Bild: Tesla-Beschäftigte bejubeln Cybercab-Start (Foto aus Q1-Bericht)
Elon Musk hat Wort gehalten: Im April sollte die Produktion des Tesla Cybercab in Serie beginnen, und an diesem Donnerstag war es tatsächlich so weit. Vorher hatte der CEO allerdings wissen lassen, dass die früher verkaufte Tesla-Hardware doch nicht leistungsfähig genug für autonomes Fahren ist, und die breite Einführung erneut verschoben. Die Gigafactory im deutschen Grünheide will unterdessen 1000 neue Stellen schaffen – und die Preise für manche der dort produzierten Model Y stiegen. Und in Peking stellte der Weltmarktführer CATL spektakuläre neue Elektroauto-Akkus vor.
Musk bremst zum Cybercab-Start
Mit seinen Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 konnte Tesla die Börse am Mittwoch zunächst erfreuen, denn Umsatz und Gewinn fielen höher aus als erwartet. Beim Gewinn lag das allerdings hauptsächlich daran, dass die Investitionen in Q1 weitaus niedriger waren, als nach der Ankündigung von 20 Milliarden Dollar in ganz 2026 geschätzt wurde – und jetzt sollen es sogar 25 Milliarden Dollar werden.
Schon in der Konferenz zu den Q1-Zahlen erwähnte Musk, dass soeben die Produktion des Cybercab begonnen habe, bevor Tesla das am Donnerstag mit Bildern und Videos auf X bekräftigte. Nähere Informationen gab es dazu zunächst nicht, aber in der Konferenz erklärte der CEO, dass trotz des Starts der Produktion mit einer Flut von Cybercabs als autonome Robotaxis vorerst nicht zu rechnen ist. Bei der Einführung von unüberwachtem FSD gehe Tesla sehr vorsichtig vor, wiederholte er. In diesem Jahr seien keine materiellen Einnahmen damit zu erwarten.
HW3-Tausch und AI4.1 angekündigt
Außerdem sprach Musk in der Konferenz eine potenziell teure Upgrade-Aktion an. „Full Self-Driving“ (FSD) wird von Tesla schon seit vielen Jahren verkauft, erst seit Ende 2024 mit dem offiziellen Zusatz „supervised“. Bis 2023 diente als Hardware dafür die auch als FSD-Computer bezeichnete Version HW3, bevor sie von HW4 oder auch AI4 ersetzt wurde. Mit HW3 sei es schlicht nicht möglich, unüberwachtes FSD zu erreichen, sagte Musk jetzt dazu. Für Kunden mit HW3 und bezahlter FSD-Option solle es deshalb Rabatte beim Neukauf oder Angebote zur Umrüstung geben.
Speziell dafür will Musk eigene „Mikro-Fabriken“ bauen, was zeigt, welche Dimension diese Altlast bei Tesla haben könnte. Zudem nährte der CEO Zweifel daran, dass der Nachfolger AI4 für autonomes Tesla-Fahren in der Breite ausreichen wird. Die noch neuere Generation AI5 wird für Elektroautos vorerst nicht gebraucht, erklärte Musk, als vor kurzem deren Design fertiggestellt wurde. Jetzt aber erwähnte er eine Version 4.1 oder 4+ der KI-Hardware mit mehr und schnellerem Arbeitsspeicher, die ab Mitte 2027 verfügbar werde.
Tesla-FSD V15 für mehr Robotaxis
Bei der Software sieht es ebenfalls nicht danach aus, dass Tesla schon den für echte Autonomie in der Breite nötigen Stand erreicht hat. Seit kurzem nutzen Kunden in den USA FSD-Version 14.3, von der Musk zuvor sagte, sie werde das letzte große Puzzle-Stück bringen. Das sei tatsächlich so, erklärte er jetzt – kündigte für Ende 2026 oder Anfang 2027 aber trotzdem FSD V15 an, mit dem die Sicherheit noch einmal ein ganz neues Niveau erreichen werde. Bevor diese Version fertig sei, habe es für Tesla keinen Sinn, im großen Stil unüberwachtes FSD oder Robotaxis einzuführen.
