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Tesla-Woche 42/26: Alles über Roadster, Messe in Paris, Grünheide wächst, Restwert-Studien

18. Oktober 2026 | Kommentieren

tesla roadster neu seite

Bild: Tesla

Der neue Roadster ist immer noch nicht fertig entwickelt. Das wurde am Freitag klar, nachdem Tesla in einer spektakulären Show mit Flugeinlagen und Drehungen in der Luft eine grundlegend veränderte Version des 2017 angekündigten Elektro-Renners präsentiert hatte. Bei einer Messe in Paris zeigte Tesla unterdessen das Cybercab und traf dort auf viele andere Elektroautos, die man anders als das Robotaxi und den Roadster bald kaufen kann. In Grünheide wird die Verdoppelung der Kapazität der deutschen Gigafactory konkret, und nicht nur die dort produzierten Elektroautos erwiesen sich erneut als wertstabil.

Tesla Roadster mit Flug-Stunts

Sie werden es mitbekommen haben: Am Donnerstag hat Tesla den neuesten Roadster präsentiert – und das Elektroauto (s. Foto oben, ausnahmsweise stehend) kann mit optionalen Druckluft-Triebwerken von SpaceX nicht nur fliegen, sondern sich sogar in der Luft drehen. Vier Stunt-Einlagen zeigte Tesla bei der Veranstaltung an einem SpaceX-Standort in Texas. Einmal kopfüber vom Ende einer Looping-Rampe und zweimal vom Boden aus verließ der Roadster vertikal die Fahrbahn, um dann sicher zu landen, jeweils nach Drehungen in der Luft und in einem Fall mit Überfliegen aller restlichen Tesla-Modelle.

Ohne SpaceX-Technik funktioniert das Festsaugen des Tesla Roadster am Boden mit Hilfe von Ventilatoren. Die Abtriebskraft soll bis zu 2 g betragen und reichte aus, um das Elektroauto auf einer Rampe sowohl in der senkrechten als auch kopfüber fahren oder stehen zu lassen. Zusammen mit aktiver Aerodynamik soll das auf normalen Straßen zu beispiellosen Fahrleistungen beitragen. Dieses Ziel war schon bei der ersten Roadster-Präsentation im November 2017 zu hören. Damals wollte Tesla es allerdings noch mit reiner Elektroauto-Technik erreichen.

Tesla spart an technischen Daten

Mit dem früheren Prototypen verbindet den jetzt vorgeführten Roadster auch optisch nur noch wenig. Nicht nur verlor er die zwei hinteren Sitze und hat damit nur noch vordere Türen, die jetzt zudem wie beim Tesla Cybercab nach schräg oben öffnen. Insgesamt wurde der Roadster keilförmiger und erinnert damit stärker an den Cybertruck (und manche auch an Lamborghini). Die vorderen Scheinwerfer wurden zu winzigen Schlitzen, die Rücklichter zu einem durchgehenden Band wie bei aufgefrischten Model Y.

Wenn Sie bis hierhin wenig über Elektroauto-Daten des Roadster gelesen haben, liegt das daran, dass Tesla bei der Show in Texas praktisch nichts dazu sagte. Parallel wurden jedoch die Webseiten für den Roadster aktualisiert. Diesen kann man entnehmen, dass es ihn in drei Versionen geben soll: als Performance nur mit Boden-Sauger und Aerodynamik, als Thrust-Ausführung mit vier Druckluft-Düsen am Heck und in der als Rocket bezeichneten Top-Version, die mit sechs weiteren Düsen unten und vorne als einzige die Flug-Kunststücke bietet, aber nur einen einzigen Sitzplatz.

Raketen-Roadster nicht für die Straße

Den Raketen-Roadster wird man nach Aussage von CEO Musk bei der Veranstaltung hauptsächlich besitzen und nicht unbedingt fahren können – und schon gar nicht auf öffentlichen Straßen. Das Gleiche könnte für die Thrust-Version mit vier Space-Triebwerken gelten, die Tesla auf seiner Website als „rennbereit“ beschreibt. Straßentauglich soll nach diesen Angaben allein der Roadster Performance sein. In Interviews zum Start stellten Tesla-Manager allerdings noch eine weitere Version ohne SpaceX-Technik in Aussicht.

Unter anderem Top Gear bekam den neuen Tesla Roadster vorab zu sehen und Informationen von Chef-Designer Franz von Holzhausen und Fahrzeug-VP Lars Moravy, die später mit Musk durch die Show führten. In dem Bericht ist von einem Basis-Roadster mit bereits mehr als 1000 PS unterhalb der Performance-Version die Rede. Zudem hat das Elektroauto offenbar in allen Ausführungen nur Heckantrieb, aber mit zwei Motoren. Die System-Spannung soll 800-1000 Volt betragen, die Reichweite aller Versionen mehr als 300 Meilen. An anderer Stelle wurde eine Akku-Kapazität von 115 Kilowattstunden erwähnt.

