Dashcam-Funktion soll bald verfügbar sein, sagt Elon Musk

Wir hatten bereits im September letzten Jahres darüber berichtet, dass die Kameras der Tesla-Fahrzeuge, die für den Autopiloten genutzt werden, auch die letzten Sekunden vor einem Aufprall aufzeichnen, um so die mögliche Unfallursache nachvollziehen zu können. Diese Aufzeichnungen werden jedoch im System der Fahrzeuge gespeichert und sind für Laien nicht auffindbar. Tesla kann diese aber einsehen und bei möglichen Rechtsstreitigkeiten verwenden oder freigeben.

Nun hat ein Nutzer auf Twitter Elon Musk gefragt, warum man denn keine offizielle Dashcam-Funktion anbietet, zumal die Fahrzeuge mit der aktuellen Autopilot-Hardware immerhin über acht Kameras verfügen. Aktuell müsse man eine separate Dashcam kaufen, um Aufzeichnungen zu machen. Das erscheint dem Fragenden wenig schlüssig.

Musk antwortete, dass eine solche Funktion tatsächlich „bald erscheint“. Wann genau, ist aktuell zwar nicht bekannt. Doch dürfte es viele Besitzer erfreuen, dass sie zukünftig keine separate Kamera am Armaturenbrett oder der Windschutzscheibe anbringen müssen, die ihnen möglicherweise viel Geld und Frust erspart.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz herrschen gegebenenfalls unterschiedliche Rechtsauffassungen zu Dashcams, die vor dem Kauf beachtet werden sollten.

  • Nelkenduft / AHF

    Sowas wäre echt wünschenswert, auch was Vandalismus angeht.
    Da reichen allerdings nicht ein paar Minuten, man müsste eine große SD-Karte (z.B. 512 GB) einlegen können, auf die alle Kameras jeweils einige Stunden aufzeichnen.

    • Longcheck

      Aufgepasst in Bayern, dort sind die DCs, so wie ich das verstanden habe, bei hoher Strafte verboten.
      Auch in Belgien sind die nicht erlaubt.

      Ich fahre damit seit Jahren, eine nach vorne, eine hinten filmend, beide in FHD und mit GPS-Tracking.

      • Nelkenduft / AHF

        In einem Bundesland, wo aktuell sogenannte „Gefährder“ ohne Verfahren lebenslang ins Gefängnis gesteckt werden können, da kann man die Gesetze leider nicht ernst nehmen. Insofern wäre mir das wirklich völlig egal, ob eine Dashcam hier in München legal ist oder nicht. Auch wird zur Optimierung der Quartalszahlen der ansässigen Autounternehmen der Tod tausender Menschen durch unterlassene Luftreinhaltung in Kauf genommen, mehr muss man da echt nicht sagen #bananenrepublik

        • Longcheck

          Hier noch was dazu…
          „Die mittelfränkischen Richter waren der Meinung, dass die
          Datenschutzinteressen der heimlich Gefilmten höher zu bewerten seien als
          das Interesse des Autofahrers an einem Videobeweis (Az: AN 4 K
          13.01634). In Bayern kann ein Autofahrer mit laufender Dashcam belangt
          werden. Der gesetzlich festgelegte Bußgeldrahmen für diese Verstöße
          beläuft sich auf bis zu 300.000 Euro.“
          Da bleibt einem die Spucke weg.

          https://www.welt.de/motor/article140031076/Hoechst-umstrittene-Spione-an-der-Auto-Scheibe.html

          • Nelkenduft / AHF

            Hier ist aber unklar, ob die Presse nicht mal wieder eine Sau durch das Dorf treibt. Der Wortlaut vom Gericht ist:
            „Es dürfen keine Aufnahmen mit der Absicht gemacht werden, sie später ins Internet zu stellen, in sozialen Netzwerken hochzuladen oder eben an Dritte, wie die Polizei, weiterzugeben.“

            Das finde ich auch völlig legitim, wenn überhaupt dann hat so eine Aufnahme nur und ausschließlich als Beweismittel vor Gericht etwas zu suchen.

