Statt wie zunächst vorgesehen mit lokal produzierten Batterien wurden Model Y aus der deutschen Gigafactory in Grünheide seit ihrem Start mit Energie-Speichern aus China ausgestattet, jetzt aber scheint sich Tesla auf seine früheren Pläne zu besinnen – teilweise jedenfalls. Denn allem Anschein nach stecken in zwei Versionen des in Deutschland produzierten Model Y neuerdings Akkus mit Batterien im Tesla-Format 4680 aus den USA. Für Begeisterung sorgen sie allerdings nicht.
Deutsche Model Y mit 4680-Akku
Deutsche Model Y mit 4680-Akkus aus eigener Fertigung waren nur ein Teil der ehrgeizigen Pläne, die Tesla im September 2020 vorgestellt hatte. Der Standort in Grünheide sollte laut CEO Elon Musk zur größten Zellfabrik der Welt werden, und die billigeren Batterien sollten einen Tesla für 25.000 Dollar möglich machen und auch sonst die weltweite Energie-Transformation vorantreiben. Umgesetzt wurde bislang wenig davon, und der einzige Tesla mit 4680-Akku blieb der Cybertruck.
Entweder weil sich der Pickup schlecht verkauft oder weil die 4680-Produktion in den USA inzwischen ergiebiger ist, scheint Tesla jetzt aber auch für deutsche Model Y selbst produzierte Batterien einzusetzen. Ein erstes Anzeichen dafür gab es schon im Januar. Damals führte Tesla in Europa eine neue Variante des Model Y ein, bezeichnet als „Standard Hinterradantrieb Maximale Reichweite“ (s. Foto). Ihre im Konfigurator angegebene WLTP-Reichweite von 657 km ist höher als bei allen anderen Model Y.
Code spricht für Tesla-Produktion
Angaben zum darin benutzten Akku macht Tesla nicht, aber nach inoffiziellen Informationen steckt in dem Model Y ein Paket mit der internen Bezeichnung 8L. Nachdem für die bisherigen Hauptlieferanten LG Energy die Ziffer 5 und für CATL die 6 verwendet wurde, dürfte 8L einen anderen Hersteller erkennen lassen. Und weitere Daten sprechen dafür, dass es sich dabei um 4680-Batterien von Tesla aus US-Fertigung wie bislang nur im Cybertruck handelt.
https://twitter.com/eivissacopter/status/2008859911997071692
Als Kapazität des 8L-Akkus errechnete ein gut informiertes X-Mitglied netto rund 74 Kilowattstunden. Die hohe Reichweite des neuesten Model Y würde also mit relativ wenig Kapazität erreicht. Im vergangenen Herbst hatte Tesla Model 3 und Model Y mit einem größeren LG-Akku aufgewertet. Bei der Allrad-Version des Model Y sollen mit dem 5M-Paket bis zu 629 WLTP-Kilometer möglich sein. Seine Kapazität ist mit rund 84 kWh jedoch deutlich größer als bei dem 8L-Paket aus Tesla-Batterien.
Tesla-Akku für Model Y Premium
Von den Konfigurator-Änderungen im Herbst 2025 ausgenommen blieb das Model Y Premium mit Hinterrad-Antrieb, obwohl es laut Meldungen in sozialen Medien später ebenfalls mit dem 5M-Akku und damit bis zu 661 Kilometern auf 20-Zoll-Felgen ausgeliefert wurde. Jetzt aber macht Tesla auch dazu neue Angaben – die jedoch nicht für den 5M-Akku sprechen, sondern für 8L wie im Model Y ohne Premium-Zusatz. Als zertifizierte Reichweite auf 20 Zoll sind nur noch 600 Kilometer angegeben, geschätzt für 19 Zoll 629 km.
Damit hätte die Premium-Variante des Model Y mit Heckantrieb ihren Reichweiten-Vorteil gegenüber der einfacheren Ausführung (die kurz den Nachnamen Standard hatte) mehr als verloren. Zudem geht mit der Verwendung der 4680-Batterien offenbar ein Verlust an Bodenfreiheit einher: Für das heckgetriebene Model Y Premium gibt Tesla jetzt 156 Millimeter an, 11 Millimeter weniger als bei der Allrad-Version. Bei den beiden Standard-Versionen ist die Bodenfreiheit mit 164 mm identisch.
Model Y mit 4680-Akku im Ladetest
Mit der 4680-Einführung bei beiden Heckantrieb-Varianten des Model Y ist der größere 5M-Akku nur noch in der Allrad- und in der Performance-Version zu finden. Großes Interesse bestand deshalb an der Ladeleistung des Model-Y-Pakets aus Tesla-Zellen. Auf X gab es dazu am Montag erste Informationen von einem Tesla-Kunden, der vor kurzem ein neues Model Y mit Heckantrieb zum Testen bekam; laut der Angabe YB8LR im Fahrzeug-Schein soll es den 4680-Akku haben.
Die Ladekurve kann ich euch schon zeigen, sie ist aus meinem TeslaMate pic.twitter.com/3sRbtyQiiF
— Ronny ツ (@RonnyGolisch) February 23, 2026
Die erste Ladekurve dazu überzeugte jedoch nicht. Ab einem Akku-Stand von knapp 10 Prozent wurde zwar die maximale Leistung erreicht, diese lag aber meist unter 130 Kilowatt und sank schon bei etwa 50 Prozent unter 100 Kilowatt. Das ist weniger als selbst bei den aktuellen LFP-Batterien in den kleinsten Versionen von Model 3 und Model Y. Die hatten allerdings bei der Einführung ab Ende 2020 ebenfalls für Unruhe gesorgt, bevor Tesla die Ladeleistung mit Software-Updates verbesserte.
