Europa: Neues Softwareupdate soll Diebstähle von Tesla-Fahrzeugen verhindern

Tesla-Fahrzeuge und die entsprechenden Ersatzteile sind in Europa offenbar ziemlich begehrt. Wie die niederländische Nachrichtenseite nrc.nl berichtet (via Electrek), wurden kürzlich allein in den Niederlanden elf Model S gestohlen. Allein im vergangenen Monat wurden in der Gemeinde Heemstede neun Tesla innerhalb einer Woche gestohlen.

Die Tesla-Fahrzeuge werden nicht einfach in ein benachbartes Land gebracht und auf dem Schwarzmarkt verkauft, sondern innerhalb kürzester Zeit in Einzelteile zerlegt, da diese offenbar einfacher zu verkaufen sind oder mehr Geld einbringen. Laut Polizeiangaben soll ein solches Fahrzeuge innerhalb zwei Stunden nach dem Diebstahl in seine Einzelteile zerlegt worden sein.

Ein Anwohner von Heemstede und Tesla-Besitzer, der ebenfalls bestohlen wurde, berichtete von den Videoaufzeichnungen seiner Überwachungskamera. Auf diesen sei ein Mann mit einer Mütze, einem Schal und einem Laptop zu sehen, der um das Fahrzeug herlief. Wenige Augenblicke später soll er mit dem Fahrzeuge davon gefahren sein.

Bisher ist in keinem Fall das Vorgehen der Täter offenbart worden, sodass man nicht genau weiß, wie die Fahrzeuge gestohlen wurden. In keinem der Fälle ist der Key Fob (Funkschlüssel) gestohlen worden, jedoch konnte auch keines der Fahrzeuge nachverfolgt werden.

Laut Jon McNeill, Teslas Verantwortlichen für den weltweiten Absatz, ist das Vorgehen der Täter jedoch nicht ungewöhnlich: „Die Methode, die von den Tätern genutzt wurde, wird ebenfalls dazu genutzt, andere Fahrzeuge zu stehlen“, sagte er der Nachrichtenseite. Er erklärte jedoch, dass Tesla mittels eines Softwareupdates Abhilfe schaffen will.

  • Nelkenduft / AHF

    Wenn mit dieser Methode offenbar schon länger auch andere Fahrzeuge geknackt werden, warum hat man dann bis heute noch keine Abhilfe geschaffen? Irgendwie muss das doch der Anspruch von Tesla sein, hier schnell zu reagieren und nicht nur zu vertrösten.

    • Skynet

      Wobei ich bisher bei Tesla nicht gesehen habe, wo dort ein Markt für gestohlenen Teile sein soll, der das Risiko rechtfertigt. Außer vielleicht bei den Rädern wird doch jeder bei anderen Teilen hellhörig und in eBay kann man das auch nicht verkaufen. In der Garantiezeit sind Teile unwichtig und einen MS oder MX hat vermutlich jeder Kasko versichert. Womit im Falle des Unfalls die Versicherung einspringt. Wo sind also Abnehmer für Teile?

      Das Update kann dann auch nicht verhindern, wenn das Auto auf den LKW geladen wird. Allenfalls wirds für Diebe etwas mehr Arbeit.

      • Stefan

        Anscheinend gibt es ja wohl einen grauen Markt für solche Teile. Sonst würde man sie wohl nicht klauen!

        Ich finde den Aufwand schon recht hoch wenn man einen 2,3 Tonnen schweres Auto aufladen muss. Klar geht das, aber es wird schwerer.
        Mit dem Argument „das macht nur mehr Arbeit“ kann man den Wagen ja auch gleich offen lassen.

      • Nelkenduft / AHF

        Vielleicht gibt es einen Markt, der Unfallwagen wieder herrichtet und diese in Länder verkauft, die keine SuC-Infrastruktur haben.

    • Stefan

      Tesla reagiert wenigstens. Der Diebstahl von Keyless Fahrzeugen ist seit Jahren bekannt und soweit mir bekannt ist hat kein Fahrzeughersteller bisher etwas dagegen unternommen. Tesla hingegen hat erkannt das dies für die Kunden ein ernstes Problem ist und kümmert sich drum. Gut so!!!

