Elon Musk spricht offiziell über mögliche Fahrdienstleistungen von Tesla

Tesla-CEO Elon Musk trat heute in Norwegen in einer vom Staat organisierten Konferenz auf, bei der er über „zukünftige Transportlösungen“ sprach. Wie bei der von der deutschen Bundesregierung veranstalteten Konferenz „Wirtschaft für morgen“, konnte Musk auch in Norwegen einen Vortrag halten, bevor er sich einer offenen Fragerunde mitsamt Verkehrsminister Ketil Solvik-Olsen stellte.

Der Branchendienst Electrek hebt dabei einige Äußerungen von Musk hervor, die auf mögliche Fahrdienstleistungen von Tesla hindeuten. Als es in dem Gespräch um überfüllte Großstädte beziehungsweise um die hohe Fahrzeugdichte ging und die Möglichkeit, diese mit eigenen Fahrzeugen zu meiden, stellte der Minister Musk eine interessante Frage:

Können wir von Tesla erwarten den Personenverkehr in Bezug auf Busse zu revolutionieren?

Die Antwort von Musk ging in eine ganz andere Richtung, als sie der Minister wohl erwartet hätte:

Wir haben eine Idee für etwas, was nicht wirklich ein Bus ist, aber das Problem der Überfüllung bei Überlandfahrten lösen würde. Ich denke wir müssen das gesamte Konzept der öffentlichen Verkehrsmittel überdenken und etwas kreieren, was die Leute deutlich mehr mögen werden. Ich möchte nicht zu viel darüber sprechen.

Auf die Frage hin, ob er dabei vom Hyperloop spreche, antwortete Musk negativ.

Ich muss vorsichtig sein, was ich zurzeit sage. Ich mache aus dem Stand heraus einen Kommentar in einer Gruppe wie dieser hier, welcher dann zu einem kleinen Artikel auf der dritten Seite einer norwegischen Zeitung führt, und dann von der internationalen Presse zu einer Schlagzeile gemacht wird.

Möglicherweise hat Musk mit seiner Aussage recht. Dennoch muss man fairerweise sagen, dass er nicht sonderlich viel dafür tut, solche Gerüchte nicht weiter zu befeuern. Auch in diesem Fall erzählte Musk mehr als er womöglich sollte und ging weiter auf die von ihm genannte Idee ein:

Da ist eine neuartige Art von Auto oder Fahrzeug, welche – wie ich finde – großartig sein wird (um die hohe Fahrzeugdichte in Großstädten zu lösen, Anm. d. Red.) und die Menschen zu ihrem tatsächlichen Ziel bringen wird statt zur nächsten Haltestelle.

Musk führte noch an, dass für dieses Vorhaben autonome Fahrzeuge eine Schlüsselrolle einnehmen werden. Musk erwartet eine vollständige Autonomie innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Schon im letzten Jahr ließ Musk während des Conference Call eine Frage zu möglichen Fahrdienstleistungen ähnlich denen von Uber unbeantwortet und löste damit wilde Spekulationen aus. Analysten der Bank Morgan Stanley glauben seither, dass Tesla in Zukunft unter den Namen „Tesla Mobilty“ einen solchen Fahrdienst anbieten könnte. Mit den neuesten Aussagen von Musk wird diese Vermutung nun weiter bestärkt.

Beitragsbild: Flickr-Account von Samferdselsdepartementet

  • mitleser

    Wie kann das sein – keine einzige Frage zum Steckerproblem?! 😉

    • Dieselstinker

      Was für ein Steckerproblem?

      also wenn es um CCS gehen sollte? wo ist das ein Problem?
      DS

      • mitleser

        Keine Ahnung, frag Sigmar Gabriel! (Mein Kommentar war eine Anspielung auf ein Gespräch zwischen Musk und Gabriel im BMWi vom 24.09.2015)

  • Uli

    Es wird ein car sharing konzept werden wo das auto selbständig zum kunden kommt

    • klaus

      Das geht aber nur in Ländern die das auf öffentlichenStrassen zulassen.

