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Tesla-Woche 32/26: Model Y L in Tests, Musk-Image, Terafab-Standort, FSD-Lite-Probleme

9. August 2026 | 5 Kommentare

tesla spacex terafab cgi luft

Bild: SpaceX (computergeneriert)

Elon Musk liebt Superlative, und zur Bekanntgabe des Standorts für die Chip-Terafab von Tesla und SpaceX hatte er jetzt gleich mehrere zu verkünden; außerdem ging eine neue Megapack-Fabrik in Betrieb und Milliarden-Pläne für Photovoltaik wurden konkreter. Das in Europa noch nicht erhältliche Model Y L sammelte in den USA unterdessen positive Kritiken – und die nur dort verfügbare Light-Version von FSD soll Hardware-Probleme bereiten. Beim Elektroauto-Verkauf in Europa erlebte Tesla im Juli einen Rückschlag, was laut Umfragen mit einem negativen Musk-Effekt zusammenhängen könnte.

KI-Chips von SpaceX und Tesla

Schon zur Eröffnung im April 2022 war die Gigafactory bei Austin im US-Bundesstaat Texas eine Fabrik der Superlative. CEO Musk bezeichnete sie als die nach dem umbauten Volumen größte Produktionsstätte der Welt, mit mehr (geplanter) Auto-Kapazität als jede andere in den USA und die modernste, die es auf der Welt je gegeben habe. Inzwischen stehen auf dem riesigen Gelände weitere Gebäude, für KI-Training, Kathoden- und Batterie-Produktion, Lithium-Raffinierung und den Tesla-Roboter Optimus.

Letzterer war für Musk noch vor kurzem das wichtigste Zukunftsprojekt für Tesla, wurde in dieser Rolle aber inzwischen abgelöst. Im März verkündete der CEO beider Unternehmen, dass Tesla und SpaceX zusammen KI-Chips in beispiellosen Ausmaß produzieren wollen. Wie einige Jahre zuvor bei Batterien für Elektroautos und stationäre Akkus begründete er das damit, dass Zulieferer den enormen Bedarf der nahen Zukunft allein nicht decken könnten.

Musk-Superlative für Terafab

Manche Analysten rechnen mit dreistelligen Milliarden-Kosten für das Projekt. Jetzt wurde der Standort dafür bekannt: Die Terafab wird laut einer Mitteilung von SpaceX im Grimes County angesiedelt, etwa 120 Meilen westlich der Gigafactory. Hinsichtlich Mission wie schierer Größe werde sie „episch“ sein und moderne Produktion zurück in die USA holen. Musk ergänzte, die fertige Terafab (s. Abbildung oben) werde 50-mal so groß sein wie das Pentagon, und das „bei weitem größte und wertvollste Gebäude auf Erden“.

Terafab Texas will be the largest and most valuable building on Earth by far.

And it will be stunningly beautiful. pic.twitter.com/4NweOqTL7y

— Elon Musk (@elonmusk) August 6, 2026

Wie die Kosten-Teilung zwischen Tesla und SpaceX aussieht, ist nicht bekannt. Möglicherweise spielt das bald auch keine Rolle mehr, denn eine Fusion unter Musk gilt als fast sicher. Mit dem Terafab-Projekt kooperieren beide enger als je zuvor und wollen mit dort produzierten Chips zusammen auch KI-Rechenzentren im Weltraum installieren. In der Zwischenzeit investieren sie massiv in fremde Chips. Allein SpaceX gab in Q2 rund 16 Milliarden Dollar für neue KI-Infrastruktur aus und will laut Musk Ende 2027 auf 5-10 Gigawatt Rechenleistung kommen.

Fabriken für Megapack und Photovoltaik

Angesichts der Terafab-Superlative wäre fast untergegangen, dass Tesla in der zurückliegenden Woche eine weitere Megapack-Fabrik in Betrieb nahm und Eckdaten für eine neuerdings geplante eigene Photovoltaik-Produktion bekannt wurden. Bei der Megafactory in Brookshire, ebenfalls in Texas, handelt es sich um die dritte von Tesla weltweit. Mit einer Kapazität von 50 Gigawattstunden an Speichern pro Jahr ist sie als die größte davon ausgelegt. Zudem scheint sie als erste die dritte Generation des Megapack mit mehr Kapazität pro Einheit zu produzieren.

