Tesla Semi: Prototypen autonomer LKW sollen schon bald getestet werden

Wie die Nachrichtenagentur Reuters vor zwei Tagen berichtete, will Tesla bald erste Prototypen autonomer LKW testen. Derzeit soll man mit dem Bundesstaat Nevada Testmöglichkeiten für Prototypen des autonomen elektrischen LKW erörtern, wie aus einem E-Mail-Wechsel zwischen Tesla und der Verkehrsbehörde hervorgeht, den Reuters einsehen konnte.

Tesla habe sich am Mittwoch mit Vertretern des Bundesstaates Kalifornien getroffen, um die Pläne zu konkretisieren. Der E-Mail-Wechsel soll jedoch schon im Mai stattgefunden haben, zudem gab es bereits ein Treffen mit der Verkehrsbehörde am 16. Juni. Tesla will beide LKW auf der Strecke zwischen Nevada und Kalifornien ohne Fahrer testen. Wann genau, ist jedoch nicht bekannt.

Der Autobauer will darüber hinaus Tests mit sogenanntem „Platooning“ machen. Dabei fahren die LKW in einer geschlossenen Formation hintereinander, um den Luftwiderstand zu verringern und damit die Effizienz zu steigern. Dieses Verfahren eignet sich besonders gut mit selbstfahrenden LKWs, da dies deutlich sicherer ist als mit menschlichen Fahrern.

Bisher hat kein anderes Unternehmen selbstfahrende LKW ohne Fahrer in Nevada getestet. Bei dem Treffen am Mittwoch wollte Tesla der Verkehrsbehörde neue Mitarbeiter vorstellen und ein wenig über die Bemühungen des Unternehmens im Bereich autonome Lastkraftwagen sprechen. Die Verkehrsbehörde kenne die Autonomiestufe der LKWs nicht, sagte eine Pressesprecherin.

Über das Tesla Semi genannte Projekt ist aktuell nicht viel bekannt. Anfang Mai veröffentlichte man ein erstes Teaser-Bild zum LKW. Später gab man bekannt, dass sich das Sattelkraftfahrzeug viele Bauteile mit dem Model 3 teile, darunter die Motoren. Die offizielle Enthüllung soll am 28. September stattfinden und mehr enthalten als nur die Präsentation des Trucks.

  • Robert Kruse

    Ich bin da echt gespannt… und kann mir immer noch nicht erklären wie man einen ordentlichen LKW sinnvoll mit einer Batterie betreiben will.
    Als vorübergehendes Alleinstellungsmerkmal und Verkaufsargument kann da Automatisierung und ein Verzicht auf einen Fahrer ziehen. Aber die Elektrifizierung?!? Okay, die Fahrkosten werden geringer, fahrten besser Planbar als bei PKW, Aufladen auf dem Fuhrparkgeläde einfach machbar.

    ABER was soll der für eine Reichweite haben. Semitrucks haben doch pro Tag recht hohe Laufleistungen – GERADE auch in den USA.
    Und was für eine Kapazität soll denn die Batterie haben um noch auf Reichweiten von vlt 500+ km zu kommen? Und wie teuer sind die dann?

    Ich bin gespannt wie das aufgelöst wird 😉

    • Dominik Dössegger

      Naja, betreffend Preis: Ein ordentlicher Semi kostet neu gut und gerne über 130’000 Eier…die Motoren werden Tesla kaum etwas kosten, die Technik ist ebenfalls vorhanden. Bleibt der Akku, der wird ordentlich etwas kosten. Ich gehe trotzdem davon aus, dass Tesla aufgrund der massiv weniger verbauten Teile konkurrenzfähig sein kann.

      • Kyle Seven

        Sehe ich ähnlich. Insbesondere wenn es sich dann auch noch um selbstfahrende LKW handelt, sind allein die massiv reduzierten Unterhaltskosten ein Grund mehr (und im Zweifel mit einem Fahrer vorab).

  • Ulathar

    Interessant wäre zu erfahren wie der Gewichtsunterschied sich bemerkbar machen wird. Jedes Kilo mehr Gewicht (z.B. durch den großen Akku) ist ein Kilo weniger bei der maximalen Zuladung.

    Jetzt weiß ich allerdings nicht was ein „klassischer“ Motor + Antriebsstrang eines Semis so wiegt im vergleich zum dann neuen Elektromotor(en) + Antriebsstrang + Akku.
    Wenn sich das plus Minus die Wage hält wäre das natürlich klasse mit Blick auf die Ladekapazität des LKW.
    Was die Reichweite betrifft glaube ich nicht mal, dass das ein großes Problem darstellen würde, da ein LKW mehr als genug fläche für nen Monsterakku hat. Letzen endes muss ja „nur“ sichergestellt werden, dass ein Trucker seine Max fahrzeit pro Tag mit 1 Ladung ohne zwischenladen abspulen kann und dass in der Ruhezeit der Akku wieder voll wird.

