Bild: johannes_kuhl (Instagram)
Für seine Fabrik in Grünheide bei Berlin plant Tesla etwas „Einzigartiges“: Ab 2027 sollen dort neben Elektroautos auch die Batterien dafür produziert werden. Unterdessen hoffen Kunden in Europa auf eine baldige Zulassung des Assistenz-Systems FSD – in der Eifel wird als Test bereits ein Shuttle-Service damit betrieben und jetzt ausgeweitet. Wohl nicht zuletzt, um FSD auch in China voranzubringen, begleitete Tesla-CEO Elon Musk zudem US-Präsident Trump bei einem Besuch in dem Land. Und den Roboter Optimus gibt es laut einem Analysten derzeit fast kostenlos, jedenfalls an der Börse.
Tesla plant deutsche Batterien
Eigentlich sollten Model Y aus der deutschen Gigafactory von Anfang an mit vor Ort produzierten 4680-Batterien fahren, die Tesla im Herbst 2020 als wichtiges neues Projekt vorgestellt hatte. Stattdessen startete die Produktion mit Batterien aus China. Seit kurzem bietet Tesla in Europa tatsächlich ein Model Y mit den eigenen Batterien an. Noch werden sie aus den USA zugeliefert und in Grünheide lediglich zu Akku-Paketen zusammengebaut. Doch ab nächstem Jahr will Tesla auch die 4680-Batterien in Deutschland produzieren.
Das gab das Unternehmen am Dienstag in einer Mitteilung an deutsche Medien bekannt. Demnach sind Investitionen von 250 Millionen Dollar für die Batterie-Produktion in Grünheide geplant. Als vorgesehene Kapazität nannte Tesla 18 Gigawattstunden pro Jahr, nachdem Ende 2025 zunächst von 8 Gigawattstunden die Rede war. Der jetzt genannte Wert würde für 300.000 Model Y mit dem kleinen Akku genügen. In Q1 dieses Jahres wurde in der deutschen Gigafactory laut ihrem Leiter die Rekordzahl von 61.000 Model Y produziert.
750.000 Model Y aus Giga Berlin
Ab Juli sollen es nach früheren Angaben noch mehr werden; dafür will Tesla 1000 Personen neu und 500 Leiharbeitskräfte fest einstellen. Für die Batterie-Produktion sind weitere neue 1500 Jobs geplant, die ersten 350 noch dieses Jahr, hieß es dazu jetzt. „Voraussichtlich ab 2027“ soll dann von den Batterien bis zu kompletten Elektroautos alles am selben deutschen Standort produziert werden. Laut Tesla ist diese Integration einzigartig in Europa und macht das Unternehmen krisensicherer. Bislang kaufen westliche Elektroauto-Hersteller die meisten Batterien in China.
750,000 cars built at Giga Berlin.
Here’s what it takes. pic.twitter.com/HEK8vkS0VR— Tesla Manufacturing (@gigafactories) May 11, 2026
Vor den Batterie-Investition in die Gigafactory in Grünheide gab Tesla bekannt, dass dort seit der Eröffnung in 2022 insgesamt 750.000 Model Y produziert worden seien. Ein Video dazu informierte, dass diese Elektroautos mittlerweile autonom vom Band fahren, wenn sie fertig sind. Dazu dient die Software FSD, die für normale Kunden den Zusatz „supervised“ trägt. Für die meisten in Europa gilt nicht einmal das. Nur in den Niederlanden wurde die Tesla-Assistenz vor kurzem zugelassen. Aber der Rest der EU soll bald folgen – und in Deutschland wird ein testweiser Dienst mit überwachtem FSD ausgeweitet.
Tesla-Dienst mit FSD in der Eifel
Erste Informationen über einen Shuttle-Dienst von Tesla mit FSD in der Eifel (s. Foto oben) gab es schon Ende 2025, also vor der ersten EU-Zulassung in den Niederlanden. Dazu berichtete jetzt die Agentur dpa, dass dieser Service in Zusammenarbeit mit Behörden derzeit aus zwei Model Y besteht, die an zwei Tagen pro Woche genutzt werden können. Als Pilot-Projekt ergänzt er im Kreis um den Tesla-Standort Prüm herum das dortige Bürgerbus-Angebot, das Schüler kostenlos zur Schule oder Senioren zum Arzt bringt.
