Das Assistenz-System FSD Supervised von Tesla hat in den Niederlanden zu einer „deutlichen Verbesserung der Sicherheitsstatistik“ geführt. So kommentierte CEO Elon Musk am Dienstag eine Veröffentlichung seines Unternehmens auf X mit ersten Daten zu Unfällen und Fahrverhalten des FSD-Systems auf niederländischen Straßen. Dort ist es seit diesem April zugelassen, und nach Litauen und Estland entschied sich jetzt auch Dänemark für diesen Schritt.
FSD laut Tesla 3,5-mal besser
Rund fünfeinhalb Jahre lang konnten Tesla-Besitzer in Europa nur zusehen, wie Kunden in den USA und dann einigen anderen Ländern ab Herbst 2020 erste Versionen der als FSD (kurz für Full Self-Driving) bezeichneten Assistenz-Software bekamen. In diesem April folgte die erste Zulassung innerhalb der Europäischen Union: Die niederländische Behörde RDW erlaubte die Nutzung von Tesla-FSD auf ihrem Gebiet. Bei dieser Gelegenheit erhielt das System wie in den USA schon 2024 den offiziellen Zusatz „supervised“, der klarer macht, dass es menschliche Aufsicht braucht.
In the last 2 months, FSD Supervised has been over 3x safer than manual driving on Dutch roads pic.twitter.com/nsERcFjG7R
— Tesla Europe, Middle East & Africa (@teslaeurope) June 9, 2026
Der korrekte Einsatz solcher Systeme erhöhe die Verkehrssicherheit, schrieb die RDW zu ihrer Entscheidung im April. Seitdem sind zwei Monate vergangen, und am Dienstag lieferte Tesla auf X erste Daten zum FSD-Einsatz in den Niederlanden. „3,5-mal weniger Kollisionen“ steht in der Grafik am größten (s.oben). Fußnoten klären darüber auf, dass es auf 16,6 Millionen FSD-Kilometern auf niederländischen Autobahnen bislang 0 Kollisionen gegeben habe und jenseits von Autobahnen auf 7 Millionen Kilometern 3 Kollisionen.
Zum Vergleich nennt Tesla die Zahl der Kollisionen bei rein manuellen Fahrten mit aktivierten Sicherheitshilfen. So ergibt sich der genannte Gesamtfaktor von 3,5-mal weniger Zusammenstößen bei FSD-Unterstützung, wobei nicht erklärt wird, warum der Faktor angesichts von 0 Kollisionen auf Autobahnen nicht viel höher ist. Zusätzlich steht in der Daten-Karte, dass von FSD gelenkte Teslas 14,9-mal seltener notbremsen mussten, 8,8-mal seltener heftig beschleunigten, 7,3-mal seltener heftig bremsten und 8-mal seltener drastisch ausweichen mussten.
Tesla-System in Dänemark erlaubt
Ähnliche Daten, gesammelt vor der Zulassung, dürften Vertreter der RDW ihren Kollegen aus den anderen Mitgliedsstaaten vorgelegt haben, als das Thema Tesla-FSD im Mai in einem Fachausschuss der EU besprochen wurde. Die niederländische Ausnahme-Genehmigung könnte in der gesamten Union übernommen werden, wenn sich eine qualifizierte Mehrheit dafür findet. Noch gab es keine Abstimmung darüber. Nach Niederlande, Litauen und Estland hat mit Dänemark jetzt aber das vierte kleine EU-Land das Tesla-System in Eigenregie zugelassen.
https://twitter.com/teslaeurope/status/2064350518907167166
Das teilte Tesla am Dienstagnachmittag auf X mit und wurde von einer Mitteilung der dänischen Road Traffic Authority bestätigt. Ähnlich wie zuvor die RDW weist die Behörde darauf hin, dass FSD Supervised nur ein Assistenz-System ist. „Sie tragen weiterhin die volle Verantwortung für das Fahren“, heißt es in einem hervorgehobenen Kasten. In der Mitteilung steht außerdem, dass die Zulassung als vorläufig zu verstehen ist: Wenn die EU-Kommission das System ablehne, werde die niederländische und in der Folge auch die dänische Genehmigung nach sechs Monaten ungültig.