    • Silentium

      Also Wikipedia sagt:
      Trockengewicht der Motoren:
      -Mercedes-Benz 1156 kg
      -Scania 1000-980 kg
      -MAN 1015 kg
      -DAF 1055 kg
      -Volco/Renault ca.1050 kg
      -Iveco 1006 kg

      https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_OM_470/OM_471/OM_472/OM_473

      Dazu kommt dann denke ich noch: Öl, Benzin, Getriebe, Auspuffanlage, Tank usw. usf.
      Da kommt schon ganz schön was zusammen :O

      • Fritz!

        Früher hatten Sattelschlepper auch mal Tanks in der Größenordnung 350 und 700 Liter, also auch noch mal ca. 450 bis 800 kg, die wegfallen & durch Akku ersetzt werden können. Der oder die E-Motoren werden lächerlich klein und leicht sein dagegen. Ich bin sehr neugierig auf den Tesla Semi…

  • volsor

    Silentium , Fritz : wenn ich eure Zahlen grob zusammen rechne komm ich ca. 2 – 2,5 t für den Motor,Antriebsstrang und Tank. Also vermute ich mal ein Akku von 200kw/h +.

    • Dieslstinker

      also ich denke es wird deutlich mehr als 200kWh
      bei 18650 hat man bis zu ca 3,75 gramm Zellgewicht pro Wh (also ohne Kühlung Kapselung BMS.
      mit 2170 kommt man sicher auf weniger.

      angenommen 6 Antriebsräder = 6 Motoren a 50 Kg ergiebt 300Kg.
      bleiben ca 1800 kG für den akku.
      gehen sich also 400-500 kWh locker aus.
      allerdings ob der damit wesentlich weiter als 500 km kommt?
      oder man doch etwas mehr einbaut ?

      • volsor

        Ja , da werden Sie wohl recht haben. Hab mal ein bisschen im Internet gesucht und bin auf E-Force http://eforce.ch/ gestoßen. Die verbauen bis zu 240 kW/h Akkus für rund 300 Km. Hier wiegt der Akku aber schon 2,6t. ( Batterie
        LiFePO4, 2 X120 kWh, 400V, 2600kg)
        Man darf gespannt sein was Tesla hier auf die Beine stellt.

      • RealUlli

        Was wiegt der Akku in einem Model S? Ich meine mich zu erinnern, was von 350 kg gelesen zu haben. Nehmen wir das x10 sind wir bei 3.5t und 1 MWh. Das duerfte eine gute Strecke reichen…

        Selbst wenn das schwerer ist als herkoemmliche Antriebstechniken duerfte ein Verlust von 2t Ladekapazitaet bei *massiv* gesunkenen Betriebskosten einen Spediteur nicht abschrecken…

        • Dieslstinker

          naja die Größenordnung von +- 100kWh/100km wird bis zu einem 18 Tonner mit 80-90 km/h schon in etwa stimmen.
          aber ob 1000 km Reichweite immer nötig sind?
          ich denke die Akkugröße wird in ca. 100er kWh Schritten dem Einsatzzweck angepasst.
          Wenn der LKW täglich 2 x von A nach B (300 km Strecke) und zurück fährt. aber jeweils eine Stunde oder mehr Aufenthaltsdauer beim be/ent-laden hat wird man mit 400 oder 500kWh genug Reserve haben.
          das geht sich mit 350 kW superlader sogar nonstop 24/7 aus.
          wenn das ganze noch dazu Fahrerlos funktioniert funktioniert ist es noch unnötiger den Akku so extrem groß zu bauen.
          bald wissen wir mehr.

  • PV-Berlin

    Die LKW werden sicher im Werksverkehr eingesetzt. Daher wird der verbrauch sicher < 100 kWh je 100 km liegen. Warum?

    Im Werksverkehr werden die Bauteile in der Regel schon in den Transportmittel transportierte, die am Band eingebunden werden. Daher wird viel Luft transportiert.

    Ich sehe daher einen Akku von 500 bis 700 kWh als unproblematisch. Ich gehe von den üblichen LKW aus, die in den USA eingesetzt werden.

    Der e-Motor wird ca, 5.000.000 km halten, also Minimum 5 mal so lang, wie ein Diesel dieser Leistungsklasse. Dabei spart Tesla schon mehr als 1.000 Liter Motor Öl ein.

    Da weder Klima noch Heizung in diesem Truck notwendig sind, auch kein Radios, kein pneumatischer Sitz, keine Geräuschdämmung und kein Bett, keine Kaffeemaschine etc. und kein Fahrer a. 20 $ die h sollte Tesla 'knapp' mit plus aus dem Einsatz gehen.