Tesla Model X: Video zeigt Reichweitenentwicklung bei hoher Anhängelast

Der Besitzer eines Model X Signature-Modells, Max Kennedy, hat kürzlich ein Video auf Youtube veröffentlicht, welches die Reichweitenentwicklung des Fahrzeugs dokumentiert, wenn dieses zusätzlich eine hohe Anhängelast zieht. Im Video zieht das Model X mittels Anhänger ein Boot, welches über ein Gewicht von 4.850 Pfund verfügt (circa 2.200 Kilogramm).

Das Model X kann mit der 20 Zoll Bereifung eine maximale Anhängelast von 5.000 Pfund (circa 2.270 Kilogramm) ziehen. Somit ist das im Video genutzte Gewicht ein guter repräsentativer Vergleich, wie sich die Reichweite bei Volllast entwickelt. Wie das Video zeigt, muss man sich im elektrischen SUV mit Anhängelast auf eine deutlich geringere Reichweite einstellen als ohne.

Zu Beginn verfügt ein bis zum Charge Limit geladenes Model X mit der Anhängelast von 2.200 Kilogramm und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 55 mph (89 km/h) über eine prognostizierte Reichweite (projected range) von 74 Meilen (119 Kilometer). Nach fünf Meilen (circa 8 Kilometer) mit 60 mph (96 km/h) lag der Durchschnittsverbrauch bei 886 Wh/Meile.

Während die Rated Range zum Start bei 212 Meilen lag, erreicht sie im Laufe des Fahrt bei noch knapp halb geladener Batterie einen Stand von 135 Meilen. Die prognostizierte durchschnittliche Reichweite (projected range) wird parallel dazu mit 68 Meilen angegeben (circa 110 Kilometer). Die durchschnittliche Reichweite mit Anhänger beträgt somit knapp die Hälfte.

Unter diesen Umständen ist auch die prognostizierte Reichweite auf 62 Meilen (circa 100 Kilometer) gesunken. Die Rated Range, die eine Normgröße darstellt und die restliche Reichweite mit fixem Bezug zur Restladung aufzeigt, zeigte eine Reichweite von 180 Meilen (290 Kilometer) und damit fast das Dreifache als mit Anhänger, wo lediglich noch 62 Meilen prognostiziert wurden.

Eine solche Einbuße dürfte jedoch nicht sonderlich überraschend sein. Unabhängig vom zusätzlichen Gewicht wird auch die Aerodynamik negativ beeinflusst, wodurch ebenfalls die Reichweite verringert wird. Dennoch sind solche Videos und Erfahrungswerte sicherlich für den einen oder anderen von Nutzen und können unter anderem Kaufentscheidungen beeinflussen.

Nachtrag (06.01.16): Ein Nutzer hat uns in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass hier falsche Schlussfolgerungen gezogen wurden. Da sich der Hinweis nach Überprüfung als richtig herausstellte, haben wir den Beitrag überarbeitet. Wir bitten um Entschuldigung.

  • alexander

    Weiß jemand, wie die Anhängelast bestimmt wird? Bei dem hohen Drehmoment des Model x könnten doch auch 3,5 t drin sein.
    Vielleicht sollte Tesla selbst einen Anhänger mit externem Akku anbieten, damit die Autos mit Anhänger nicht so schnell schlapp machen.

    • Marc

      Rein rechtlich :
      bei ungebremsten Anhänger : maximal das um 75 Kilo erhöhte Leergewicht des Zugfahrzeuges, aber höchstens 750 Kg,
      bei gebremsten Anhänger maximal das zulässige Gesammtgewicht des Zugfahrzeuges aber höchstens 3500Kilo.
      Ich denke, ungebremst 750 werden locker erreicht, gebremst werden dann die Werte wie angegeben sein, 2268 kg lt Tesla seite. Wesentlich mehr wird rein rechtlich nicht gehen, es sei denn es gibt irgendwann nen 150D dessen Akku und somit das ganze Auto entsprechend schwerer ist. Wenn die Reichweite derart zusammenbricht ist ein größerer Akku aber echt auf der to Do-liste ganz oben! Mit nem Wohnwagen hinten dran alle 120 Kilometer laden müssen taugt nicht wirklich für ne Urlaubsfahrt. Für Kurzstrecke, um sich im Baumarkt zu bevorraten, oder holz aus dem Wald holen wäre das auch so schon OK.