Megapack 3 is officially rolling off the line at our newest Megafactory in Brookshire, Texas!

The factory went from groundbreaking to operation in just 16 months & has a designed capacity of 50 GWh/year dedicated to Megapack 3 pic.twitter.com/PJTyboJCcp

— Tesla Megapack (@Tesla_Megapack) August 6, 2026

Außerdem konkretisieren sich die im Januar überraschend verkündeten neuen Tesla-Pläne für die Produktion eigener Photovoltaik-Module. Laut dem Houston Chronicle steht der Standort für die erste Solarzellen-Fabrik zwar noch nicht endgültig fest, aber Tesla habe in Ford Bent County in Texas bereits Steuer-Erleichterungen dafür beantragt. Nach den Angaben im Antrag will Tesla dort 10,1 Milliarden Dollar investieren und den Betrieb im Jahr 2029 aufnehmen.

Alte Tesla-Hardware wird Belastung

Derzeit lässt Musk also allerorten bauen – Tesla plane die schnellste Industrie-Skalierung seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte er Ende Juli. Ein Teil des üppigen Kapitals für diese Investitionen kam allerdings durch eine Ankündigung in die Kasse, die immer noch nicht eingelöst ist: Schon seit 2016 konnten Tesla-Kunden die Aussicht auf autonomes Fahren mitbestellen – die Hardware sollte reichen, die Software bald folgen. In der Realität aber gibt es in der Breite immer noch kein autonomes Tesla-Fahren, und frühere Hardware scheint schon mit weniger überfordert zu sein.

In 2019 führte Tesla den so genannten FSD-Computer ein, der autonomes Fahren bis Ende 2020 ermöglichen sollte. Stattdessen kam Ende 2023 die nächste Hardware-Generation, die dann als HW4 oder AI4 bezeichnet wurde. Auch HW3 sollte zumindest für immer besseres FSD-Fahren unter menschlicher Aufsicht ausreichen, doch im April nahm Musk davon Abstand und kündigte Umrüstungen auf die neue Tesla-Hardware an. Später hieß es, mit HW3 gehe doch noch etwas. Seit Juli bekommen US-Kunden damit eine Light-Version der aktuellen FSD-Software (FSD 14 Lite).

FSD-Daten für EU sollen geheim bleiben

Selbst die aber scheint die frühere Autopilot- oder FSD-Hardware zu überfordern. Dafür sprechen aktuelle Beschwerden von Tesla-Besitzern mit HW3 in sozialen Medien. Bei mehreren soll das automatisierte Fahren mit FSD 14 Lite abrupt ausgefallen sein. In manchen Fällen kam es nach einer Weile wieder zurück, mindestens zwei aber berichteten von dauerhaften Ausfällen und möglichen Hardware-Schäden. Hier scheint der alte FSD-Computer zu heiß geworden zu sein. Wie verbreitet das Problem ist, wurde zunächst nicht klar. Tesla äußerte sich nicht dazu.

Kunden in Europa müssen solche HW3-Probleme nicht fürchten – weil sie überwachtes FSD, wenn überhaupt, nur mit der neuesten Hardware-Version AI4 nutzen können. In den Niederlanden gab die Behörde RDW Tesla die EU-weit erste Genehmigung dafür. Weitere kleine Länder schlossen sich an, große wie Deutschland und Frankreich zeigten sich vor einer möglichen EU-Abstimmung im Herbst abwartend. Zu diesem Thema meldete jetzt die Agentur Reuters, Tesla habe von Behörden in sechs Ländern verlangt, bestimmte FSD-Testdaten keinesfalls zu veröffentlichen.

