Gigafactory: Batterien werden „gemäßigte technologische Verbesserungen“ vorweisen

Tesla-CEO Elon Musk war gestern Abend auf dem 2015 American Geophysical Union (AGU) Fall Meeting, wo er einige neue Informationen zur Tesla Gigafactory preisgab. Musk erklärte, dass die Batterie, die in der Gigafactory in Zusammenarbeit mit Panasonic produziert werden, einige „gemäßigte technologische Verbesserungen“ im Vergleich zu heutigen Batterien vorweisen werden.

Ende letzten Jahres hieß es noch, dass die Tesla Gigafactory größere und leistungsstärkere Batteriezellen als bisher produzieren wird. Nun ist es aber das erste Mal, dass man das Adjektiv „gemäßigt“ („moderate“) in Bezug auf die Verbesserungen der Batterietechnologie mit anführt. Ob es hierbei Planänderungen gab oder sich das Vorhaben gar nicht geändert hat, ist ungewiss.

Während eines Earning Call im Mai erklärte Teslas Chief Technology Officer JB Straubel, dass man verschiedene Typen von Lithium-Ionen-Batterien in der Gigafactory produzieren wird. Laut Straubel wird es mehrere Produktionsstraßen geben, die zeitgleich die unterschiedlichen Batterietypen produzieren werden. Diese haben je nach Einsatzgebiet ein unterschiedliches chemisches Gemisch.

Der Autobauer nutzt aktuell eine Verbindung aus Nickel, Kobalt und Aluminium für die Akkupakete der Fahrzeuge und für die 10 kWh-Powerwall, die für die Notstromversorgung gedacht ist. Für die 7 kWh-Powerwall wird hingegen die Kombination Nickel-Mangan-Kobalt-Oxide genutzt. Dadurch wird ein längerer Lebenszyklus gewährleistet, jedoch verfügt diese Batterie über weniger Energiedichte.

Während seiner Rede auf dem 2015 AGU Fall Meeting erklärte Musk, dass die technologischen Fortschritte in der Gigafactory weder klein noch groß sein werden, sondern „gemäßigt“. Es wurde jedoch kein Hinweis zur chemischen Zusammensetzung der Batterien gegeben. Musk fügte hinzu, dass die Batterieindustrie die Energiedichte jährlich sowieso um 5 bis 8 Prozent verbessert.

Der CEO betonte, dass die Gigafactory in der Lage sein wird, im Laufe der Zeit bessere Batterien zu produzieren. Das Hauptziel der größten Batteriefabrik der Welt wird jedoch weiterhin sein, die positiven Skaleneffekte zu nutzen und damit die Produktionskosten zu senken. Diesen Vorteil wird man laut Musk „bis an die Grenzen“ des Möglichen bringen („push it to the limit“).

Während Musk einige Fragen der Zuhörer beantwortet, bestätigte er eine Batterie-Recycling-Anlage, die sich ebenfalls in der Nähe der Gigafactory befinden wird. Er verglich die gebrauchten Akkupakete mit hochwertigem Erz. Laut Musk sei es besser abgenutzte Batterien zu verarbeiten als in der Erde nach neuem Material zu bohren („it’s way better to mine a battery packs than rocks“).

  • Stefan

    „it’s way better to mine a battery packs than rocks“ – Sicher, dass das Zitat korrekt ist? Macht grammatikalisch naemlich keinen Sinn.

    • TK

      Ist aus der Quelle übernommen. Leider ist zu dieser Veranstaltung noch kein Video hochgeladen worden, durch das ich es prüfen könnte. Normalerweise würde ich denke, dass Elon eher sowas gesagt hat: „it’s way better to mine a battery pack than rocks“, also quasi das „s“ bei „packs“ auslassen. Dann dürfte es eigentlich passen.

