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Tesla-Woche 28/26: Model Y L auf Ring, Boom in Europa, Fremont-Umbau, Cybercab-Robotaxi

12. Juli 2026 | Kommentieren

Screenshot

Bild: Tesla

Die Verkäufe von Tesla in Europa boomen: Nach den bislang bekannten Daten stiegen sie im zweiten Quartal um nahezu zwei Drittel. Dabei zählt die Region zu denjenigen, in denen noch nicht das Model Y L mit seinen sechs Sitzplätzen verfügbar ist – was sich angesichts von Testfahrten auf dem deutschen Nürburgring aber bald ändern könnte. In den USA bereitete Tesla unterdessen seine Fabrik in Fremont für die Produktion des Roboters Optimus vor. Und auf dem Gelände der Gigafactory in Texas können Beschäftigte jetzt offenbar mit Cybercab-Robotaxis fahren.

Deutschland führt Tesla-Erholung an

Weltweit steigerte Tesla seine Verkäufe im zweiten Quartal überraschend um 25 Prozent, wie Anfang Juli bekannt wurde. Nach und nach laufen seitdem Daten zu einzelnen Märkten ein. Wohl in keinem Land der Welt dürfte das Wachstum so rapide gewesen sein wie in Deutschland, wo es allerdings in 2024 rund 41 Prozent und 2025 sogar 58 Prozent abwärts gegangen war: Im Juni stiegen die deutschen Tesla-Neuzulassungen um 318 Prozent – die dritte Vervierfachung in diesem Jahr, in dem das Plus im Vergleich zur ersten Hälfte von 2025 somit bislang 225 Prozent beträgt.

Gleichzeitig wurde das Model Y im Juni 2026 wieder das Elektroauto mit den meisten Neuzulassungen in Deutschland, während im ganzen ersten Halbjahr der Skoda Elroq führte. Und auch im Rest von Europa findet Tesla zu steilem Wachstum zurück: In den 16 wichtigsten Ländern erhöhten sich die Neuzulassungen der Marke laut einer Forum-Zusammenstellung (in der Polen am Samstag noch fehlte) im zweiten Quartal um etwa 62 Prozent auf 90.370 Elektroautos. Im ganzen ersten Halbjahr beträgt das europäische Tesla-Plus bislang etwa 55 Prozent.

Test von Model Y L auf Nürburgring

Weiteren Schub für den Rest des Jahres könnte der weltweite Verkaufs eines Modells bringen, das Tesla vor knapp einem Jahr in China und vor kurzem auch in den USA einführte: das Model Y L, also ein Elektroauto auf Basis des bekannten Crossover-SUV mit verlängertem Radstand, der Platz für sechs Sitzplätze in drei Reihen bietet. Der Europa-Start wurde eigentlich vor dem in den USA erwartet, denn in der EU bekam Tesla schon Ende 2025 eine Typ-Genehmigung für das Model Y L. Jetzt könnte er tatsächlich bevorstehen, denn eines davon war auf dem Nürburgring unterwegs.

Das berichtete am Mittwoch das Portal autoevolution und veröffentlichte eine Reihe von Bildern dazu. Darauf ist der in China und den USA knapp 5 Meter lange Tesla-Sechssitzer mit Tarnfolien an Front und Heck zu sehen – eigentlich unnötig, denn zum Beispiel auf der US-Website kann man sich das Model Y L und seine Daten schon detailliert ansehen. Die Sichtung auf dem Nürburgring spricht jedoch dafür, dass der Marktstart auch in Europa näherrückt. Ob das verlängerte Model Y dann wie das bisherige aus der deutschen Gigafactory kommt oder aus China, blieb vorerst offen.

Tesla baut Werk Fremont um

In seinem Stammwerk im kalifornischen Fremont hat sich Tesla unterdessen von seinen Ursprüngen verabschiedet. Wie angekündigt wurden dort die Produktionsanlagen für die frühen Elektroautos Model S und Model X entfernt. Der Abbau dauerte laut einem Beitrag auf X nur 46 Tage. Nach Angaben von CEO Elon Musk wird der Platz in Fremont für den humanoiden Tesla-Roboter Optimus gebraucht. In dem Werk soll die erste Produktionslinie für den Roboter entstehen, der nach seinen Angaben das größte Produkt aller Zeiten werden könnte.

