Im dritten Quartal hat Tesla erstmals in 2026 weniger Elektroautos verkauft als vor einem Jahr, damit aber trotzdem positiv überrascht. Im vierten Quartal könnten Upgrades für das Model 3 weiteren Schub bringen, die jetzt zunächst für Nordamerika und China eingeführt wurden. US-Präsident Trump verkündete unterdessen eine Umbenennung von KI in SI, und Tesla-CEO Elon Musk macht mit. In Deutschland erhalten die Beschäftigten der Gigafactory in Grünheide mehr Lohn, und nicht weit entfernt von der Fabrik überlebte ein Tesla-Fahrer einen Unfall bei 286 km/h.
Tesla-Verkauf in Q3 überrascht
Genau 486.532 Elektroautos lieferte Tesla in Q3 2026 aus, geht aus einer Mitteilung von Freitag hervor. Das waren etwa 25.000 mehr, als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten, und bedeutet, dass die Verkäufe doch etwas höher waren als in Q2, für das Tesla 480.126 Auslieferungen gemeldet hatte. Gegenüber dem Rekord im dritten Quartal vor einem Jahr ergibt sich für Q3 2026 ein Rückgang von rund 2 Prozent. Mit etwa 1,32 Millionen verkauften Elektroautos nach neun Monaten in 2026 dürfte Tesla das Vorjahr mit seinen 1,64 Millionen jetzt problemlos übertreffen.
Sogar ein neuer Allzeit-Rekord ist nach dem unerwartet starken Quartal in Reichweite: Um insgesamt mehr zu verkaufen als 2023 (1,81 Millionen Elektroautos), müssten in Q4 noch etwa 484.000 hinzukommen, ungefähr so viele wie zuletzt. Zu den unerwartet hohen Tesla-Verkäufen in Q3 scheint vor allem Europa beigetragen zu haben: Zulassungszahlen aus mehreren Ländern zeigten erneut deutliche Anstiege im September; die Angaben für Deutschland, wo Tesla seine Verkäufe von Januar bis August fast verdreifachte, standen am Samstag noch aus.
V2L und mehr für Tesla Model 3
Nach zwei Jahren mit sinkenden Auslieferungen kann Tesla also wieder (wie schon in Q2) positiv überraschen. Dabei helfen könnten auch Neuerungen am Model 3, die jetzt zunächst für China und Nordamerika bekannt gegeben wurden. Aller Voraussicht nach erreichen sie bald auch Europa – und die vielleicht interessanteste dürfte auch das Model Y betreffen: Laut CnEVPost teilte Tesla mit, dass alle aktuellen Varianten beider Elektroautos jetzt Vehicle-to-Load (V2L) beherrschen, also die Stromabgabe an externe Verbraucher mit bis zu 2,2 Kilowatt über einen Adapter.
Die V2L-Möglichkeit hatte Tesla im August zunächst beim Model Y Premium in den USA eingeführt, jetzt scheint sie in die Breite zu kommen. Model 3 für Europa stammen ohnehin aus China, also dürfte sie hier nicht lange auf sich warten lassen. Das Gleiche gilt für die weiteren Upgrades wie den größeren Bildschirm (16 Zoll), wie er im Model Y schon zu finden ist. Außerdem soll der Dachhimmel des Model 3 dunkel statt hell sein, und ebenfalls wie beim Model Y ersetzt Tesla die optionale weiße Innen-Ausstattung durch eine hellgraue (s. Foto oben).
Musk unterstützt Trump bei „SI“
Elon Musk hatte unterdessen schon vor Veröffentlichung der Q3-Zahlen eine gute Woche mit SpaceX und als Unterstützer von US-Präsident Trump. Am Montag gelang der erste Flug der riesigen SpaceX-Rakete Starship in eine Erdumlaufbahn, bei dem 26 neue Starlink-Satelliten ausgesetzt wurden. Am Dienstag gehörte Musk zu den Technologie-Größen, die Trump für einen KI-Gipfel zu sich rief. Das Ergebnis war eine gemeinsame Erklärung zum Umgang mit den Risiken – und eine Umbenennung, der sich auch der Tesla- und SpaceX-Chef anschloss.
