Kamera des Autopiloten speichert Bildmaterial nach einem Unfall wie eine Dashcam

Am 1. Mai dieses Jahres ereignete sich ein Unfall mit einem Tesla Model S, bei dem der Fahrer an einer Kreuzung gegen ein anderes Fahrzeug fuhr – eben ein gewöhnlicher Verkehrsunfall. Der Autopilot war nicht eingeschaltet und der Notbremsassistent soll zwar reagiert haben, jedoch habe dies nicht ausgereicht, um den Unfall noch zu verhindern.

Der Tesla-Fahrer war kein Geringerer als der bekannte „Hacker“ mit dem Pseudonym wk057, der unter anderem auch das 100 kWh-Akkupaket angekündigt hatte, noch Monate vor offizieller Veröffentlichung. Dieses Mal fuhr er jedoch in seinem neuen Model S, welches die Autopilot-Komfortmerkmale besaß. Bisher besaß er nur Model S‘ ohne entsprechende Funktionen.

Nachtrag: Wie in den Kommentaren hingewiesen wurde, hat „Hacker“ wk057 lediglich das verunfallte Model S erworben, um dieses zu untersuchen.

Bei seiner anschließenden Untersuchung in der Software des Teslas (was man eben als Hacker so macht), hat er dann festgestellt, dass die Kamera des Autopiloten eine Aufzeichnung der letzten acht Bilder bis zum Unfall im System abgespeichert hat. Gegenüber Electrek bestätigte er noch einmal (und das konnte man aus der Log-Datei entnehmen), dass der Autopilot nicht aktiviert war.

Beim Unfall habe der Tesla eine Geschwindigkeit von circa 90 km/h gehabt. Der Fahrer schätzt, dass das Auslösen der Airbags das System dazu verleitet hat, die letzten 8 Bilder bis zum Unfall abzuspeichern. Die Aufnahmen sind zwar nur in schwarz-weiß, das liegt aber daran, dass das System diese nicht so schnell verarbeiten kann, wie sie von der Kamera aufgezeichnet werden (in Farbe und hochauflösend), weshalb sie komprimiert werden.

Die Aufnahmen geben jedoch ein gutes Bild darüber, was genau passiert ist. Womöglich wollte der Tesla-Fahrer noch die Ampel (gelb) kriegen und beschleunigte, während der abbiegende Fahrer des Acura wohl dachte, dass der Tesla-Fahrer anhalten wird.

  • Lukas

    Jason Hughes war nicht der Fahrer, sondern er hat das defekte Model S gekauft, um damit zu experimentieren.

    • TK

      Vielen Dank, Sie haben offenbar recht.

  • mitleser

    Shit happens und 90km/h erscheinen mir signifikant zu schnell für diese Verkehrslage inkl. Ampelkreuzung. Hoffe, dass die an diesem Unfall beteiligten Personen nicht verletzt wurden und mit einem Schrecken davon gekommen sind.

  • Elvis

    Das ist ja spannend. An anderer stelle wird über den Einbau von Dash Cams und deren Erlaubnis dikutiert und Tesla macht es von selbst, ohne das ich das weiß?? Muss ich mich dann u.U. selbst belasten bei einem Unfall (so wie der Fall hier z.B.)? Das verwundert mich doch. nichts dagegen, wenn ich die Kamera als Dash Cam frei schalten kann, aber bitte nicht ohne mein Wissen einfach aufnehmen … (Ich schreibe das im vollen Bewußtsein, dass ich mindestens 3 Likes von unseren Fans hier kriege, aber ich will schon wissen, was das System über mich aufzeichnet!)

    • Erna

      Für das „selbst belasten“ sorgt doch Tesla schon aktiv wenn man z. B. tödlich verunglückt. Bereits am nächsten Tag erfährt man – ohne das die Angehörigen oder neutrale Gutachter es prüfen können – dass der Autopilot deaktiviert war und das man mit X km/h zu schnell war.

      Alternativ kann man – wenn man einen Unfall im Tesla überlebt hat – in der Öffentlichkeit auch lesen, dass der Autopilot angeblich kurz vor einem Unfall deaktiviert wurde und mit welcher Pedalstellung und Geschwindigkeit man nach wievilen Sekunden reagiert hat.

  • Grünspanpolierer

    Das Bild ist imho scharzweiss, weil sinnvollerweise eine Kamera ohne RGB Filter verwendet wird!

  • McGybrush

    So viel Geld möchte ich auch haben um mir ein Schrott Tesla zu kaufen um damit rum zu experimentien

    Das mit den Bildern in einem Kaufvertrag rechtlich irgendwo unterschrieben das das so keine Klagen geben kann?