          • Longcheck

            „…oder eben an Dritte, wie die Polizei, weiterzugeben.“

            Das sehe ich bezüglich ‚Polizei‘ anders und das geht auch. Entscheidend ist wohl, dass die Behörde, ob nun Polizei oder Gericht, als Initiative das Video als Beweismittel anfordert, z. B. nach einem Tipp an die Polizei, dass solch ein Video existiert.
            Man darf ein Video der Polizei nicht aktiv anbieten bzw. gleich überreichen.
            Die DCs unterteilen die Sequenzen automatisch in Kurzvideos von wenigen Minuten, so dass das betreffende Szene, wie rechtlich gefordert, in einem kurzen Video dokumentiert ist.

            Ich habe das selber einmal mit Erfolg durchgezogen. Die federführende Polizeidienststelle in Bayern (…) rief mich sogar an, wann sie denn nun das Video haben könnten. Akzeptiert wurde das nur auf DVD, weshalb die Aufbereitung etwas Zeit in Anspruch genommen hatte.

            Es ging um eine Anzeige wegen Nötigung, Lichthupe, gefährlichen Sicherheitsabstand, etc.

            Der Rest – also kein Hochladen – das ist selbstverständlich.

          • PV-Berlin

            Die Auslegung besagt eben nicht, dass die DC nicht eingesetzt werden kann, um nach Verlangen als Beweismittel zu dienen. Was die Russen machen, war schon immer untersagt, ob mit Video oder mit der Kamera.

            Wenn du ein Bild veröffentlichen möchtest, auf dem Menschen sind, dann benötigst du im Normalfall von jedem eine Einverständnis Erklärung, ansonsten wurde es schon immer recht teuer.

    • Skynet

      Grundsätzlich natürlich wünschenswert und auch sehr hilfreich bei Unfällen/Streit. Ich fahre alle Autos seit über 10 Jahren mir jeweils einer DC nach vorn und hinten. Es hat mir auch schon sehr geholfen ABER gerade bei Parkplatz-Beulen, Kratzer etc. meist – selbst wenn man sie druchlaufen lässt – unbrauchbar, da Du eine Rundumsicht gerade auf die Kotflügel + Seiten nicht realisieren kannst. Man sollte eben nicht zuviel davon erwarten.

      Selbst wenn Tesla nunmehr alle Kameras aufzeichnen würde (was ich wegen der Datenmenge nicht glaube), wird – laut den Fotos die ich zu den Kameras gesehen habe – spätestens beim Rempler hinten rechts/links oder Türkratzern schwierig das verursachende Fahrzeug zu erkennen. Ob es dann vom Staatanwalt/Richter anerkannt wird ist noch ein anderes Thema. Dazu hast Du ja selber die Datenmenge angesprochen. Mit FullHD (nur damit hat man vernünftige Chancen der Kennzeichenerkennung) liege ich jetzt bei rund 10 Stunden auf 64GB. Die nunmehr 9 Kameras bräuchten dann nur zur Überbrückung einer Nacht von 12 Stunden schon 1 TB. Ein G-Sensor hilft da auch nicht, da der bei kleinen Remplern auch nicht reagiert.

      Im übrigen kann ich davon unabhängig jedem eine sichtbare Kamera nach hinten – selbst nur einen Atrappe – empfehlen. So mancher Drängler wird ganz schnell zam und hällt plötzlich brav seinen Abstand.

      Die DC sind in Deutschland einschließlich Bayern für „persönliche und familäre Zwecke“ erlaubt. Wie bei jedem Video/Foto darf man es nur nicht ungefragt andere Personen/Kennzeichen z. B. im Internet verbreiten oder sich als Hilfspolizist alla Knölchenhorst betätigen. Es kann z. B. bei einem Unfall natürlich auch gegen einen verwendet werden. Ich hatte jetzt insgesamt 4 Fälle bei denen es mit der Versicherung bzw. den Staatsanwalt Null Probleme gab und die Sachen wegen dem Video sofort geregelt wurden. Verboten sind sie laut ADAC in Belgien, Luxemburg, Portugal, Schweiz und Österreich.

      • Fritz!

        Naja, verboten ist es, wenn die Kameras ununterbrochen anlasslos aufnehmen. Was geht, wäre ein Ringspeicher, den der Fahrer aktiv per Knopfdruck auf Dauer (also die letzten 10 Minuten oder so) speichert, weil gerade ein Unfall passiert ist. Nützt nichts bei Parkplatzremplern.

