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Deutsche Tesla-Fabrik laut Plänen ohne Solar-Dach – Sprecher: Kommt später (aktualisiert)

Tesla/GfBU-Consult

Bild: Tesla/GfBU-Consult

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Mit rund 301.000 Quadratmetern an Gebäude-Fläche auf einem freien Feld in Brandenburg könnte die im Bau befindliche Gigafactory von Tesla bei Berlin auf ihrem Dach eine riesige Menge Solar-Strom erzeugen, während darunter das Model Y produziert wird. Nach Angaben auf der Tesla-Website zu dem Projekt soll es auch genau so sein: „Die Gigafactory Berlin-Brandenburg wird ein Solardach haben“, schreibt Tesla dort. Aber in den bei den lokalen Behörden eingereichten und jetzt veröffentlichten Plänen von Tesla steht das genaue Gegenteil.

Aktualisierung: Ein Tesla-Sprecher hat auf diesen Bericht reagiert und erklärt, die Gigafactory Berlin werde wie auf der Website angekündigt ein Photovoltaik-Dach bekommen. Dies sei aber nicht Teil der Prüfung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und deshalb in den ausliegenden Plänen nicht enthalten. Rückfragen zur konkreten Ausgestaltung und Zeitplänen blieben zunächst unbeantwortet.

Tesla braucht 72 Megawatt Strom

Für die Produktion der bis zu 500.000 Tesla Model Y pro Jahr in der deutschen Gigafactory ab Mitte 2021 wird reichlich Energie benötigt, wie den Plänen zu entnehmen ist. Angesetzt werden darin zum einen 9250 Kubikmeter Erdgas pro Stunde für Heizung, Schmelzen in der Gießerei, Lack-Trockenöfen und Abgas-Reinigung. Auf der Website erklärt Tesla, die Verwendung von erneuerbarer Energie sei ein Ziel für die neue Gigafactory, die Anträge enthalten aber keine näheren Angaben zur Herkunft des Gases.

Über thermische Energie hinaus braucht Tesla für die Giga Berlin reichlich elektrische. Der Leistungsbedarf wird in den Dokumenten mit 72 Megawatt angegeben, was rechnerisch 5000 gleichzeitigen Lade-Vorgängen an einem V2-Supercharger von Tesla entspricht. Wären die genannten 301.000 Quadratmeter Gebäude komplett mit Photovoltaik-Modulen bedeckt, würde das in sonnigen Stunden wohl fast ausreichen, um den Bedarf darunter zu decken. Aber in den tausenden Seiten offiziellen Unterlagen ist von Solar-Strom bei Tesla nichts zu sehen.

Tesla-Plan widerspricht Website

Im Gegenteil: „Es ist keine eigene Stromerzeugungsanlage (Kraftwerk) vorgesehen“, heißt es explizit in einem Dokument, das detailliert die Einrichtungen und Abläufe in der entstehenden Tesla-Fabrik schildert – elektrische Energie werde „ausschließlich aus dem Netz bezogen“, wird noch einmal bekräftigt. Auf Dach-Plänen zur der Gigafactory sind keine Photovoltaik-Module zu sehen, sondern nur die üblichen Klima- und Abgas-Öffnungen.

Die Web-Ankündigung einer solaren Versorgung seiner deutschen Gigafactory will Tesla also allem Anschein nach zumindest vorerst nicht wahrmachen. Dabei könnte sich die Klima-Bilanz von Elektroautos noch einmal deutlich verbessern, wenn ihr CO2-Rucksack aus der Produktion verkleinert wird. Mehr Potenzial als in Teslas Auto-Fabriken dürfte es allerdings bei der Batteriezell-Fertigung geben. Die Gigafactory mit Panasonic in Nevada wollte Tesla-CEO Elon Musk eigentlich schon ab Ende 2019 zu 100 Prozent solar betreiben, doch auch dort geht die Belegung des Dachs mit Photovoltaik nur langsam voran.

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