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Tesla-Woche 25/26: Model Y L aus USA, FSD-Debatte, Cybercab-Daten, Musk droht ZDF

21. Juni 2026 | Kommentieren

Screenshot

Bild: Tesla

Das Elektroauto-Geschäft von Tesla in Europa zieht in diesem Jahr kräftig an: In Deutschland zum Beispiel hat die Marke bis Mai schon mehr verkauft als in ganz 2025. Dabei warten Interessierte immer noch auf das Model Y L, das in China seit fast einem Jahr auf dem Markt ist – und bald wohl auch die USA erreicht. Gleichzeitig regt sich Widerstand gegen die EU-Zulassung der Tesla-Assistenz FSD. Das Tesla Cybercab wiederum können private Kunden vorerst nicht kaufen, aber dazu wurden jetzt detaillierte Daten bekannt. Und Elon Musk als der CEO von all dem und mehr geriet ein weiteres Mal in Konflikt mit dem deutschen ZDF.

Model Y L aus Tesla-Fabrik Texas

Mit dem Model Y L (s. Foto oben) präsentierte Tesla für China schon im Sommer 2025 einen Ableger seines Bestsellers mit verlängertem Radstand und dadurch Platz für sechs Sitze in drei Reihen. Zusätzlich zeichnet es sich durch einen aufgewerteten Innenraum und erhöhte Akku-Kapazität aus, die nach chinesischer Norm 751 Kilometer Reichweite ermöglicht. Dieses Elektroauto weckte auch im Westen Interesse. Tatsächlich wurde im Dezember 2025 eine europäische Typ-Genehmigung für das Tesla Model Y L erteilt. Für die USA schloss CEO Elon Musk einen Start vor Ende dieses Jahres aus.

Inzwischen gibt es das Model Y L auch auf einigen kleineren Märkten wie Malaysia und (für Tesla) Indien – und wie es aussieht, wird es auch in den USA nicht mehr lange auf sich warten lassen. Im April wurde der verlängerte Tesla erstmals auf US-Straßen gesehen und Ende Mai auf dem Gelände der Fabrik in Fremont. Dazu berichtete jetzt Not a Tesla App, dass die Produktion des Model Y L in der Gigafactory in Texas bereits konkret vorbereitet wird. Der Verkauf solle nach derzeitigen Planungen im August oder September beginnen, also früher, als Musk im August 2025 gesagt hatte.

Nachdem Tesla die Produktion des großen SUV und der Premium-Limousine Model S eingestellt hat, wäre auch in Europa Platz für ein Model Y in verlängerter Form. Der Markstart muss jedoch nicht unbedingt zeitgleich mit dem in Nordamerika oder sogar früher erfolgen. Denn die Typ-Genehmigung für die EU bezieht sich auf Fahrzeuge aus der Gigafactory in China, die zuletzt auch ohne Model Y L für Europa fast voll ausgelastet war. Gleichzeitig kündigte der Chef der deutschen Tesla-Fabrik in einem Interview zwar mehr eigene Model Y ab Juli an, Hinweise auf die Langversion aber gab er nicht.

Irreführende Tesla-Daten zu FSD?

Eher früher als später dürfte das Model Y L trotzdem auch nach Europa kommen oder dort produziert werden. In der Zwischenzeit arbeitet Tesla weiter daran, für sein Assistenz-System FSD Supervised eine Zulassung in der gesamten EU zu bekommen. Den Anfang dabei hatten im April die Niederlande mit einer Ausnahme-Genehmigung gemacht. Bislang vier kleine Länder schlossen sich an, und auf technischer Ebene wird derzeit eine Übernahme für den gesamten EU-Raum diskutiert. Nach vielen positiven Stimmen meldeten sich jetzt kritische dazu.

Mit Blick auf die USA hatte vor kurzem die Nachrichten-Agentur Reuters berichtet, dass die von Tesla vorgelegten Vergleiche zwischen Autos mit und ohne FSD-System in die Irre führen. Nach Angaben des Unternehmens kommt es mit dieser Unterstützung bis zu zehnmal seltener zu Unfällen. Sicherheitsforscher kritisierten diese Angabe als irreführend, weil mehrere Faktoren einen direkten Vergleich unzulässig machten. Wie Reuters am Montag weiter berichtete, soll Tesla mit solchen Daten auch vor europäischen Behörden argumentiert haben.

Auf Anfrage der Agentur wies die niederländische RDW die Vorstellung zurück, das Tesla-System allein auf Grundlage von Daten des Unternehmens erlaubt zu haben. Das fand jedoch wenig Gehör – anders als wenige Tage später ein weiterer Reuters-Artikel. Darin ging es um eine Stellungnahme, in der sich die schwedische Behörde TRV gegen die EU-weite FSD-Zulassung ausspricht, weil man dem System vorgeben kann, Tempolimits zu überschreiten. Wenn Tesla das nicht ändert, will Schweden gegen die Zulassung stimmen. Das wurde in vielen deutschen Berichten aufgegriffen – man kann es jedoch auch so lesen, dass das Land ansonsten keine Probleme mit FSD sieht.

