Der Daten-Dienstleister ChargePoint Radar hat eine Analyse zum deutschen Markt für öffentliches Elektroauto-Laden veröffentlicht, für die Status-Daten zu 24,5 Millionen Ladevorgängen von Juli bis September an 175.000 Ladesäulen ausgewertet wurden. Bei schnellem Gleichstrom verzeichnete demnach kein Anbieter so viele Besuche wie EnBW, das auch bei der Zahl der Säulen in Deutschland weit vorn liegt. Die Supercharger von Tesla waren das zweithäufigste Ziel von Elektroautos für schnelles Laden, am besten ausgelastet waren die eher wenigen Säulen von Ionity.
EnBW viel mehr genutzt als Tesla
Weltweit gebe es inzwischen mehr als 9000 Supercharger-Stationen mit mehr als 85.000 Ladesäulen, teilte Tesla Anfang des Monats mit. 329 dieser Elektroauto-Ladestellen mit 3979 Säulen befinden sich laut einer Lade-App in Deutschland, was nur noch Platz 4 bzw. Platz 2 unter den großen Gleichstrom-Anbietern bedeutet; fast alle Tesla-Standorte können inzwischen auch mit fremden Elektroautos genutzt werden. EnBW, das Tesla schon im Lauf von 2022 bei der Zahl der Stationen überholte, ist mit 8789 Säulen an 1041 Stationen der größte Anbieter.
85k+ Supercharger stalls
9k+ Supercharger sites
and counting https://t.co/bNKbW5rWbU pic.twitter.com/cxNKzT8s2M— Tesla Charging (@TeslaCharging) October 2, 2026
Ganz ähnlich sieht es bei der Verteilung der DC-Ladevorgänge in Q3 2026 aus, von der jetzt ChargePointRadar berichtete. 28,6 Prozent davon fanden nach den Angaben bei EnBW statt, das damit weit vor Tesla mit 15,2 Prozent Anteil lag. An dritter Stelle folgt mit 8,1 Prozent Ionity, das als Joint-Venture der deutschen Auto-Hersteller eine frühe Tesla-Alternative für schnelles Elektroauto-Laden war. Auf Aral Pulse (7,7 Prozent) entfielen die viertmeisten Besuche, Shell Recharge als weitere bekannte Marke kam auf 3,4 Prozent.
Ionity mit höchster Auslastung
Damit entspricht die Reihenfolge grob der bei der Zahl der Elektroauto-Stationen jedes Anbieters. Eine Ausnahme bildet hier jedoch Ionity, das mit 1564 DC-Säulen an 198 deutschen Standorten relativ wenig Infrastruktur hat, aber bei der Nutzung trotzdem auf Platz 3 lag. Dahinter steckt die weitaus höchste Auslastung mit 894 Elektroauto-Ladungen pro einzelner Säule. Tesla-Supercharger wurden mit jeweils 659,5 Ladevorgängen ebenfalls intensiv genutzt. An dritter Stelle bei der Auslastung steht Fastned und erst dahinter der EnBW mit 513 (s. Grafik oben).
Die meistgenutzte DC-Ladestelle Deutschlands ist laut der Studie eine Supercharger-Station von Tesla: Am Standort an der A7 bei Bispingen gab es in Q3 2026 insgesamt 43.140 Ladevorgänge oder rechnerisch 1078,5 an jeder der dort vorhandenen 40 Säulen. Eine weitere Tesla-Station auf Platz 2 dieser Wertung ist Busdorf, ebenfalls an der A7 im Norden, ebenso wie die nächsten beiden in den Top-5, die von Aral pulse und EnBW betrieben werden.
Wechselstrom-Markt weniger konzentriert
Wie ChargePointRadar weiter feststellt, ist der Markt für Elektroauto-Laden mit Gleichstrom (also hoher Leistung) viel konzentrierter als der für gemächlicheres Wechselstrom-Laden. Bei Gleichstrom machten EnBW, Tesla, Ionity, Aral pulse und Shell Recharge als die 5 größten Anbieter zusammen 63 Prozent aller Ladevorgänge aus, bei Wechselstrom nur 18,2 Prozent. Gleichzeitig sind schnelle Supercharger und Co die wichtigste Stromquelle für Elektroautos in Deutschland, denn sie kamen bei 70,9 Prozent aller erfassten Ladevorgänge zum Einsatz.
