Kapazität im Nachhinein „Over-the-Air“ freigeschaltet werden. Für das nachträgliche Upgrade werden aktuell 7.750 Euro fällig.

  • Richard Müller

    Naja…es wird wohl kaum eine mangelnde Nachfrage sein. Denn:

    Der 60er Akku ist ja eigentlich ein zu 80 % freigegebener 75er. Und die meisten Leute, die einen ungesperrten Akku haben werden, denke ich, ihren Akku schonen und daher eh nur bis zu 80-90 % laden da es „ungesund“ für den Akku ist ihn komplett voll zu laden. Und wie man bereits auch weiß, läd der Akku immer langsamer je mehr er sich den 100 % der Akkukapazität nähert. Da der 60er aber ein 75er ist, läd er diesen 60er Akku bis zu seiner 80 prozentigen Sperre sehr schnell voll und es schadet ihm auch nicht, da man ihn schließlich nicht WIRKLICH volläd.

    Also wieso sollte man so viel mehr zahlen um einen 75er zu kaufen?!

    Meine Vermutung für den tatsächlichen Grund der Rücknahme des 60er Model S ist: Das Model 3!
    Die teuerste Akkuvariante wird wahrscheinlich sehr nahe an den Preis des 60er Model S kommen. Und damit man nicht sagen kann „Hey! Das Model 3 ist ja (fast) so teuer wie das Model S! Wucher!“ geht man diesen Schritt und zieht das günstigste Model S aus dem Portfolio.

    • Dejan Stankovic

      Das denke ich auch! Der jetzige 60er ist eigentlich beste Kauf! Ich fahre zwar einen 90er aber in Endeffekt habe ich nur max. 100 km mehr Reichweite … für den gigantischen Aufpreis. Wenn ich heute einen neuen Model S kaufen würde wäre das hundertprozentig ein 60D

      • Black Pearl

        Kann ich nur bestätigen. Ich fahre seit kurzem einen 60D und kann die erhofften Vorteile bestätigen:
        – günstiger
        – ca. 300km Reichweite reichen mir
        – ich kann immer voll laden wenn ich will
        – und das auch noch sehr schnell ( 30kW bis 100%)
        Ich kann nur jedem empfehlen, wer ernsthaft darüber nachdenkt, jetzt noch zuschlagen!

        • dow696

          +1

          Ich fahre einen 60 und würde sogar behaupten, das ich mit meinem Fahrprofil schon fast an die 350km komme. Fahre mit ca. 17kWh/100km (Viel Land- und Bundesstraßen)

          Vermutlich machen deutlich weniger Kunden als erwartet das Upgrade auf 75 und somit ist der 60er für Tesla unwirtschaftlich. Der 60(D) ist Preis/Leistungsmäßig die absolut beste Variante.

        • Gatanis

          Auch ich fahre seit kurzem ein 60D und kann alle Punkte bestätigen.
          Also eine mangelnde Nachfrage halte ich daher für unwahrscheinlich.
          Es war wohl ein zeitlich limitiertes Lock-Angebot für Leute, denen der Einstiegspreis sonst zu hoch gewesen wäre. Kaufmännisch hat es sich wohl nicht gerechnet, weil nur wenige Leute ihren 60er „upgegradet“ haben. Daher wohl der eigentliche Grund für das Ende der 60er.
          Hinzu kommt, dass nun – wie schon erwähnt – das Model 3 folgt und dieser somit das neue „Billig-Angebot“ bei Tesla wird.

    • cleeee

      Logischerweise möchte man das Model S als Premiummodell vom Model 3 der Mittelklasse abgrenzen. Völlig nachvollziehbar. Vor allem wenn man bedenkt, dass es beim Model 3 vielleicht einen 60kwh und 75kwh Akku gibt.

    • Skynet

      Ich denke das wird zwei Gründe haben.

      Erst einmal kaufmännische. Es wird ein 75er Akku verbaut aber nur ein kleinerer Teil als kalkuliert nutzt offensichtlich bisher die Update-Variante.

      Dann wird sicher der Preis vom M3 einen wichtige Rolle spielen und lässt mich eigentlich schlimmes befürchten. Wenn ich mit dem Komfort-Paket beim MS schon bei 77k liege wird der M3 mit 60er Akku vergleichbar bei vielleicht 55+X liegen und würde für mich dann vollkommen uninteressant. Von ein paar zusätzlichen Extras ganz zu schweigen.

  • Stefan

    Mich würde interessieren ob sich das auf die Förderung in Deutschland auswirkt. Damit fällt schliesslich das Base Modell <60.000 € weg.

