Als im Jahr 2012 das Tesla Model S auf den Markt kam, gab es noch fast keine reinen Elektroautos auf den Straßen, schon gar nicht im Premium-Segment – und in einem Test der US-Organisation Consumer Report sprengte die E-Limousine die für die Verbrenner-Welt entwickelte Skala. Seitdem ist viel passiert. So hat Tesla das Model S eingestellt und konzentriert sich auf den Massenmarkt, vor allem mit dem Model Y. Dieses Elektroauto hat der ADAC jetzt mit ebenfalls rein elektrischen Premium-SUV etablierter Marken verglichen.
SUV-Quartett mit Tesla Model Y Performance
Zum Vergleich mit dem Tesla Model Y in der Top-Version Performance traten beim ADAC die sämtlich neueren Konkurrenten BMW iX3, Mercedes GLC EQ und Volvo EX60 an, jeweils ebenfalls mit Allrad und dem stärksten Antrieb. Schon in der Basis-Ausstattung kosten sie nach Liste mindestens 8000 Euro mehr als der Tesla, der ab 62.990 Euro zu haben ist. Bei der Beschleunigung 0-100 km/h ließ das Model Y Performance laut ADAC alle drei hinter sich, beim Zwischenspurt 60-100 km/h war es dagegen bis zu drei Zehntel langsamer.
Während das Model S in der dreimotorigen Plaid-Version in dieser Hinsicht praktisch alle anderen Autos übertraf, überlässt Tesla die Spitze inzwischen also anderen. Das gilt auch für die Reichweite, die beim Model Y Performance nach WLTP (580 km) wie im ADAC-Test (443 km) recht deutlich am geringsten in dem verglichenen Quartett war. Das Nachladen 10-80 Prozent dauerte bei dem Tesla mit 35 Minuten zudem fast doppelt so lang wie beim Volvo EX60. Beim Verbrauch im Test musste sich das Model Y klar dem BMW iX3 geschlagen geben.
Material bei Tesla besser als bei BMW
Jedoch hat der Auto-Club am in Europa aktuell teuersten Tesla auch viel zu loben. Wie von der Marke fast schon gewohnt, werden an der Karosserie „stellenweise ungleichmäßige Spaltmaße und nicht bündige Übergänge“ kritisiert. Die äußere Verarbeitung bei BMW, Mercedes und Volvo findet der ADAC besser. Mit Blick auf den Innenraum aber bescheinigt er dem Model Y die besten Materialien im Testfeld, während das elektrische BMW-SUV den Premium-Anspruch innen teils nicht erfülle.
Andersherum als vielleicht erwartet fällt auch das Urteil zur Abstimmung von Tesla Model Y und BMW iX3 aus. Das bayerische Elektroauto bezeichnet der Club als „unnötig hart“, dem aus Grünheide bescheinigt er zum sportlichen Charakter passende Straffheit. Am komfortabelsten federte der Volvo EX60 mit serienmäßig adaptivem Fahrwerk. Der Mercedes GLC EQ fährt laut ADAC nur mit optionaler Luftfederung auf ähnlichem Niveau. Dank des kürzesten Bremswegs aus 100 km/h (32,4 Meter) wurde er Gesamtsieger bei den Fahreigenschaften.
Model Y verliert bei Innenraum und Sicherheit
Abwertungen im Vergleich zu den drei anderen Elektroauto-SUV erfährt das Model Y Performance beim ADAC vor allem in den Kategorien Innenraum und Sicherheit. Die Innen-Eigenschaften werden mit der Note 2,9 bewertet, 0,6 Punkte schlechter als der Volvo und eine ganze Note hinter dem BMW. Konkrete Kritik ist in dem Text zum Test aber wenig zu finden. Hauptsächlich stört den Club, dass Tesla wie Volvo weitestgehend auf Schalter verzichten, selbst beim Licht, und das Model Y zusätzlich auf einen Fahrstufen-Hebel.
Im Kapitel Sicherheit liegt das Model Y für den ADAC mit der Note 2,2 ebenfalls klar an letzter Stelle. Der Text dazu ist kurz und nennt als Sieger den BMW iX3, dessen Assistenz-Systeme harmonisch und zuverlässig seien und der als einziger optional „teilautonomes“ Autobahn-Fahren freihändig bis 130 km/h ermögliche. Der Tesla wird wegen hektischerer Spurführung und Tempo-Kontrolle schlechter bewertet, Mercedes und Volvo liegen dazwischen.
Tesla Assisted Driving vor Einführung
Hier dürfte sich in absehbarer Zeit etwas ändern, denn in Europa steht die Einführung des hochmodernen Assistenz-Systems FSD Supervised unter der vor kurzem angepassten Bezeichnung Tesla Assisted Driving an. 10 von 27 EU-Ländern haben es bereits national zugelassen und weitere wie nicht zuletzt Deutschland ihre Zustimmung auf Ebene der Union signalisiert. Eine Abstimmung könnte es Anfang Dezember geben, und CEO Elon Musk erwartet die europaweite TAD-Zulassung für das erste Quartal 2027, wie er kürzlich sagte.
Zum Thema Preise erwähnt der ADAC, dass das Tesla Model Y, das mit einer Gesamtnote von 2,2 Punkten letzter in dem Vergleich wurde, weitaus weniger kostet als die anderen drei Elektroautos. Der Volvo, mit Note 1,9 insgesamt gleichauf mit dem BMW iX3, wurde in der Ultra-Version getestet, die mit 72.790 fast exakt 10.000 Euro teurer ist als das Model Y Performance. Bei iX3 und Mercedes GLC EQ beginnen die Preise ohne viele Extras erst oberhalb von 70.000 Euro.
Model Y Premium AWD als Alternative
Noch drastischer wäre der Preis-Unterschied ausgefallen, wenn der ADAC statt der Performance-Version des Model Y die Allrad-Variante vergleichen hätte, die von Tesla ebenfalls als Premium bezeichnet wird. Sie ist ab 53.990 Euro zu haben, also für um die 20.000 Euro weniger als der Rest des Test-Quartetts, und beschleunigt mit 4,6 Sekunden auf 100 km/h immer noch genauso schnell wie der Volvo EX30, schneller als der BMW iX3 und nur etwas langsamer als der Mercedes, der mit Note 1,8 Gesamtsieger wurde.
