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Tesla-Woche 39/26: Semi-Start, EU-FSD später, Büro brennt, Optimus-Leak, Laden mit 2,2 MW

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Bild: @TeslaNewswire

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Noch nicht in Europa, aber immerhin in den USA liefert Tesla jetzt die Serien-Version seines Sattelschleppers Semi aus. Auf sich warten lässt auch das Assistenz-Systems FSD Supervised in der EU, in diesem Fall aus regulatorischen Gründen. In Berlin verübten Unbekannte unterdessen einen Brandanschlag auf von Tesla genutzte Büros, und die App des Unternehmens könnte das Aussehen der dritten Generation seines Roboters Optimus verraten haben. Und chinesische Elektroauto-Hersteller überbieten sich gegenseitig (sowie Tesla) mit immer höheren Ladeleistungen.

Tesla eröffnet Semi-Fabrik in Nevada

Seit August schürte Tesla die Neugier auf die Neuvorstellung seines Sattelschleppers Semi, der erstmals schon 2017 präsentiert wurde und 2019 in die Produktion gehen sollte. Am Donnerstag dann begannen in der Semi-Fabrik in Nevada feierlich die Auslieferungen an Kunden, nachdem Tesla ab Ende 2022 nur Pilot-Exemplare verfügbar gemacht hatte. Gegenüber dem ersten Semi hat sich die Serien-Version technisch stark verändert, wurde bei dem Termin deutlich. Geblieben ist es aber bei den 800 Kilometern Reichweite, die Tesla schon 2017 nannte.

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Das gilt zumindest für die USA, während Tesla in Europa zunächst nur die kleinere von zwei Semi-Versionen mit 550 Kilometern ausliefern will. Gebaut werden sie alle in der gleichen Fabrik in Nevada. Tesla-CEO Elon Musk nahm wegen eines Abendessen mit US-Präsident Trump und dessen chinesischen Amtskollegen Xi nicht an dem Event in der Fabrik teil. In einer Video-Botschaft sprach er von einer bereits langen Warteliste für den Tesla Semi. Außerdem kündigte er „Selbstfahr-Funktionen“ für mehr Komfort und Sicherheit beim Fahren des E-Sattelschleppers an.

FSD-Abstimmung in EU kommt später

Damit bekräftigte Musk eine Ankündigung von Ende Juli, laut der auch der Semi bald FSD Supervised bekommen soll, also das weit reichende Assistenz-System wie in den Elektroautos von Tesla. Bei Pkw braucht es in den USA keine gesonderte Zulassung und kann seit Jahren in immer weiter verbesserten Versionen genutzt werden; Model Y und Cybercabs mit noch neuerer FSD-Version und verbesserter Hardware werden in zwei Bundesstaaten auch als Robotaxis ohne Aufpasser an Bord eingesetzt. In der EU dagegen benötigt das System behördliche Genehmigungen.

Mit Tschechien erteilte jetzt das siebte Mitgliedsland eine Ausnahme-Erlaubnis dafür. Die laut Tesla für Anfang Oktober geplante FSD-Abstimmung auf EU-Ebene jedoch wurde erst einmal verschoben. Davon berichtete Reuters unter Berufung auf die Tagesordnung des zuständigen Ausschusses. Die nächste Gelegenheit soll es erst im Dezember geben. Um überwachtes FSD in der ganzen EU nutzbar zu machen, müsste eine qualifizierte Mehrheit der Mitglieder dafür stimmen. Große wie Deutschland und Frankreich zeigten sich abwartend und nehmen eigene FSD-Tests vor.

Feuer in Tesla-Büro in Berlin

CEO Musk ließ anhaltendes Interesse an der europäischen FSD-Zulassung erkennen, indem er die Nachricht von der späteren EU-Abstimmung auf X mit einem „seufz“ kommentierte. In Deutschland wurde sein Unternehmen unterdessen offenbar erneut Ziel eines Anschlags. In der Nacht auf Donnerstag wurde laut Tagesspiegel Rauch in einem Büro im Osten Berlins festgestellt, das unter anderem von Tesla genutzt wird. An die Glas-Fassade wurde in riesigen Buchstaben „Tesla“ und ein X gesprüht. Die Feuerwehr konnte den Brand im Inneren rasch löschen, Verletzte gab es nicht.

Laut Polizei übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen in dem Fall von „Sachbeschädigung durch Feuer und Farbschmiererei“. Eine anonyme Gruppe schrieb im Internet von einem Angriff auf Tesla. Ein Video dazu scheint die Aktion zu zeigen, begründet mit der Ablehnung von Tesla und Musk sowie seines „Kumpanen“ Peter Thiel, der für eine Preis-Entgegennahme in Berlin erwartet wurde. Der Fall wäre schon der dritte Brandanschlag gegen Tesla und die deutsche Gigafactory in Berlin und Umgebung, nachdem im März 2024 ein Strommast und im Februar 2025 ein Kabelschacht der Bahn brannte.

Hat Tesla Optimus-Design verraten?

Das nächste große Zukunftsprojekt von Tesla ist laut Musk der humanoide Roboter Optimus, von dem eine Weile wenig Konkretes zu hören war. Auch hier scheint es jedoch voranzugehen. Mitte September wurde von intensiven Vorbereitungen für den Einkauf von Optimus-Komponenten in China berichtet, und wie sich jetzt zeigte, hat Tesla möglicherweise selbst das Aussehen der dritten Generation seines Roboters verraten. Offenbar waren Bilder mit der Kennzeichnung “gen3“ schon seit einer Weile in der Tesla-App für Android hinterlegt.

Zudem soll die Optimus-Produktion in Fremont inzwischen auf einige 100 pro Woche gestiegen sein, zehnmal so viele wie in Q2, berichtete am Freitag Electrek unter Berufung auf The Information. Jedoch sollen insbesondere die komplizierten Hände noch Probleme machen. Tesla setze die meisten produzierten Roboter intern für Tests und Daten-Sammlung ein; das Training selbst für einfache Aufgaben dauere Tage. Als Konsequenz sei geplant, die humanoiden Maschinen anfangs nur zu vermieten statt zu verkaufen, und das nur an Kunden mit ähnlichen Anforderungen.

Megawatt-Wettkampf bei China-Elektroautos

Chinesische Konkurrenten waren laut Berichten der Grund dafür, dass Tesla aus der Entwicklung eines kompakten Elektroautos ausgestiegen ist, um sich voll auf autonomes Fahren und Roboter zu konzentrieren. Wie die Lage heute wäre, wenn CEO Musk den Kurs zum größten Auto-Hersteller der Welt fortgesetzt hätte, ist offen. So aber entsteht der Eindruck, dass Tesla wie der Rest der westlichen Welt bei Elektroautos gegenüber China technisch ins Hintertreffen geraten ist.

Der Tesla Semi lädt in den USA mit bis zu 1,2 Megawatt an einem Netz von speziellen Megachargern, das gerade erst entsteht. In China stellte BYD schon 2025 Laden mit 1 MW und mehr für seine Pkw vor und meldete vor kurzem, mehr als 10.000 Stationen für „flash charging“ mit bis zu 1,5 MW installiert zu haben. Wie CnEVPost berichtet, will der lokale Konkurrent Geely mit den Marken Lynk & Co und Zeekr das noch übertreffen: Eine neue Batterie-Generation soll zusammen mit speziellen Säulen mit bis zu 2,2 MW Leistung Laden 10-70 Prozent innerhalb von 4.5 Minuten ermöglichen, etwas schneller als beim Blitz-Laden von BYD.

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