End of an era: Decommissioning the original Model S & X assembly line in just 46 days pic.twitter.com/kGEdfhl62h

— Tesla Manufacturing (@gigafactories) July 10, 2026

Vielleicht passend dazu wurde jetzt ein Dokument veröffentlicht, in dem erstmals offiziell die von Musk mehrfach aktualisierte Mission von Tesla enthalten ist. „Our mission is to build a world of amazing abundance“ steht auf Englisch weit vorne im Impact Report für das Jahr 2025. Die gleiche Formulierung findet sich auf der Webseite mit dem neuen Bericht.

Sie entspricht dem, was Musk schon Ende 2025 als neue Mission ausgegeben hatte, nachdem er im Juli 2025 den Wechsel von „Wir beschleunigen den weltweiten Übergang zu nachhaltiger Energie“ zu „Wir beschleunigen den Übergang zu nachhaltigem Überfluss“ verkündete. Später tauschte er noch das „sustainable“ für nachhaltig durch „amazing“ aus. Im deutschen Sprachraum scheint die jüngste Anpassung aber noch nicht angekommen zu sein: Auf den Seiten für Deutschland, Österreich und Schweiz schreibt Tesla weiterhin von „nachhaltigem“ Wohlstand.

Tesla-Autonomie und Roboter für alle

Erreicht werden soll dieses Ziel durch anhaltende Fortschritte von Autonomie und Robotik, heißt es in dem Impact Report. Diese Faktoren ermöglichten effizientere Produktion, wodurch Produkte erschwinglicher würden, was den angestrebten wundervollen Wohlstand für alle bringen soll. Nachhaltigkeit wird in dem Bericht ebenfalls mehrere Male erwähnt, bei der Nutzung von Tesla-Produkten ebenso wie bei ihrer Produktion.

Zum Roboter Optimus gibt es darin nichts Konkretes zu lesen, anders als über das als rein autonomes Robotaxi konzipierte Cybercab, das als Beispiel für umweltschonende Produktion und Effizienz in der Nutzung angeführt wird. Die Produktion in Serie läuft nach Tesla-Angaben seit April, und immer wieder werden Cybercabs (in manchen Fällen mit Lenkrad und Pedalen und Mensch davor) auf öffentlichen Straßen gesehen. Für das große Gelände der Tesla-Fabrik in Texas gilt das sowieso – und dort sollen sie bald auch als interne Robotaxis dienen.

Cybercab-Robotaxis auf Fabrik-Gelände

Das gab Tesla am Freitag auf X bekannt – wobei eine gewisse Verwirrung entstand, weil zwei Nachrichten dazu offenbar gelöscht wurden. Das Unternehmen habe offiziell angekündigt, dass für Beschäftigte der Gigafactory Texas bald Fahrten mit Cybercabs beginnen werden, zitierte ein Beobachter aus einer der enfernten. Später folgte aber ein neuer Beitrag des Robotaxi-Accounts von Tesla auf X. „Coole News von Giga Texas“, lautet der einzige Text darin, doch das dazugehörige Video scheint die vorherige Information zu bestätigen.

Cool news from Giga Texas pic.twitter.com/gvbG456Tzw

— Tesla Robotaxi (@robotaxi) July 11, 2026

Denn darin ist schnell geschnitten zu sehen, wie zwei Personen, offenbar auf dem Gelände der Tesla-Fabrik, durch die geöffneten Scheren-Türen (s. Foto oben) in ein Cybercab einsteigen. Es folgen Aufnahmen aus dem Inneren, die kein Lenkrad in dem goldenen Zweisitzer erkennen lassen. Stattdessen dominiert der große Bildschirm, der eine Visualisierung der offenbar unüberwachten FSD-Fahrt zeigt. Für seine öffentlichen Robotaxi-Dienste in bislang vier US-Städten nutzt Tesla noch Model Y – das Cybercab scheint sich erst intern bewähren zu müssen.

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Tags: Cybercab, Fremont, Model Y, Tesla, Verkaufszahlen

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