Tesla Motors kooperiert mit Batterie-Forscher um Kosten zu senken

Tesla Motors ist mit einem führenden Forscher der Batterietechnologie eine exklusive Partnerschaft eingegangen, damit dieser den kalifornischen Autobauer dabei hilft, die Kosten für die Batterieproduktion signifikant zu senken. Aktuell kostet ein Akku-Paket für das Model S 85 circa 20.000 bis 25.000 US-Dollar. Diese Kosten möchte man möglichst um die Hälfte senken.

Dabei soll Jeff Dahn helfen, ein Professor an der Dalhousie University in Nova Scotia, welcher für seine innovative Forschung mit Lithium-Ionen-Batterien bekannt ist. Er wird hierfür mit Tesla-Forschern kooperieren und bekommt im Gegenzug Unterstützung bei seiner Forschungsarbeit an der Universität. Aktuell ist Dahn noch bei 3M beschäftigt, beendet jedoch bald seine dortige Arbeit.

JB Straubel, Chief Technical Officer bei Tesla Motors, sagte kürzlich erst, dass die Kosten der Batterieproduktion in den nächsten Jahren signifikant gesenkt werden müssen, damit man zukünftig weitere (neben dem Model 3, Anm. d. Red.) günstigere Fahrzeuge anbieten kann. Nur so wird es möglich sein, bis 2020 insgesamt eine Million Fahrzeuge verkauft zu haben.

„Aktuell sind wir nicht der Meinung, dass die Reichweite der Grund ist, wieso die Elektromobilität schleppend voranschreitet. Es sind die Kosten“, erklärt Straubel in einem Interview. „Wenn wir die doppelte Reichweite hätten, wäre das mehr Reichweite, als die Leute brauchen. Unser Entwicklungsplan sieht vor, die Kosten um die Hälfte zu senken“, fügt Straubel hinzu.

Professor Jeff Dahn wird sich darauf konzentrieren, die elektrische Spannung in der Batterie zu erhöhen und dabei zusätzlich die Materialkosten zu senken ohne die Langlebigkeit zu reduzieren. Dahn besitzt bereits ein Patent für ein chemisches Gemisch aus Nickel, Kobalt und Mangan für Batterie-Kathoden, welches zurzeit in der Industrie häufig verwendet wird.

Der Bau der Tesla Gigafactory war der Grund, wieso sich Dahn an die Kalifornier wandte: „Als ich davon gehört habe, ging ich zu Tesla und wollte wissen, ob sie daran interessiert wären, unsere Arbeit zu fördern“, erklärte der Wissenschaftler im Interview. Ein Gebiet seiner Forschung betrifft die Silizium-Anode, eine günstige Alternative zu Graphit mit weitaus höherer Kapazität.

Neben der Forschung an der chemischen Zusammensetzung, möchte Tesla Motors die Kosten dadurch senken, dass man die Zulieferung und die Verarbeitung von Lithium, Cobalt, Graphit und Nickel nunmehr in der Gigafactory selbst abwickelt. Experten schätzen, dass die Materialien für die Batterieproduktion insgesamt bis zu 60 Prozent der Herstellungkosten ausmachen.

  • Muckl

    Ich würde sagen, der Akku eines Elektroautos ist Fan ausreichend bemessen, wenn man die Strecke München – Hamburg mit einem 30-minütigen Ladestop mit laufender Heizung oder Klima mit einer Grschwundigkeit von 200km/h bewältigen kann.

    • „ELMO“

      Ich würde sagen, dies ist das Anforderungsprofil einer so oder so vom Aussterben bedrohten Spezies. Meine Kinder müssen sich später mit solch absurden Ansichten hoffentlich nicht mehr auseinandersetzen. RIP…

    • Tesla-Fan

      Sprichst Du von einem ICE ?
      Der braucht gar keinen Ladestop auf der Strecke, hat Heizung und manchmal Klima und fährt dann noch schneller als 200km/h. 😛

  • notting

    Stromspannung – aaaarrrrgggghhhhh…
    https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Spannung#Irrungen

    Auf Youtube hab ich mal einen tollen Vortrag von dem Prof. gesehen. Ging auch darum, dass er durch messen extrem kleiner Spannungsänderungen beim Laden-/Entladen sehr schnell vorhersagen konnte, welche Akkuvariante am stärksten unter zeitl. Degradation leidet (was aktuell ein viel größeres Problem ist als die Degradation pro Zyklus) – statt in einem ewig langen Prozess die Akku durch Zyklen kaputtzumachen ohne eine wirkl. Aussage über die zeitl. Degradation zu haben.

    notting

    • TK

      Danke, war mir als Laie nicht bekannt. Kannte auch nur den umgangssprachlichen Begriff. Man lernt nie aus 🙂