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Tesla-Woche 26/26: Giga Berlin boomt, Energie-Deals, FSD-Klagen, Rüffel für SRF, Semi auf Eis

28. Juni 2026 | Kommentieren

Screenshot

Bild: @danWpriestley

Passend zur Hitze in Europa lieferte Tesla in der zurückliegenden Woche Energie-Nachrichten: Ein britischer Versorger kauft massenhaft Megapacks, und in den USA entsteht ein verteiltes Kraftwerk für KI-Strom. Zudem soll die deutsche Gigafactory bald ihre installierte Kapazität voll nutzen, was noch einmal 1000 neue Jobs bedeutet. Viel negative Aufmerksamkeit erzeugte dagegen ein Unfall in Texas, bei dem ein wohl vom FSD-System gelenktes Model 3 eine Frau tötete. Der Schweizer Rundfunk SRF erhielt für einen Tesla-Bericht einen offiziellen Rüffel, und der E-Sattelschlepper Semi durfte zeigen, wie er auf vereisten Straßen zurechtkommt.

Deutsche Tesla-Fabrik schafft Jobs

Die Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin wird wieder zum Job-Motor. Nachdem die Zahl der dort Beschäftigten zwischenzeitlich auf unter 11.000 gesunken war, kündigte der Werksleiter Andre Thierig schon im April 1000 Neueinstellungen an, um die Produktion von Model Y um 20 Prozent zu steigern. Im Mai folgte darauf die Information, dass Tesla in Grünheide ab 2027 auch eigene Batterien produzieren will, wofür mittelfristig weitere 1500 Arbeitskräfte gebraucht würden. Und jetzt kündigte Thierig noch einmal 1000 neue Jobs in der Elektroauto-Produktion und deren weitere Steigerung um 20 Prozent an.

Erst im Juni nannte er eine konkrete Zahl, von der aus die zweimalige Erhöhung beginnen soll: Aktuell produziere Tesla in Grünheide 5200 Model Y pro Woche, und ab Juli solle dieser Wert auf 6200 steigen, sagte er in einem Fan-Interview. Am Donnerstag bekräftigte Thierig das zunächst in einer Betriebsversammlung und dann in einer X-Nachricht. Zusätzlich kündigte er die Steigerung um die nächsten 20 Prozent auf 7500 Model Y pro Woche ab Oktober zusammen mit den weiteren 1000 neuen Jobs an, die dafür entstehen sollen.

NEWS: Giga Berlin keeps expanding!
Just recently we announced:
– increase of vehicle production from 5000 to 6200/week starting from July, creating 1000 new jobs
– substantial investments into our cell factory to enable 18 GWh of 4680 manufacturing capacity starting from 2027,… pic.twitter.com/AvnfQOnXoV

— André Thierig (@AndrThie) June 25, 2026

Wenn sie Thierigs Ziel erreicht, würde die deutsche Tesla-Fabrik erstmals die volle Kapazität nutzen, die dort nach Angaben in Quartalsberichten installiert ist: 375.000 Model Y pro Jahr, nachdem es 2025 wohl nur knapp mehr als 200.000 waren. Trotzdem bleibt noch Raum für Wachstum, denn genehmigt sind jährlich 500.000 Elektroautos aus Grünheide. Wenn Tesla alle angekündigten Neueinstellungen vollzieht, dürfte die Gesamtzahl der Jobs dort an 15.000 heranreichen – während der Volkswagen-Konzern laut aktuellen Berichten seine Abbau-Pläne drastisch verschärft.

25-100 GWh an Megapacks für Europa

Nach zwei Jahren mit weltweit sinkenden Verkäufen in Folge ist das Tesla-Geschäft mit Elektroautos in diesem Jahr insbesondere in Europa auf Erholungskurs. Hinzu kommt die Energie-Sparte, die vor allem mit dem Großspeicher Megapack schon im vergangenen Jahr rapide gewachsen ist. Im ersten Quartal von 2026 enttäuschte die neu installierte Kapazität, aber das dürfte nicht lange so bleiben. Denn am Dienstag gab Tesla seinen bislang wohl größten Megapack-Auftrag überhaupt bekannt.