      • TeeKay

        Wenn dein Wohnwagen die Aerodynamik eines Bootes hat, must du alle 120km laden. Bei aerodynamisch besser geformten Wohnwagen entsprechend seltener.

  • Andreas

    Nur ein Hinweis: Die Reichweite ohne Anhänger ist nicht ein Drittel höher, sondern das Dreifache höher. 33% zu 300% ist schon ein ordentlicher Unterschied.

    • TK

      Hallo Andreas, vielen Dank. Sie haben recht, es war ein Übersetzungsfehler. Ist korrigiert.

  • Elektroautofan

    Ich weiß nicht, wie das mit dem externen Akku funktionieren soll, denn ich glaube nicht, dass das Auto während der Fährt aufladen kann.

    Außerdem ist das Model X ja auch mehr zum Spaß gedacht, genauso wie der BWMx6M, mit dem ich das Model X vergleichen würde.
    Also zum Spaß ist vielleicht etwas über trieben, ich meine damit, dass man damit man mit dem Model X nicht so oft Anhänger schleppen muss.
    Außerdem hat Tesla andere Probleme.

    • Marc

      Wenn Geld keine Rolle spielt, sicher.. Dann kann man sich ein Spaßmobil zulegen 🙂
      Für mich ist ein Auto ein Gebrauchsgegenstand. Erst recht für den Preis. Mit weißen Ledersitzen kann ich schonmal gar nichts anfangen. Treibt nur unnötig die Kosten in die Höhe. Nicht nur beim Kauf, sondern auch bei der Reinigung.. genauso wie die Flügeltüren, obwohl, wenn die wirklich so gut funktionieren (auch bei Frost und in engen Parklücken) war die Idee gar nicht mal so verkehrt. Aber halt auch ein Kostentreiber.
      Ein MX in der „Heimwerkervariante“ wäre cool. Keine 3. Sitzreihe, und die 2. zum Rausnehmen, oder zumindest ganz nach vorne klappen, natürlich dunkle dreckunempfindliche Stoffbezüge auf den Sitzen. Paar mehr Ablagen im Innenraum, dazu noch nen halbwegs bezahlbaren Preis und das Teil ist so gut wie bestellt.
      2,2 Tonnen Anhängelast in Kombination mit Allrad und als Elektroauto bietet IMHO keiner, und wäre genau richtig, um sich beim Bauhändler ne Palette Ytong auf den Hänger stapeln zu lassen , und den Kofferraum mit Zementsäcken zu füllen. Wenn man damit aber auch noch im leeren Zustand an der Ampel jeden Porsche,BMW,Mercedes, Audi oder was auch immer stehen lassen kann, wäre das das perfekte Auto (nicht nur) zum Spass. Letzteres scheint ja mit dem 90D (L) ja schonmal problemlos möglich zu sein. Ersteres kann gerne bald verfügbar sein..

      Just thinkabout…

  • „ELMO“

    Da „solche Videos und Erfahrungswerte sicherlich [] unter anderem Kaufentscheidungen beeinflussen“ können, wie im Beitrag ganz richtig bemerkt, möchte ich bitte etwas klarstellen dürfen. Unabhängig von der hervorrangenden Arbeit, die TK auf und mit dieser Seite leistet, führt nämlich die erläuternde Zusammenfassung zu irreführenden bis falschen Schlussfolgerungen.

    Vorweg: Die entscheidende Erkenntnis gewinnt man ab ca. Abspielzeit 5:50. Bei Fahrt mit Tempomat auf 55 mph (ca. 89 km/h) und ausgeglichen steigend/fallender Strecke verbraucht das Model X mit 2,2 t Anhänglast duchschnittlich ca. 645 Wh/mile (ca. 400 Wh/km) und hat dann bei ca. halber Restladung folgerichtig noch ca. 68 Meilen Average Projected Range (gut 109 km prognostizierte Restreichweite*). Ergo kommt man unter solchen Bedingungen etwas über 200 km weit – was auch der Verbrauch bestätigt (400 Wh/km macht bei über 80 kWh nutzbarer Batteriekapazität über 200 km).