    • Skynet

      Ich denke der M3 Käufer hat die 2000 Euro nötiger als der MS Käufer 😉

      • Don Barbone

        Gehen die 4.000€ eigentlich vom Netto- oder Bruttopreis ab?

        • Skynet

          Es gibt keine 4.000 sondern 2.000€ vom Staat wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

          Das Auto darf ohne Steuern keine 60T€ kosten und der Hersteller muss sich verpflichten 2.000€ selber zu tragen. Was aber praktisch von jedem Hersteller im Preis bereits verrechnet wird.

        • Fritz!

          Totale Konsequenz seitens der Regierung. Der Preis des Autos muss netto unter 60.000,– Euro sein, aber die 4.000,– gehen vom Brutto-Preis runter.

          Wie logisch ist das denn?

    • Fritz!

      Ich glaube, die Förderung fällt dann nicht sofort weg, sonder irgendwie erst später. ich habe mir die Bedingungen mal durchgelesen, ist aber schon länger her. Suche ich nachher nochmal raus und schaue nach.

      Es war nicht sehr logisch, was die Regierung da verzapft hat…

  • McGybrush

    Frag mich was sich da vereinfachen soll. Die bauen doch eh ein 75kWh Model. Am ende unterscheiden sich die Modelle doch nur darin das bei dem 60kWh das Häckchen in der Software auf 60kWh steht. Die Leute am Fliessband und Logistik werden von der „vereinfachung“ gar nix mit bekommen. Muss also andere Gründe haben.

    Vielleicht ist das 75kWh jetzt in Wahrheit ein 90kWh Modell und wollen deswegen kein Echtes 75kWh (60kWh) Modell bauen. Das würde dann Sinn ergeben wenn man der Argumentation des „vereinfachens“ folgt.

    • Michael Kurz

      ich denke das auch der 75 Kwh Accu ein Auslauf Model ist,im moment fertigt Tesla ja zwei Sorten von Accupaketen die für den 100 Kwh accu und den für die75 und 90 Accu.

      Um die Produktion zu vereinfachen und wieder etwas mehr Abstand zum Model 3 zu bekommen wird der 75 durch den 85 Kwh Accu abgelöst indem die Accu pakete vom 100 Kwh Accu genommen werden was dann einen 85 Kwh Accu ergibt.

  • Melone

    Ich denke auch nicht, dass das wirklich etwas mit der Nachfrage zu tun hat (Gibt es eigentlich Verkaufszahlen nach Akkukapazität? Allzu selten scheinen die 60er nicht zu sein, vor allem, da sie kaum Nachteile gegenüber dem 75er haben). Die Produktion vereinfacht das auch nicht. Vermutlich soll damit einfach die Preisspanne etwas reduziert werden und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das S 60 für Tesla rechnet. Im Grunde verkaufen sie damit ja ein S 75 mit knapp 10.000€ Rabatt.

  • DerSchneider

    Das einfachste aus Sicht der Produktion wäre es doch, nur 100 kWh-Akkupakete zu verbauen und diese dann nach Bedarf, bzw. so wie es bestellt wurde zu begrenzen?

    • dow696

      Das wäre aber auch mit Abstand die teuerste Variante. 40kWh Akku mehr kosten halt immernoch ne richtige Stange Geld. Die Gefahr ist, dass das Upgrade zu selten gemacht wird. Dann hat Tesla einen 100kWh Akku zum Preis eines 60er verkauft und bleibt auf den Kosten sitzen.

  • Heiner Merten
    • Teslamag.de (TK)

      Vielen Dank für den Hinweis, war bis vor wenigen Monaten nicht so. Seither hatten wir keine neuen Daten.

      • dow696

        Momentan ist es tatsächlich günstiger einen 60er zu kaufen und nachträglich zu Upgraden als direkt einen 75er. Die Differenz liegt dort bei 9600€

  • FMH

    Und wieder ein genialer Schachzug von Tesla!

    Das Model 3 wird den 60er Akku bekommen und der wird kastriert auch als 50er kommen.
    Das M3 übernimmt dann auch die Förderprämie – die gibts dann nicht mehr für das MS.

    Nach den kostenpflichtigen Superchargern ist dass eindeutig wieder ein Hinweis auf das kommende Model 3 und den Massenmarkt.

    Elon zeigt mal wieder allen wie sowas geht!

    Und noch ne Anmerung zum 60er Model S:
    300km Reichweite ist damit ok, aber das Model 3 wird mit dem 60er Akku weiter kommen!
    Also doch besser auf das Model 3 warten – da bekommen wir mehr für sein Geld.
    (60 T€ wird man aber schon für das Topmodell hinblättern müssen)