Umfragen: Musk schadet Tesla-Image

Für CEO Musk ist die FSD-Zulassung in ganz Europa ein wichtiger Faktor für mehr Elektroauto-Verkäufe. In der ersten Hälfte dieses Jahres kamen sie auch so in Gang – um im Juli aber einzubrechen, wie jetzt bekannt wurde. In Deutschland zum Beispiel sanken die Tesla-Verkäufe in dem Monat um zwei Drittel, in Norwegen sogar um 97 Prozent, in Großbritannien um 48 Prozent. Eine positive Ausnahme war mit plus 86 Prozent Frankreich. Insgesamt sah es nach der Europa-Zunahme um rund 50 Prozent in Q2 nach einem Minus für Tesla im Juli aus.

Zum Teil könnte das logistische Gründe haben – die Zahlen für August und zu Zulassungen deutscher Model Y außerhalb Europas dürften bald mehr Aufschluss bringen. Allerdings wurde jetzt von zwei Umfragen berichtet, laut denen Musk den deutschen und europaweiten Tesla-Verkäufen direkt schadet. „Der Marktanteil könnte viel höher sein, wenn er sich politisch nicht so positioniert hätte“, wird einer der Marktforscher mit Blick auf Musks Unterstützung für US-Präsident Trump und die deutsche AfD zitiert.

Drastischer sind die Ergebnisse einer Umfrage, an der laut InsideEVs 1861 Verbraucher aus der ganzen EU teilnahmen. Demnach erhielt Musk eine Netto-Zustimmung von -31, und 39 Prozent der Befragten gaben an, er habe ihre Tesla-Wahrnehmung negativ beeinflusst. 13 Prozent sahen sich positiv beeinflusst, 35 Prozent gar nicht. Damit soll Musk (wieder wegen seiner politischen Aktivität) für die Marke Tesla und ihre Verkäufe in Europa schädlicher sein als Verbindungen des chinesischen Konkurrenten BYD zur Regierung.

Verlängertes Model Y in US-Tests

Bei solchen Ergebnissen ist der positive Trend bei den Tesla-Verkäufen im ersten Halbjahr erstaunlich. Offenbar wird der Musk-Effekt bei manchen Kunden von der Attraktivität der Elektroautos überwogen – und hinzu kommt die Minderheit, die den CEO unterstützt. In den USA hat Tesla nach dem Ende von Model X und Model S zudem das Model Y als L-Version mit längerem Radstand und sechs Sitzen auf den Markt gebracht. Neben Influencern bekamen jetzt auch klassische Medien Gelegenheit, es zu testen. Die Bewertung fiel ziemlich einhellig gut aus.

Für Familien sei der neue Tesla das Richtige, zieht etwa eine Testerin für Car and Driver als Fazit. Mögliche dritte und vierte Kinder sollten dabei aber nicht älter als etwa zehn Jahre sein, damit es in der dritten Reihe nicht zu eng wird. Laut dem Bericht des Magazins sind insbesondere die mittleren zwei Plätze hochwertig, vorne kamen verlängerbare Sitzflächen hinzu. Technisch hat das Model Y L für den US-Markt eine etwas größere Batterie und etwas mehr Leistung als die reguläre Version. Das Fahrverhalten wird als dynamisch, stabil und komfortabel beschrieben.

Tesla Model Y L aus Deutschland?

Bei so viel Lob stellt sich für Europäer (wenn sie sich an CEO Musk nicht zu sehr stören) erst recht die Frage, wann Tesla das Model Y L zu ihnen bringt. Eine EU-Genehmigung dafür liegt laut einem Leak schon seit Ende 2025 vor, bezogen auf Elektroautos aus der Gigafactory in China, wo das verlängerte Model Y weltweit zuerst herauskam. Alternativ könnte der Sechssitzer in der Gigafactory im deutschen Grünheide produziert werden, deren installierte Kapazität Tesla ab Oktober erstmals voll ausnutzen will, wie es im Juni hieß.

Passend dazu

  • Screenshot Tesla-Woche 27/26: Model Y L, Miami-Robotaxi, Cybercab in Austin, FSD 14 Lite, starkes Q2
  • tesla bildschirm fsd v14 lite Aktuell: Tesla-Kunden mit Light-Version von FSD melden ausfallende Computer-Hardware

Tags: Elon Musk, FSD, Megapack, Model Y, Photovoltaik, Terafab, Tesla, Verkaufszahlen

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