      • manni

        Oder so: „it’s way better to mine battery packs than rocks“

  • Heinrich Weber

    Die Gigafactory ist doch nur eine reine Produktionsstätte, oder? Wo soll denn da eine Erhöhung der Energiedichte bei den Akkus herkommen? Das können doch nur die beteiligten Firmen selbst als neue Technologien liefern. Und nur durch den Betrieb der Gigafactory werden die Akkus nicht automatisch leistungsfähiger. Billiger sicher schon, wie auch beschrieben wurde. Es erfordert aber qualitativ neue Materialien oder Verfahren, um sprunghafte Änderungen zu erzielen.

    Wenn sich die Energiedichte jährlich sowieso schon um 5 bis 8 % erhöht (was mit Sicherheit enorme Anstrengungen erfordert), dann ist das doch schon gewaltig! Das bedeutet, dass man bei einer 5-prozentigen Steigerung nach ca. 15 Jahren eine Verdoppelung der Energiedichte erreicht, bei jährlich 8 % bereits schon nach 9 Jahren. Wenn das wirklich so ist, dann dürfte das Model S in ca. 10 Jahren vielleicht schon 1000 km mit einer Aufladung weit kommen. Das ist dann schon mehr als „gemäßigt“. Außerdem könnte man ältere Modelle mit den aktuellsten Akkus ausrüsten, so dass trotz fortgeschrittenem Fahrzeugalter eine Aufwertung erfolgt (nachhaltiges Recycling der alten Akkus ist natürlich Voraussetzung). Mach das mal bei einem Verbrenner. Das E-Auto steht damit auch hier besser da.

    • klaus

      So ganz scheint mir das mit den 5 % im Jahr aber nicht zu passen.Beim großen Akkupack von Tesla war die Steigerung zwischen 2012 und 2015 gerade mal knapp 6 % von 85 auf 90 durch effizientere Zellen.

  • Elektroautofan

    Das nenne ich Zukunft.
    Elektroautos sind gut für die Umwelt, das ist klar. Aber wenn die kaputten Akkus dann irgendwo in Afrika gestapelt werden sieht das schon anders aus. Wenn Tesla die „Umweltfreundlichkeit“ optimieren will sollte in Europa auch eine große Batteriefabrik gebaut werden, denn mit dem Schiff die schweren Akkus zu transportieren ist nicht gerade umweltfreundlich. Außerdem denke ich, dass wenn sich die Batterien verbessern die Elektroautos noch unbedingt mehr Reichweite haben sondern (speziell bei Tesla) sichererwerden. Mein Nachbar arbeitet auch in einer Autofirma und hat mir erzählt, dass sie die Batterien niemals so weit an den „Fahzeugrand“ bauen würden, falls ein anderes Auto seitlich rein fährt, wegen der Batteriesäure und so.

    • Renato Demarmels

      Batteriesäure.. wenn ich das nur schon lese.

      Elektroautos sind generell viel sicherer (bzgl. Brand) als Verbrenner. Der Bedarf für weitere Optimierungen ist eher gering.

      Alte Akkus werden auch nicht in Afrika gestapelt, sondern recycelt. Spätestens wenn erste Akkus soweit sind, werden auch grosse Recyclingwerke gebaut. Die Technologie existiert schon lange.

      Wegen dem Transport per Schiff:
      Auch Öl und Gas kommt (je nach Region) mit dem Schiff. Ein paar hundert Kilogramm Treibstoff hat ein Verbrenner ruckzuck weg. Der Akku ist nach der gleichen Fahrleistung noch fast wie neu und muss nicht wieder verschifft werden. Treibstoffe schon. Es wird also trotz Akkuproduktion in Amerika viel Energie gespart.

    • Dieselstinker

      Außerdem haben ULCS so ab 10.000 TEU eine ziemlich gute CO2 Bilanz bezogen auf die Tonne pro km.
      Nebenbei wird das deshalb auch die wirklich einzige große Herausforderung (Schweröl ist ab 2020 verboten) diese auf green energy umzustellen. bzw. durch kleinere Einheiten (500-2000Teu) zu ersetzten mit nahezu der selben Oberfläche ;-), dafür aber autonom.