Tesla will 4680-Leistung steigern

Die soll sich laut Moravy zudem schneller wieder auffüllen lassen als bei allen anderen Elektroautos von Tesla. Der Manager sprach von 10 Minuten für das Laden von 15-85 Prozent, wobei an V4-Superchargern von Tesla eine Leistung oberhalb von 500 Kilowatt möglich sei. Für den Roadster würden die eigenen 4680-Batterien optimiert, und die wegen der hohen Antriebsleistung nötige Kühlkapazität lasse sich auch für schnelleres Laden nutzen.

Also hat Tesla am Donnerstag eigentlich zwei unterschiedliche Konzepte öffentlich gemacht. Das eine ist das Raketen-Auto, von dem CEO Musk seit 2018 schwärmte und für das Tesla jetzt 250.000 Dollar Anzahlung will – für die nicht fliegende Version Thrust, während der Top-Roadster Rocket sogar nur auf Tesla-Einladung hin zu reservieren ist. Das andere ähnelt dem Roadster von 2017 viel stärker. Bei der Performance-Version sind Saugsystem und Aerodynamik-Tricks hinzugekommen, bei der bei TopGear erwähnten Basis möglicherweise nicht einmal das.

Tesla- und Smart-Zweisitzer in Paris

Bei all dem blieb die Frage offen, wann man den neuen Tesla kaufen kann, ob mit oder ohne Raketen-Technik; weltweit reservieren ließ er sich schon seit einer Weile wieder, nach dem Event unterteilte Tesla die Bestell-Seite in die drei Versionen von Performance bis Rocket, ohne ein späteres Basis-Modell zu erwähnen. Als geplanten Start der Produktion nannte Musk jetzt 2028. Bis dahin könnte nach all den Jahren zumindest der Performance-Roadster bereit für öffentliche Straßen sein. Laut der Reservier-Vereinbarung befindet er sich allerdings immer noch „in der Entwicklung“.

Mit dem spektakulären Roadster-Event in Texas ab der Nacht auf den deutschen Freitag übernahm Tesla quasi das Internet. So geriet auch die fast gleichzeitige Vorstellung der für die Porsche-Zukunft stehenden Verbrenner-Studie Mission S in den Hintergrund. Vorher aber gab es reichlich Elektroauto-Neuigkeiten aus Paris. Die Musk-Marke zeigte beim dortigen Auto-Salon das Cybercab, das bislang nur in manchen US-Bundesstaaten fahren darf. Smart stellte dem autonomen Tesla mit dem #2 ein ebenfalls zweisitziges Mini-Elektroauto für Menschen am Steuer entgegen.

Europa vs. China auf Elektroauto-Messe

Die einstige Daimler-Marke gehört heute zu gleichen Teilen Mercedes-Benz aus Deutschland und Geely aus China, was Symbolwert hat: Die Messe in Paris war auch ein Kräfte-Messen zwischen Deutschland und Europa als alte Auto-Region und China als die neuere. Nach manchen Berichten meldete sich Europa in Paris zurück für die Elektroauto-Zukunft. Ein US-Beitrag sah europäische Hersteller mit ihren optischen Retro-Anleihen und mäßiger Technik in der Defensive, während chinesische immer besser würden. In Paris standen fünf Serienautos, die für Laden 10-80 Prozent weniger als 11 Minuten brauchten, alle aus China.

BYD promises 100 stations by end of year 🇪🇺

And the first BYD (Atto 8?!) announced that can flash charge in Europe #alwaysbecharging #moreplugs
⚡️⚡️⚡️ pic.twitter.com/UFbH4QreEO

— Felix Hamer • electricfelix (@electricfelix) October 12, 2026

Eines davon ist der BYD Atto 8, den der inzwischen klar größte Elektroauto-Hersteller der Welt als sein erstes Modell mit der Fähigkeit zu „flash charging“ nach Europa bringt. Dieses blitzschnelle Laden mit 1 Megawatt hatte BYD zunächst in China eingeführt und begonnen, ein Netz von eigenen Stationen dafür aufzubauen. In Europa sollen bis Ende des Jahres 100 davon entstehen und bis Ende 2027 mehr als 3000, hieß es in Paris.