    • Erna

      Haben Sie im Kaufvertrag unterschrieben, dass Tesla ohne Nachfrage veröffentlichen kann wann ihr Autopilot aktiviert war, mit welcher Geschwindigkeit und Pedalstellung Sie fahren, wie lange Sie brauchen auf die Warnung das Lenkrad anzufassen zu reagieren bzw. nicht reagieren? Da sind 8 eher schlechte Kamerabilder das geringste Übel.

  • Sonntagskuchen

    Das ist nicht gut. Ich will ja auch nicht, das mein Handy regelmäßig Fotos von mir macht, um zu überprüfen , ob es mir gut geht.

    Der Kunde muss vorher gefragt werden, ob die Kamera die Bilder aufnehmen darf.

    Aber: ein Profi Hacker hat die Daten hervorgezaubert und nicht irgendjemand… das sollte man bedenken.

  • Tilman Winkler

    Wenn ich es nicht völlig falsch sehe, war die Ampel gelb und ist sie erst am Ende der Sequenz rot. Damit ist der Fahrer noch bei gelb aber mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Kreuzung gefahren. In unseren Breiten gäbe das eine Schadensteilung, wobei vermutlich den Gegner der überwiegende Teil des Verschuldens treffen dürfte…
    Dennoch: viel zu schnell gefahren!

  • Boba

    Na ja, man sollte schon wissen das digitale Hardware mit Prozessoren funtioniert und je nach Typ bleiben überall Datenpakete, speicherabbilder usw hängen, das passiert bei deiner Grafikkarte, Handykamera oder Fotoapperat usw. und Jason hat nunmal die gepufferten Daten ausgelesen, das dieses nun so aushelegt wird das man ja ne Dashcam habe finde ich dumm. Dann bieten alle digitalen Bildverarbeitungsgeräte die gefahr das du dein Leben aufzeichnest ohne davon zu wissen^^ Und wer ein aktuelles Handy besitzt sollte über „Privatsphäre“ und gefahren von Aufzeichnungen schon garnicht meckern, die meisten prostituieren ihre Daten von sich und anderen ohnehin im Gesichtsbuch oder Instagram oder WhatsApp usw usw.

    • Boba

      Und wer ein total vernetztes Auto fährt, welches dauerhaft Daten speichert und an den Hersteller per LTE sendet hat eben ein iPhone auf Rädern
      Da sollte man sich über die paar Bilder im Speicher die geringsten sorgen machen

  • Heinz Wagner

    Ganz klar, der Tesla-Fahrer hatte noch Gelbphase, der Chevrolet-Fahrer war Linksabbieger und musste warten. Es wäre, bzw. ist doch sinnvoll, wenn diese Bilder als Beweismittel bei einem evtl. Rechtsstreit anerkannt würden/werden, denn sie belegen eindeutig, dass der Chevrolet-Fahrer den Unfall verursacht hat. Ich habe damit überhaupt kein Problem, wenn Tesla über die Kamera des Autopiloten meine Fahrten aufzeichnet. Im Gegenteil, wenn sich das deutsche Rechtssystem endlich mal dazu durchringt, im Streitfall solche Aufnahmen und die von Dashcams als Beweismittel grundsätzlich zuzulassen, brauche ich nicht extra eine Kamera an der Frontscheibe anbringen. Und ob die Aufnahmen dabei in HD, mit RGB Filter oder nur in schwarz-weiß sind, hat wohl kaum zu interessieren, solange sie als Beweismittel ausreichen. Und noch etwas, wenn jemand schreibt, „Muss ich mich dann u.U. selbst belasten bei einem Unfall“, dann kann ich nur antworten, man sollte dazu stehen, wenn man einen Unfall verursacht hat.

  • Teslaner

    Dash cams sind ne gute sache,wenn etwas passiert,zbsp rotfahrer oder rot radfahrer,ich fahre schon seit jahren mit cam,und auch im neuen tesla,vieleicht währe es intressand eine cam die genau für den tesla gemacht ist,habe mal in einem china shop so eine gesehen,die kommt unter dem spiegel passgenau dort sollte es auch einen stromanschluss haben.
    Vieleicht kennt jemand die cam und wo man die kaufen kann

  • OneCent

    Es ist ja keine Dashcam, sondern ein Teil des Assistent-Systems und jedes System mit einer Kamera macht Bilder/Filme die verarbeitet werden müssen. Dazu liegen diese auch im Speicher des Systems und wenn der Speicher ein nicht flüchtiger Speicher ist, kann man diese auf die eine oder andere Art wieder herauslesen.

  • Elmo2.0

    Die Kamera vom tesla ist laut Georg hotz keine Farbkamera. Lässt sich bestimmt auch noch über andere Quellen nachprüfen.