    „Zu Beginn verfügt ein voll geladenes Model X…“ – ein solches kommt in dem Video aber meines Erachtens gar nicht vor. Der Kommentartor spricht zwar davon (und von ein paar seither gefahrenen Meilen), meint aber offenkundig eine Ladung bis zum Charge Limit, unüberwindbar gesetzt mit kleinem weißen Pfeil (siehe/höre bei 1:12).

    Die dann zunächst gezeigte prognostizierte Reichweite ist – statt der viel später dargestellten, sinnvollen „Average Projected Range“ – eine auf dem Reiter „Instant Projected Range“, also eine absolute Momentaufnahme. Und Model S Fahrer, die alle diese Verbrauchsgrafik kennen, wissen, dass letztere so sinnvoll ist, wie das Messen der Durchschnittsgeschwindigkeit einer Achterbahn an irgendeinem beliebigen Teilabschnitt.

    „Nach fünf Meilen [] mit 60 mph [] lag der Durchschnittsverbrauch bei 886 Wh/Meile. [] Unter diesen Umständen ist auch die prognostizierte Reichweite auf 62 Meilen [] gesunken.“ Nun, wenn man ein paar Meilen fährt, sinkt halt die prognostizierbare Restreichweite – nicht nur, wenn man dabei auch noch schneller geworden ist und gemäß Grafik auch noch viel beschleunigt und verzögert hat. Und wie gesagt: „Instant“ vs. „Average“ ist wie Äpfel mit Birnen… (Im Video ist bei 886 Wh/Meile die Prognose übrigens noch auf 64 Meilen (siehe 4:17))

    Und: Die Rated Range ist eine feste Normgröße, die sich niemals auf den vorherigen durchschnittlichen Verbrauch bezieht, sondern die Restreichweite in fixem Bezug zur Restladung darstellt.

    * Diese pflegt beim Model S quasi auf den Kilometer genau hinzukommen – wenn sich die Bedingungen nicht durch z.B. Steigungen oder Fahrweise maßgeblich ändern.

    • TK

      Hallo ELMO und vielen Dank für deinen Hinweis. Ich musste ihn zwar mehrmals lesen und das Video noch an einigen Stellen überprüfen, aber ich gebe Ihnen hierbei recht. Ich habe den Artikel nun angepasst und glaube, dass die Aussage nun mit Ihrer übereinstimmt. Falls nicht, können Sie natürlich erneut kommentieren.

  • Burkhart Meyer

    OT: Danke für den Klasse Tesla-Blog, ich lese ihn täglich.
    Gibt es die Möglichkeit, einen Paypal-Knopf einzubinden oder eine andere Form der finanziellen Unterstützung? Werbung mag ich persönlich nicht so gerne, surfe daher mit Adblocker :-/

    • TK

      Hallo Herr Meyer, vielen Dank für die netten Worte. Aktuell besteht diese Form der finanziellen Unterstützung nicht. Es kann sein, dass dies in Zukunft dazu kommt. Unsere Werbung ist jedoch wirklich nicht penetrant, aber ich kann es dennoch verstehen, wenn Sie durchweg werbefrei surfen wollen.

  • Apfel

    In diesem Zusammenhang könnte auch Flattr eine gute Möglichkeit sein.

    https://flattr.com/about

    Grüße Apfel

    • TK

      Danke, ist bekannt. Wenn so etwas eingeführt wird, dann womöglich auch Flattr.

  • Elektroautofan

    Vielleicht würde sich ein spezieller Fahrmodi besser auf die Reichweite auswirken als ein eigener Anhänger.. Beim E-Golf kann man ja z.B. auch die Rekuperation in drei Stufen einstellen.
    Vielleicht, dass das Auto dann nicht so schnell beschleunigt oder es nicht so stark verzögert.

  • Elektroautofan

    Ist eigentlich eine „App Version“ dieser Website in Aussicht?

    • TK

      Bisher nicht, bis auf Weiteres muss man sich mit der mobilen Version begnügen.