Deutsche Tesla-Fabrik soll wachsen

Tesla will mit dem Roadster Nachladen von 70 Prozent der Akku-Kapazität innerhalb von 10 Minuten erreichen, sagte Moravy jetzt dazu, also den Wert, mit dem mehrere chinesische Elektroautos schon am Markt sind. Dazu werden laut dem Tesla-Manager die eigenen 4680-Batterien weiterentwickelt, die bislang im Cybertruck und manchen deutschen Model Y stecken und für nur durchschnittliche Ladeleistung bekannt sind. Dem Verkaufserfolg in Europa tut das keinen Abbruch. Allein in Deutschland haben sich die Tesla-Neuzulassungen in 2026 bislang verdreifacht. Und die lokale Gigafactory soll bald noch einmal größer werden.

Das ist eigentlich schon seit Mitte 2023 bekannt. Etwa ein Jahr nach der Aufnahme des Betriebs in der Fabrik in Grünheide stellte Tesla erste Anträge für den Ausbau des Standorts auf die doppelte Kapazität. Um Zeit zu sparen, kündigte das Unternehme ein schrittweises Vorgehen an, doch dann war lange nichts von der geplanten Verdoppelung der Kapazität in Grünheide auf 1 Million Elektroautos pro Jahr zu hören. Einer der Gründe dafür könnte gewesen sein, dass die Tesla-Verkäufe in Europa 2024 und 2025 sanken.

Weiteres Elektroauto aus Grünheide?

In diesem Jahr aber erholen sie sich nicht nur in Deutschland, und die Pläne für die Vergrößerung der deutschen Tesla-Fabrik scheinen konkreter zu werden. Im Dezember sollen laut lokalen Berichten Anträge unter anderem für eine zweite Produktionshalle eingereicht werden und der Bau 2027 beginnen. Zuvor hatte das Land Brandenburg die Produktion von jährlich 500.000 Elektroautos in der Gigafactory genehmigt. Bislang beträgt die installierte Kapazität aber nur 375.000 Model Y pro Jahr, die nach Tesla-Angaben in diesem Oktober erstmals erreicht werden sollen.

Das wirft die Frage auf, warum trotzdem eine neue Halle mit der gleichen Maximal-Kapazität gebaut werden soll. Weil für das Model Y noch Platz in der ersten ist, wäre denkbar, dass in Grünheide noch ein anderes Elektroauto von Tesla entstehen soll. CEO Musk sprach vor kurzem davon, dass die deutsche Fabrik auch das Cybercab und den Sattelschlepper Semi produzieren könnte. Das Model 3, das bislang aus China nach Europa kommt, erwähnte er nicht, und auch keinen kompakten Tesla, wie er laut Berichten für das autonome Cybercab aufgegeben wurde.

Tesla Model Y mit höchstem Restwert

Auf jeden Fall stehen die Zeichen am Standort Grünheide und damit für Europa offensichtlich auf Wachstum. Dass sich die Elektroautos trotz noch ausstehender EU-Zulassung des Systems FSD Supervised (neuerdings Tesla Assisted Driving) wieder gut verkaufen, könnte auch damit zusammenhängen, dass sie sich als sehr wertstabil erweisen. Dazu kam jetzt eine neue Analyse heraus, die ein weiteres Mal das Tesla Model Y beim Restwert ganz vorn sieht, in diesem Fall auf europäischer Ebene.

Sie stammt von Aampere, nach eigenen Angaben eine europaweite Handelsplattform für gebrauchte Elektroautos, die dafür 5000 Transaktionen ausgewertet hat. Demnach wird das Model Y nach 36 Monaten noch für 57,6 Prozent seines Neupreises gehandelt, gefolgt vom Model 3 mit 55,9 Prozent. Mit etwas Abstand ebenfalls über 50 Prozent sieht Aampere BMW iX3 und Skoda Enyaq, und als Nummer 5 beim Restwert den Hyundai Ioniq 5 mit 48,4 Prozent.

Neuer BMW iX3 bei Restwert-Prognose vorn

Eine weitere aktuelle Restwert-Studie aus Deutschland kommt zu anderen Ergebnissen, basiert aber nicht auf festgestellten Gebrauchtpreisen, sondern auf prognostizierten. Daraus berichtete am Freitag Auto-Bild auf Basis von Analysen von JDPower Schwacke. Der Bericht enthält jeweils nur die Besten verschiedener Kategorien. Die elektrische „Kompakt- bis Oberklasse“, zu der wohl das Tesla Model 3 gehört, soll mit 51,4 Prozent des Neupreises nach drei Jahren der Audi A6 Avant e-tron anführen. Bei E-SUV dieser Klassen lag mit 57,7 Prozent der erst vor kurzem gestartete neue BMW iX3 vorn.

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Tags: 4680, Elektroauto, Giga Berlin, Ladeleistung, Restwert, Roadster, Tesla

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