Nach guten ersten Erfahrungen – Zwischenfälle gab es laut dem Bericht bislang nicht, und der Mensch am Steuer musste nur selten übernehmen – soll das Projekt jetzt deutlich größer werden: Der Landrat des Kreises Bitburg-Prüm kündigte eine Ausweitung auf weitere Landkreise in der Region an, nach der „eine gute halbe Million Menschen“ abgedeckt sei. Außerdem soll der Tesla-Dienst künftig an fünf Tagen pro Woche verfügbar sein. Wie viele zusätzliche Model Y aus der deutschen Fabrik dafür gebraucht werden, blieb offen.
Musk begleitet Trump nach China
Nachdem Tesla die Produktion seiner finalen Model S und Model X gemeldet hatte, sollte am 12. Mai ein Event zur Auslieferung stattfinden. Das wurde kurzfristig verschoben – wie sich herausstellte, nicht wegen Problemen mit den Autos, sondern weil CEO Musk keine Zeit hatte. Der Tesla-Chef war Teil der Delegation, die US-Präsident Trump zu seinem Staatsbesuch in China begleitete. Dazu gehörten auch andere CEOs von großen Technologie- und Finanz-Firmen. Nur er und der Nvidia-Chef Jensen Huang aber durften in der Air Force One mitfliegen, ließ Musk wissen.
Just Jensen and I are on AF1
— Elon Musk (@elonmusk) May 13, 2026
Im Vorfeld hatten Beobachter auf weit reichende Einigungen von Trump mit China und auf Fortschritte von Musk in Sachen Tesla gehofft, zum Beispiel bei der Zulassung von FSD, die dort ebenfalls noch aussteht. Außerdem braucht das Unternehmen reichlich Anlagen zur Produktion von Solarzellen. Nachdem davon lange nichts zu hören war, hat sich Tesla im Januar 100 Gigawatt an eigenen Photovoltaik-Modulen pro Jahr vorgenommen. Nach ersten Berichten schienen jedoch sowohl Trump als auch Musk am frühen Samstag mit weitgehend leeren Händen aus China zurückzukehren.
Weil sich das schon am Freitag abzeichnete, verzeichneten Börsen weltweit Verluste, und auch die seit einem Tief im April zuletzt wieder feste Tesla-Aktie gab fast 5 Prozent ab. Am Freitag kostete sie zum Handelsende 422,24 Dollar, das ganze Unternehmen also knapp 1,6 Billionen Dollar. Damit liegt die Bewertung weiterhin in der Größenordnung von SpaceX, des Weltraum-Unternehmen von Musk, das nach neuen Informationen schon Mitte Juni an die Börse gehen soll.
Analyst: Tesla-Roboter fast kostenlos
Manche finden das angesichts von sinkendem Umsatz und Gewinnen im Tesla-Kerngeschäft Elektroautos viel zu viel. Der Analyst Alexander Potter von Piper Sandler allerdings ist der Meinung, dass schon bestehende Produkt-Linien einen Kurs von 400 Dollar pro Tesla-Aktie rechtfertigen würde, berichtet Yahoo Finance. Davon hat er 17 Stück von Fahrzeug-Verkäufen bis Robotaxi-Einnahmen einzeln modelliert, doch das Geschäft mit dem Roboter Optimus ist darin noch gar nicht enthalten.
Also bekommen Anleger das laut CEO Musk potenziell lukrativste Tesla-Projekt derzeit praktisch kostenlos, schlussfolgerte Potter. Der Grund dafür, dass er das Optimus-Geschäft nicht berücksichtigte, ist nicht etwa, dass er keinen Wert darin sieht – es sei mit seinem transformativen Charakter nur fast unmöglich zu bewerten. Eines Tages will der Analyst das versuchen, blieb aber einstweilen bei seinem Kursziel von 500 Dollar für Tesla, in dem nur ein kleines bisschen Roboter-Hoffnung steckt.