        Aber gerade da hat Tesla (wie andere auch) den großen Vorteil der Rundum-Ultraschallsensoren. Sobald einer der Sensoren in seinem Bereich eine Annäherung näher 5 cm ans Auto registriert, werden alle Aufnahmen der jeweiligen Kameras aus dem Ringspeicher in die SD-Karte mit Datum & Uhrzeit & GPS-Koordinaten verschoben. Kann das Auto/der PC in demselben sicherlich ohne Probleme und relevanten Stromverbrauch hinbekommen. Die Funktion sollte abschaltbar sein, macht in der eigenen Garage auch nicht wirklich Sinn und braucht dort nur Strom (außer evtl. man hat gerade pubertierende Kinder im Haus).

        • Skynet

          Ununterbrochen aufgezeichnet wird ja nicht, da der volle Speicher irgendwann automatisch überschrieben wird. Das war neben der Frage der Veröffentlichung auch immer das, was Polizei/Staatsanwalt interessiert hat.

          Das mit den Ultraschallsensoren wäre natürlich eine Möglichkeit betreffs Platzbedarf. Das Problem mit der Erkennung des Verursachers lösen sie aber auch nicht.

          • Fritz!

            Doch, da der Parkplatz-Rempler-Verursacher ja zwingend näher als 10 cm ans Auto rangekommen sein muß, ist der Vorgang also ebenso zwingend auf den Kamerabildern drauf. Bei einer Zeitspanne von ca. 2 Minuten vorher und 10 Minuten nachher sollte so ziemlich alles drauf sein. Evtl. kann es in einem solchen Fall sinnvoll sein, doch die Bilder aller Kameras zu speichern, daß ist sicherer und könnte evtl. auch helfen, mögliche Zeugen zu identifizieren oder das Nummernschild des langsam wegfahrenden Bösewichtes zu sehen.

          • Skynet

            Ich denke Du versprichst Dir zuviel davon, zumal Tesla wohl auch nur einen „normale“ Dashcam-Funktion anbieten wird. Schau mal an was die Kameras zeigen, z. B. hier:

            https://electrek.co/2017/05/16/tesla-autopilot-2-0-can-see/

            Nimm mal das übliche, Du stehts vorwärst in einer Parklücke. Irgend ein Depp macht Dir beim Einparken am hinteren Kotflügel eine Beule oder an der Seite einen fetten Kratzer. Die vorderen Kameras sehen von dem Auto garnichts und die hintere sehr wahrscheinlich auch kein Kennzeichen. Bestensfalls hast Du also Farbe und evtl. den Typ, dafür macht im Normalfall bei der Polizei keiner die Finger krumm.

          • Fritz!

            Naja, jeder aktuelle Tesla hat immerhin 7 Kameras, die sich teilweise überlappen, da wird also zwingend der Verursacher drauf sein.

            https://uploads.disquscdn.com/images/11f13d0d6ac988cd5b6fad56a5a252e04d17999df03941b15c61ec84ba15cb9f.jpg

          • Skynet
          • Fritz!

            Nein, Könner!

            Und jemand, der viel lieber vorwärts in eine befahrene Straße einbiegt als rückwärts.

    • Longcheck

      Für Full-HD reicht bereits eine 64er SD, aber aus der schnellen Klasse muss die sein. Damit werden ca. 5-6 Std. rückwirkend dokumentiert. (die ältesten Daten werden fortlaufend gelöscht)

  • Longcheck

    Hier ein YT, welches gerade durch die Medien ‚geht‘

    „Erneut erhitzt ein Stau-Video in den sozialen Netzwerken die Gemüter:
    Ein Frau filmte, wie mehrere Autos bei einem Stau am vergangenen Sonntag
    auf der A1 wendeten und als Falschfahrer die Autobahn über die Auffahrt
    verließen.“

    Die Polizei hatte von ihr das Video bekommen.

    Die Anzeigen gegen die Falschfahrer laufen – richtig so.
    Nur soviel, dass so ein Video durchaus Verwendung finden kann…

    https://www.youtube.com/watch?v=m_fjqOcCPUY

  • Longcheck

    Ganz aktuell ein Urteil des Oberlandesgerichtes Nürnberg. Danach werden Dash-Cam-Aufnahmen für Zivilprozesse zugelassen. Artikel im Focus:

    http://www.focus.de/regional/nuernberg/unfaelle-dashcam-bilder-duerfen-im-zivilprozess-verwendet-werden_id_7565678.html