Weitere Verschiebungen gab der CEO in der Q1-Konferenz zum Roboter Optimus und zum Tesla Roadster bekannt. Der Roboter sollte eigentlich vor Ende März in der zur Produktion vorgesehenen v3-Version vorgestellt werden, was Musk schon im Januar in Frage gestellt hatte. Wohl Mitte des Jahres werde Optimus v3 gezeigt, erklärte er jetzt dazu – kurz vor Beginn der Produktion, damit Konkurrenten keine Zeit haben, um den Tesla-Roboter zu analysieren und dann zu imitieren. Zum neuen Roadster, dessen Vorstellung bislang für April anstand, sagte Musk, er werde möglicherweise in etwa einem Monat gezeigt.
Mehr deutsche Model Y, Preis steigt
Wie am Donnerstag der Verband ACEA mitteilte, sind die Neuzulassungen von Elektroautos in Europa im ersten Quartal um gut ein Viertel gestiegen und machten fast 20 Prozent des Gesamtmarktes aus. Bei Tesla war der Anstieg nach dem besonders schwachen Q1 2025 mit 84 Prozent auf 52.600 Elektroautos weit überproportional. Dazu passend meldete der Leiter der deutschen Gigafactory in Grünheide bei Berlin, dass sie im ersten Quartal mit 61.000 Model Y einen neuen Produktionsrekord erreicht habe.
Ab Juli soll die Produktion in der deutschen Tesla-Fabrik um weitere 20 Prozent steigen, kündigte Andre Thierig auf X an. Dafür stelle man 1000 zusätzliche Kräfte ein und gebe 500 Zeitarbeitern einen festen Vertrag. Damit steigt die Zahl der Gigafactory-Beschäftigten wieder in die Richtung der 12.000, die dafür laut Anträgen vorgesehen waren und schon einmal leicht überschritten wurden. Zur Betriebsratswahl bei Tesla Grünheide Anfang März wurde der Stand mit 10.700 beziffert.
📣Great Day for Giga Berlin.
Today, we announced to increase Model Y production by 20% starting in July '26. For this, we are hiring about 1000 new employees, starting in May. Additionally, we are converting 500 temp employees to to permanent.
This follows a record first…
— André Thierig (@AndrThie) April 23, 2026
Die Neueinstellungen sind nach Tesla-Angaben gegenüber der Agentur dpa eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach dem Model Y. Ohne eigens darauf hinzuweisen, hat Tesla in diesem Umfeld zudem die Preise für manche Varianten dieses Elektroautos in manchen europäischen Ländern leicht erhöht. In Deutschland kostet die Basis-Version mit Hinterrad-Antrieb weiterhin 39.990 Euro, von denen man weiterhin 3000 Euro Tesla-Bonus abziehen kann. Die Premium-Versionen und das Model Y Performance aber wurden jeweils 1000 Euro teurer.
Elektroauto-Laden mit über 1 MW
In Peking begann unterdessen am Freitag die Messe Auto China 2026. Insbesondere inländische Hersteller zeigen dort, was sie inzwischen können. Tesla ist nicht vertreten, andere westliche Unternehmen wie Volkswagen setzen in China inzwischen auf lokale Technik, um wieder Anschluss zu finden. Vor Beginn der Messe gab es zudem eine Veranstaltung von CATL, dem größten Batterie-Hersteller der Welt. Wie der kleinere Konkurrent BYD, der auch eigene Elektroautos baut, will CATL beim Laden die Megawatt-Grenze überschreiten.
On April 21, 2026, CATL officially unveiled its next-generation battery portfolio, including the Third-Generation Shenxing Superfast Charging Battery, the Third-Generation Qilin Battery, the Qilin Condensed Battery, the Second-Generation Freevoy Super Hybrid Battery, and the… pic.twitter.com/hrmB3cv7nN
— CATL (@catl_official) April 22, 2026
BYD hatte schon im März die zweite Generation seiner Blade-Batterie für „Blitz-Laden“ mit 1 Megawatt präsentiert und ist dabei, sein Netz an ultraschnellen Ladestationen aufzubauen. Das konterte CATL jetzt mit einer Reihe eigener Innovationen. Eine davon ist die dritte Generation der Shenxing-Batterie, wie bei BYD auf LFP-Basis. Laut CarNewsChina lässt sie sich innerhalb von 6,5 Minuten von 10 Prozent bis 98 Prozent laden, noch etwas schneller als bei BYD. Eine Ladeleistung wurde nicht genannt, doch sie dürfte sogar jenseits von 1 Megawatt liegen.

