Erst dauerte es sehr lang und dann ging es schnell: Zusätzlich zur deutschen Gigafactory im brandenburgischen Grünheide kündigte Tesla-CEO Elon Musk früh ein Entwicklungszentrum im nahen Berlin an, von dem dann aber nicht mehr viel zu hören war. Im September 2025 wurde das Thema mit der Ankündigung, dass Tesla sein europäisches F&E-Zentrum im Stadtteil Köpenick realisieren will, wieder aktuell. Und jetzt wurde dieser Standort in einer alten Industrie-Halle (s. Foto) tatsächlich eröffnet.
Tesla Engineering Center in Berlin
Dass Tesla seine Pläne für einen eigenen F&E-Standort in Europa nicht aufgegeben und sich für die Ansiedlung in Köpenick entschieden hat, teilte vor gut einem Jahr Lars Moravy mit, der Vice-President für Fahrzeug-Entwicklung. Ohne die Adresse zu verraten, lobte er das großzügige Platzangebot, die gute Energie-Versorgung und die Nähe zur Tesla-Gigafactory in Grünheide. Anträge für den Umbau des alten Industrie-Areals seien bereits gestellt worden, sagte Moravy. Den Beginn der Arbeit dort kündigte er für dieses Jahr an.
Berlin Tesla Engineering Center opens today
From permit to operational in under a year, it brings 4 engineering sites onto 1 campus w/ 30 different labs in Köpenick, 30 minutes from Giga Berlin
With our 3rd hub of this kind after Fremont & Shanghai, we’re combining materials,… pic.twitter.com/KRaetgkSFf
— Tesla Europe, Middle East & Africa (@teslaeurope) November 4, 2026
Diesen Zeitplan hat Tesla offenbar eingehalten, denn am Mittwoch teilte das Unternehmen auf X mit, das F&E-Zentrum sei eröffnet worden, und lud ausgewählte Journalisten dorthin ein. Bezeichnet wird es als „Berlin Tesla Engineering Center“ (BTEC), geleitet von Jan Brückner, laut MOZ ein promovierter Elektrochemiker. Noch arbeitet das neue Tesla-Zentrum im Teilbetrieb mit rund 250 Beschäftigten, die von anderen Standorten unter anderem im niederländischen Tilburg kamen.
Nach den Tesla-Angaben verging von der Genehmigung der Anträge für Köpenick bis zur Eröffnung nur ein Jahr. Nach Fremont und Shanghai sei Berlin der dritte Standort, an dem man Arbeiten an Material, Antrieben und Fahrzeugen sowie Validierung unter einem Dach vereine. Wenn Ingenieure täglich im direkten Kontakt miteinander stünden, kämen sie zu schneller zu besseren Lösungen, sagt Moravy in dem X-Video. Letztlich bedeute das auch bessere Produkte. Die Investitionen in den Europa-Standort dafür sollen sich auf 100 Millionen Euro belaufen.
Deutscher Gigafactory-Standort wächst
Laut dem kostenpflichtigen MOZ-Bericht wird in einem der Labors in Köpenick Batterie-Technologie weiterentwickelt, wie es schon zuvor am Gigafactory-Standort Grünheide der Fall war. In der Fabrik will Tesla ab 2027 auch selbst 4680-Batterien produzieren. Zugleich dürfte sie dieses Jahr mehr Elektroautos bauen als je zuvor, denn im Oktober meldete Tesla den Wochen-Rekord von 7000 Model Y. Bis Ende des Jahres soll mit 7500 Model Y pro Woche erstmals die volle installierte Kapazität genutzt werden, außerdem ist eine zweite große Produktionshalle geplant.
