Vom Tesla Semi (s. Foto) ist immer noch mehr zu lesen als zu sehen. Zwar gab das Unternehmen Ende April bekannt, dass das erste Exemplar vom Band in Nevada gelaufen sei, und später wurden teils dreistellige Semi-Bestellungen gemeldet, aber Auslieferungen im größeren Stil scheint es noch nicht gegeben zu haben. Ab September könnte sich das jedoch ändern: Dann will die schwedische Transport-Firma Einride beginnen, ihre elektrische Flotte mit 500 Tesla Semi zu verdreifachen.
Größter Einsatz von Tesla Semi
Das gab das in Schweden gegründete und seit Juni an der Nasdaq notierte Unternehmen am Dienstag bekannt. Die Aktie reagierte zunächst nicht positiv auf die Nachricht, was aber damit zusammenhängen könnte, dass gleichzeitig die H1-Finanzzahlen veröffentlicht wurden. In der Semi-Mitteilung ist von Einride-Seite von einer Partnerschaft mit Tesla die Rede. Zitiert wird darin auch Dan Priestley, der das Semi-Programm bei Tesla leitet. Er spricht von einer durch die Bestellung der 500 Lastwagen „vertieften Beziehung“.
Nach den Einride-Angaben sollen die Tesla-Sattelschlepper über die eigene Plattform Saga AI verwaltet und für Kunden wie Amazon in ganz Nordamerika eingesetzt werden, was ihren weltweit bislang größten Einsatz darstelle. Die Inbetriebnahme erfolge in mehreren Phasen über 24 Monate, beginnend im September. Damit könnte Einride als erster Kunde verraten haben, dass externe Auslieferungen des Serien-Semi unmittelbar bevorstehen. Allerdings wird keine konkrete Ziel-Zahl zum Beispiel bis Ende dieses Jahres genannt.
Semi-Start laut Tesla in 2026
Beim anfänglich genannten Preis von 200.000 Dollar pro Tesla Semi würden 500 Stück zusammen 100 Millionen Dollar kosten. Seitdem sollen sie deutlich teurer geworden sein, was entsprechend höhere Einnahmen bedeuten würde. Nach Angaben von Einride wird die Transaktion vollständig über externe Lösungen finanziert. Das mit 27 Millionen Dollar Umsatz in H1 noch kleine Unternehmen muss die mindestens dreistelligen Millionen-Kosten also nicht selbst tragen. Mit den Semi wachse seine Flotte von derzeit 250 auf 750 Fahrzeuge, bis 2028 sollen es 1500-2000 werden.
Updated Tesla Semi page now live
– Cheaper to run than diesel: with lower energy cost & far fewer parts to maintain, Semi can pay for itself within typical truck ownership period⁰– Megacharger at up to 1.2 MW recovers ~60% of range in 30 minutes⁰– Up to 500 miles of range… pic.twitter.com/Rz4qIKc9kP— Tesla Semi (@tesla_semi) August 18, 2026
Ebenfalls am Dienstag wies Tesla auf X auf Aktualisierungen der Website zu seinem Sattelschlepper hin. „Auslieferungen beginnen 2026“ ist dort mit als erstes zu lesen; darunter werden als Daten 500 Meilen Reichweite, 1,7 Kilowattstunden pro Meile Verbrauch und Laden mit bis zu 1,2 Megawatt genannt. Weiter unten steht wie seit diesem Februar, dass es den Tesla Semi in zwei Akku-Ausführungen gibt.
Europa soll nach USA versorgt werden
Nach dem Serien-Start Ende April will Tesla in diesem Jahr noch mehrere tausend Einheiten des Semi produzieren, sagte Priestley im Mai. Selbst die Einride-Großbestellung könnte theoretisch also lange vor Ende 2026 abgearbeitet sein, wenn diese Planung weiterhin gilt. Nach Europa soll der Semi nach früheren Angaben erst kommen, wenn die Produktion in Gang gekommen und der US-Markt versorgt ist. Der Versuch, eine Deutschland-Version der aktualisierten Tesla-Seite dazu aufzurufen, führte am Dienstag weiterhin zu einem 404-Fehler.