  • Thomas

    Na endlich lässt er die Katze aus dem Sack ! War doch klar dass es auf keinen Fall geht, dass die aktuelle Anzahl der Verbrenner durch Elektroautos ersetzt wird, die dann genauso lange rumstehen. Das wäre völlig unwirtschaftlich. Wir müssen uns langfristig davon lösen ein eigenes Auto zu besitzen, wenn man JEDERZEIT ein Elektroauto autonom zu sich rufen und zeitlich befristet nutzen kann. So geht Zukunft wirklich. Bitte lest dazu „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ von Jeremy Rifkin, dann wisst Ihr, was auf uns zu kommt. Aber WIR haben den Luxus noch im E-Rausch mit eigenem Fahrzeug zu schwelgen ! Gerne doch 🙂 .

    • Martin

      Danke Thomas, genau so ist es! Und Automanager, die das noch immer nicht kapiert haben, können sich schon sehr bald nach einem neuen Job umschauen!

  • Thomas

    ….. noch ein Nachsatz zu meinem ersten Kommentar. Könnte es sein, dass wir erst das Fahrzeug bei Tesla kaufen und für den Zeitraum, für den es nicht benötigt wird für einen bezahlten Fahrdienst zur Verfügung stellen ? Natürlich gegen Entgelt zur Refinanzierung des Anschaffungspreis. EM sollte sich schon mal Gedanken machen, wie er diese Mischung aus privater und gewerblicher Nutzung versicherungstechnisch umsetzt. Aber bei autonomer Nutzung sollte das nicht schwer sein.

  • Er spricht ganz klar von einer Erweiterung der Öffentlichen Verkehrsmittel also es wird jetzt nicht von einem Carsharing Angebot gesprochen! Und die Erweiterung wird so aussehen das es ein Auto(bus) geben wird der leute abholt und dort absetzt wo sie hin wollen und die leute autonom und intelligent abgeholt werden um Zeit und Kosten zu sparen! Ps.: Ich habe zum schluss des artikels vergessen die groß und klein schreibung zu beachten 😉

  • Werner Pferdefuß

    Gemeinsame Nutzung. 🙂
    Daran glaube ich nicht. Die versicherungstechnische Frage ist überhaupt kein Problem.
    Das ist schnell gelöst.

    Ich frage mich nur, wer will sein Auto zur Verfügung stellen, damit es hinterher aussieht wie Sau. Wir wissen doch, welche Schweine es gibt und wie die meisten mit dem Eigentum anderer Menschen umgehen.

    Dieses Problem wird nicht so einfach zu lösen sein. Meinen Wagen würde ich dafür nie zur Verfügung stellen.
    Alleine der Gedanke, ich steige morgens in meinen Wagen, nachts war er als Leihwagen unterwegs und da liegen noch die alten Pommes von McDonalds und die Getränkebecher im Auto herum. Das Lenkrad klebt und überall sind Fingerabdrücke von den Fettfingern auf den Polstern und Gläsern.

    Nein, wirklich nicht.

    • Martin

      Den Einwand mit der Sauberkeit habe ich schon öfter gehört. Das Problem besteht natürlich – und zwar schon heute: für Busse, Straßenbahnen, Flugzeugen etc. gibt es Reinigungspersonal. Das reicht offensichtlich. Und es wird mit Sicherheit Überwachungsmaßnahmen geben: Ein Kamera-Schnappschuss vor und nach der Fahrt. Und wenn sich der nächste Kunde beschwert, zahlt der Verschmutzer die Reinigung oder wird gesperrt.

  • Luganorenz

    Herr Musk dreht hier wirklich am nächsten großen Ding!
    Denn wenn der Nahverkehr smart wird, ändert sich wirklich viel. Bus und Taxi sind ja wirklich Anachronismen aus der prä-Evernet-Ära.
    Du gibst nur noch dein Ziel und deine gewünschte Ankunftszeit ein, Anzahl der Personen, Gepäck, der Rest wird von der Mobilitätsfirma berechnet. Model S für den Urlaub – Twizy für den Kurztrip – Autonomes Taxi zum Bahnhof. Da brauchst du nur noch ein Fahrrad.
    Meine Heizölgurke steht fast nur rum, aber wenn ich sie brauche, habe ich keine Alternative. Und ehrlich gesagt – so gerne ich ein MS haben möchte, es stünde dann auch in der Garage.
    Aber die Rahmenbedingungen für die von Musk geförderten Ideen liegen noch nicht vor. Zu viele Analogpolitiker und – Vorstände