Er kommt von dem britischen Versorger NatPower und umfasst nach den Angaben dazu zunächst 25 Gigawattstunden. Diese verteilen sich auf fünf Standorte in Großbritannien und Italien, an denen Tesla die Megapacks installieren soll, damit sie sich mit Hilfe seiner Software Autobidder am Stromhandel beteiligen können. Dies ist zudem nur die erste Phase eines europaweiten Programms von NatPower mit Tesla, bei dem es insgesamt um ein Volumen von 100 Gigawattstunden geht. Das wäre fast dreimal so viel, wie ganz Europa 2025 an Speicher-Akkus in Betrieb hatte.

Tesla plant verteiltes Kraftwerk für Ki

Unter anderem um das Megapack ging es auch bei der Energie-Messe The Smarter E, die ab Dienstag in München stattfand. Dort war Tesla wie im Vorjahr mit einem Stand vertreten und zeigte Kunden außerdem nach eigenen Angaben zum ersten Mal in Deutschland das Produkt Megablock, also vier Megapack-Einheiten der dritten Generation zusammen mit Transformator. Die nächste wichtige Energie-Nachricht von Tesla-Seite kam dann aber nicht aus München, sondern aus den USA.

Megablock lands in Germany!⚡️

Recap of Mega Munich where our team hosted customers for technical deep dives on everything from fire safety, to grid compliance, and controls pic.twitter.com/EompNlIh8J

— Tesla Megapack (@Tesla_Megapack) June 24, 2026

Dort nämlich will das Unternehmen mit zwei Partnern aus der Branche das bislang größte verteilte Kraftwerk des Landes und wahrscheinlich auch der Welt realisieren, wie es am Mittwoch hieß. Dabei geht es um eine Leistung von 16 Gigawatt, die großen KI-Firmen und Versorgern flexibel zur Verfügung gestellt werden könne. Weil das Kraftwerk nicht neu gebaut wird, sondern auf vielen kleinen Batterien und Solaranlagen sowie steuerbaren Verbrauchern bei den Teilnehmern basiert, soll alles ganz schnell gehen – laut dem Partner Sunrun innerhalb von Monaten, nicht Jahren.

1 Jahr Robotaxi-Dienst in Texas

Mit dem verteilten Giga-Kraftwerk dockt Tesla ein weiteres Mal an das große Thema KI an, in dem laut CEO Elon Musk ohnehin die Zukunft des Unternehmens liegt. Konkret sollten künstlich intelligente Elektroautos selbstständig fahren und humanoide Optimus-Roboter Arbeiten aller Art verrichten. In jüngerer Vergangenheit kamen Pläne für eine riesige Chip-Fabrik und für KI-Rechenzentren im Weltraum hinzu, beides zusammen mit SpaceX, das seit dem Börsengang im Juni sogar wertvoller ist als Tesla.

1 year of Robotaxi https://t.co/BvfzxHL3vC

— Tesla Robotaxi (@robotaxi) June 22, 2026

Autonome Elektroautos will Tesla mit seinem auf Kameras und KI basierenden FSD-System realisieren. Einige Dutzend Model Y fahren damit bereits als Robotaxis in drei texanischen Städten, während Kunden das System noch beaufsichtigen müssen. Am Montag erinnerte Tesla an den Start dieses Dienstes in Austin vor einem Jahr. Die Reaktionen darauf waren allerdings verhalten bis spöttisch – im Juni 2025 und zu späteren Gelegenheiten hatte Tesla-Chef Musk eine viel schnellere Robotaxi-Expansion in Aussicht gestellt, als bislang realisiert wurde.