Technische Daten für Tesla Cybercab

In den USA nutzt Tesla sein FSD teils schon in unbeaufsichtiger Form. Zudem werden immer wieder neue Cybercabs auf dem Gelände der Gigafactory in Texas gesehen. Nach Tesla-Angaben wurde das erste davon im Serienformat im Februar gebaut und im April begann die Produktion. Auf dem Zweisitzer ruhen große Hoffnungen – mit Lenkrad und Pedalen für Menschen soll es ihn nicht geben, aber millionenfach als rein autonomes Robotaxi. Zum Kauf wird das Cybercab bislang nicht angeboten, aber trotzdem hat Tesla es jetzt bei der Umwelt-Behörde EPA registriert, und diese Anmeldung enthält technische Kerndaten.

Laut dem EPA-Dokument wiegt das Tesla Cybercab etwas mehr als 1400 Kilogramm und damit rund 350 Kilogramm weniger als das kleinste Model 3. Das wird unter anderem mit einem Akku mit nur rund 50 Kilowattstunden Kapazität erreicht. Gleichzeitig ist das Cybercab nach den Angaben der erste Tesla mit reinem Frontantrieb, bei einer für die Marke bescheidenen Leistung von 222 PS. Als berechnete Reichweite werden 673 Kilometer genannt. Angesichts der Akku-Größe wäre das spektakulär viel, der letztliche EPA-Wert dürfte laut Berichten niedriger sein.

Millionen Tesla-Optionen ausgeübt

Elon Musk zeigte sich unterdessen weiterhin viel mit SpaceX beschäftigt, der von ihm gegründeten Weltraum-Firma, die Mitte Juni an die Börse ging und dort Tesla auf Anhieb weit hinter sich ließ – bei der Bewertung wie beim gehandelten Volumen. Mit dem SpaceX-Börsengang wurde der Multi-Unternehmer zum ersten Dollar-Billionär der Welt. Verspätet konnte er jetzt zudem von seiner Arbeit bei Tesla seit 2018 profitieren: Der Erfolgsbonus dafür in Form von Optionen für 304 Millionen Aktien wurde ihm gerichtlich erst aberkannt und dann wieder zugesprochen – und jetzt übte Musk diese Tesla-Optionen mit einem rechnerischen Gewinn von 115 Milliarden Dollar aus.

All das Geld und der Erfolg haben ihn jedoch nicht weniger kämpferisch gemacht. Vor gut fünf Jahren legte er sich wegen eines Berichts über den Bau der deutschen Tesla-Fabrik mit dem ZDF-Magazin Frontal an, weil es eine Twitter-Nachricht von ihm nicht vollständig wiedergegeben hatte. Der Sender und seine gesamte Reaktion sollten sich schämen, schrieb der Tesla-Chef, nachdem Fans die Darstellung als manipulativ bezeichnet hatten. Rechtliche Folgen hatte der Beitrag nicht – aber in einem neuen Fall will Musk das ZDF nicht so einfach davonkommen lassen.

Musk will Aufklärung über ZDF-Beitrag

Dieses Mal geht es nicht um Tesla, sondern um den CEO persönlich. In seinem mittlerweile eigenen Medium X (inzwischen zusammen mit xAI ein Teil von SpaceX) unterstützt er immer wieder rechte Persönlichkeiten in den USA wie Europa. In Großbritannien verbreitete er Anfang Juni eine Nachricht des Aktivisten Tommy Robinson weiter, der nach einem Messer-Mordversuch in Belfast zu Protesten aufgerufen hatte. Nur mit wiederholten und lauten Protesten könne man etwas ändern, kommentierte Musk den Beitrag.

Für den Online-Kanal ZDF heute live reichte das offenbar aus, um in einer Anmoderation zu behaupten, Musk und Robinson hätten zu der „Jagd auf Migranten“ aufgerufen, zu der es anschließend kam. In dem halbstündigen Beitrag wird dieser Vorwurf gegen den Tesla-Chef nicht belegt – streng genommen nicht einmal direkt angesprochen. Nach einer Intervention eines von ihm beauftragten Anwalts entfernte der Sender die Behauptung aus der Anmoderation. Das geschah schon am Freitag, aber noch am Montag drohte Musk dem ZDF auf X eine Klage an, die zutage bringen solle, „welcher Kretin diese furchtbare Lüge geschrieben hat“.

During the lawsuit against them, we will find out exactly which cretin wrote this terrible lie

— Elon Musk (@elonmusk) June 15, 2026

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Tags: Cybercab, Elon Musk, FSD, Model Y, Tesla

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