      Als ich meinen Tesla bestellt habe gab es solche Diebstähle noch nicht und ich war der Meinung das sich das wohl nicht für die Autodiebe lohnt. Wie die Fälle in den letzten 6 Monaten zeigen ist das wohl doch sehr lohnend.
      Ich fand das sehr beunruhigend und freue mich das Tesla sich der Sache annimmt.

      • McGybrush

        Das die anderen nix dagegen tun liegt nur daran das wir das nicht aktiv wahr nehmen und das es am ende wie bei Tesla auch nicht auf Dauer klappen wird und die Autos am Ende so oder so weg sind. Die anderen haben zumindest nicht die elegante Lösung eines OTA Updates. Da ist Tesla wirklich allen einen Schritt voraus. Es würde aber keiner alle 2 Monate in einem Autohaus fahren nur weil es ein Update gibt. Diese werden dann nur gemacht wenn man es aus anderen Gründen eh machen muss. Dann sind solche Sachen halt mit dabei. Redet halt nur keiner drüber. Auch gibt es ohne gross zu kommunizieren immer mal Hardware Updates. Aber wie gesagt. Die Autos werden immer noch geklaut. Und das wird sich bei Tesla auch nicht ändern.

        Es gibt dennoch nur folgende Möglichkeiten wo jeder für Sich entscheiden kann was einem lieber ist.

        a) Es würde keine Diebe geben

        b) Es gibt Diebe die ohne Körperliche Gewalt und ohne den Schlüssel zu haben ein Auto vom Parkplatz mit nehmen.

        c) Wenn man ein Auto nur mit dem original Schlüssel klauen kann dann braucht man am ende halt den Original Schlüssel des Besitzers. Und das ist nicht schön wenn es soweit geht das sie den Schlüssel von einem haben wollen.

        a) wird es nicht geben. Wenn wenn man b) erfolgreich verhindert wird tritt c) in Kraft. Dann leb ich lieber mit Variante b)

        • jomein

          Nunja, selbst mit einer 2017er S-Klasse geht das noch. Da das Problem seit Jahren bekannt ist, scheint ja Mercedes noch nicht viel unternommen zu haben.

          • McGybrush

            Ja es geht auch mit nem 2017er Tesla.

            Und es wird auch mit nem 2020er Tesla, BMW, Audi… gehen.

          • Melone

            Das Problem ist meines Wissens auch kaum lösbar, außer man verzichtet ganz auf die Technik, und dann meckern die Kunden auch wieder.

    • jomein

      Die Methode ist bekannt. Täter sitzen in der Nähe und fangen die Funksignale, des Schlüssels ab. Mit Hardware (die extrem teuer ist) wird der Schlüssel dann simuliert und die Karre geht auf. So werden auch S-Klasse und Co geklaut.

      • Nelkenduft / AHF

        Das ist aber meines Wissens eben gerade nicht die Methode mit der die ganzen Model S verschwunden sind.

  • Ein Software update….. na ja…. wenn man solange darauf warten darf, wie auf einen neuen Browser, oder Multimedia Funktionen….. dann werden wohl noch einige Fahrzeuge als Einzelteile enden.

  • Marian Finkbeiner

    Dann hast n Tesla in einem Laster.
    Und dann?
    Fährst ins nächste Bergwerk und nimmst ihn da auseinander?
    Ein Tesla kostet immer noch „nur“ 100.000. Für die Teile bekommt man vielleicht wenn überhaupt 30.000, eher viel weniger.
    Wenn der Aufwand da zu groß wird dann schlägt man eben doch lieber von paar E-Klassen Scheiben ein und klaut das Autoradio, das ist weniger Aufwand und Risiko.

  • jomein

    Komisch. Wo ist denn da der Markt? Teslas sind alle überwacht. Teures Auto, sehr selten. Welcher Eigentümer kauft dann geklaute Teile?

    Oder geht das Material eher an Recycling Firmen? Metalle, Akku etc?

  • Eric