Der Ausdruck Artificial Intelligence (abgekürzt AI, auf Deutsch KI) werde durch Super Intelligence (SI) ersetzt, teilte das Weiße Haus nach dem Treffen mit. Verbindlich ist das nur für US-Behörden, aber Musk zeigte sich Trump-treu, indem er bei einem gemeinsamen Auftritt zunächst von „AI“ sprach, sich dann aber entschuldigte und zu „SI“ korrigierte. Auch auf X schrieb er am Freitag von „Super Intelligence (ehemals AI)“. Und Musk hat wieder einen Job für die Trump-Regierung, wurde am Mittwoch bekannt: als Co-Leiter eines Project Meridian, das die Zukunft der Kriegsführung untersuchen soll.
Mehr Gehalt in deutschem Tesla-Werk
In Deutschland bekommen Beschäftigte der Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide unterdessen ein weiteres Mal mehr Geld – und ein weiteres Mal zeigte sich die IG Metall mit der Vergütung dort unzufrieden. Laut der Süddeutschen Zeitung steigen die Gehälter in der Gigafactory ab Oktober um 4-5 Prozent. Den höheren Wert gibt es für die einfacheren Positionen, Fachkräfte erhalten 4 Prozent mehr und potenziell einen Bonus. Das neue Einstiegsgehalt in Grünheide gab Tesla mit 45.570 Euro pro Jahr an, was über dem Tarif-Gehalt liege.
Tesla liege weiter unter den Standards der IG Metall in der Auto-Industrie, kritisierte dagegen ein Vertreter der Gewerkschaft, die bislang erfolglos um eine Mehrheit im Gigafactory-Betriebsrat und einen Tarif-Vertrag kämpft. Die angesprochenen hohen Standards in Deutschland beginnen allerdings massiv zu bröckeln: Drei Tage nach der Informationen über die Erhöhung bei Tesla und der Kritik daran kam am Donnerstag die Nachricht, dass der VW-Konzern 10 der 13 mit der IG Metall geschlossenen Tarif-Verträge gekündigt hat.
SchwererC rash mit Model S Plaid
In der deutschen Tesla-Fabrik wird bislang nur das Model Y gebaut, seit August 2025 auch in einer überarbeiteten Performance-Version. Noch schneller als diese und das Model 3 mit dem gleichen Beinamen sind die Plaid-Versionen von Model S und Model X, die man inzwischen nicht mehr kaufen kann, weil Tesla seine Premium-Elektroautos im Frühjahr eingestellt hat. Einige aber sind auch in Deutschland unterwegs, und mit einem Model S Plaid kam es jetzt nah an der Fabrik zu einem Unfall bei höchstem Tempo – den der Fahrer überlebte.
Das Video dazu wurde am Donnerstag auf YouTube veröffentlicht und auf X weiterverbreitet; inzwischen ist das Original gelöscht, wurde aber vorher von vielen Medien aufgegriffen. Darin ist aus dem Tesla-Cockpit mit seitlichem Blick auf den Fahrer zu sehen, wie das Model S auf der Autobahn (laut n-tv die A10 bei Berlin) mehrmals in Richtung von 300 km/h beschleunigt. Dann ist bei 286 km/h ein dumpfer Schlag zu hören, und das Auto schleudert nach rechts. Das Model S mit drei Motoren war anschließend kaum noch zu erkennen, zeigen Bilder.
🏎️ 175mph tire blowout in a Tesla Model S on the autobahn 🏎️
Miraculously no one died. pic.twitter.com/4ebHtUhCqI
— Matthew Donegan-Ryan (@MatthewDR) October 1, 2026
Der Fahrer überlebte und veröffentlichte ein Foto von sich aus dem Krankenhaus mit Verband an einem Arm und Bein. Nach seinen Angaben bei YouTube war für den Unfall einer der hinteren Reifen verantwortlich, bei dem sich die Karkasse gelöst habe; dabei habe es sich um ein Modell von Goodyear gehandelt, dessen Rückruf im April ihm nicht bekannt gewesen sei. Warum er das Video mitsamt Kommentaren löschte, ist nicht klar. Auf anderen Kanälen wurde weiter darüber diskutiert, wobei Themen von Rasen auf der Autobahn bis Tesla-Sicherheit zur Sprache kamen.