Tödlicher Unfall mit Tesla Model 3

Getrübt wurde die Freude über den Robotaxi-Jahrestag zusätzlich durch einen Unfall, bei dem ein Model 3 in Texas von der Straße abkam und in ein Haus raste, wodurch dessen Bewohnerin ums Leben kam. Der Fahrer überlebte und sagte laut NBC News der Polizei, sein „automatisiertes Fahrassistenz-System“ sei aktiviert gewesen. Musk bezweifelte das auf X, indem er erklärte, in Wohngebieten fahre FSD stets langsam. Am Dienstag schrieb sein KI-Chef Ashok Elluswamy auf X, der Fahrer des Model 3 habe das System „manuell überstimmt“, indem er bis zum Crash Vollstrom gab.

Yup. In this case, the driver manually overrode self-driving by pressing the accelerator all the way to 100% of the accel pedal in this residential area. They reached a speed of 73 mph during the crash, and had the accelerator pressed even after the crash.

— Ashok Elluswamy (@aelluswamy) June 22, 2026

Gelenkt aber dürfte FSD dann immer noch haben, statt mit einer Tempo-Warnung frühzeitig auszusteigen, was manche als gefährliche Schwäche des Systems ansahen. Was genau bei dem tödlichen Unfall mit Tesla in Texas passiert ist, dürften jedenfalls sorgfältig geklärt werden: Neben dem örtlichen Sheriff-Büro wollen sich auch die Verkehrsbehörde NHTSA und die Sicherheitsbehörde NTSB in Untersuchungen damit beschäftigen, wie sie nacheinander bekanntgaben.

Tesla schließt Vergleich in FSD-Prozess

Außerdem wird der Unfall ein Nachspiel vor Gericht haben, denn wie NBC News berichtet, hat die Familie der Getöteten Tesla und den Fahrer des Model 3 verklagt; beiden wirft sie Fahrlässigkeit vor. Welche Summe erstritten soll, blieb zunächst offen, aber es ist nicht der erste Prozess um FSD-oder Autopilot-Tote für Tesla. Im Juli 2025 wurde das Unternehmen zu 243 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt. Außerdem gab es mehrere Vergleiche zu unbekannten Summen – und laut Bloomberg jetzt einen weiteren.

Dabei geht es um einen Unfall im November 2023, bei dem ein Tesla Model Y im FSD-Modus auf einem Highway eine Frau überfuhr, die aus ihrem Auto ausgestiegen war, um den Verkehr um eine frühere Kollision herumzulenken. Die Sicht auf der Straße war durch die tief stehende Sonne beeinträchtigt. Laut Electrek sagte Teslas KI-Chef in diesem April, seit einigen Monaten prüfe das FSD-System, ob die Kameras gut genug sehen können, und sei andernfalls nicht aktivierbar. Vorher scheint es eine solche Absicherung also nicht gegeben zu haben. Insofern könnte der Vergleich für Tesla teuer gewesen sein.

Tesla Semi zeigt Können auf Eis

Eine visuell kühle Abwechslung mit technisch interessantem Inhalt lieferte das Unternehmen unterdessen am Donnerstag auf X. Der für das Programm zuständige Manager Dan Priestley veröffentlichte ein Video aus eisiger Umgebung, das die Fähigkeiten der dynamischen Fahrzeug-Kontrolle beim Tesla Semi demonstrieren soll. Darin zieht der elektrische Sattelschlepper eine nach Angaben von Priestley schwere Last über eine Eisfläche. Nach einer starken Lenkbewegung beginnt der Auflieger auszubrechen (s. Foto oben), pendelt sich dann aber wieder ein.

Let's talk Vehicle Dynamics Control (VDC). With high resolution sensing and precise multi-motor controls developed in-house, the Tesla Semi provides torque and stability even on the trickiest of winter surfaces. pic.twitter.com/xNvCgyQCFc

— Dan Priestley (@danWpriestley) June 25, 2026

Selbst auf den schwierigsten Winter-Oberflächen biete der Semi dank präziser Sensoren und Motor-Steuerung Drehmoment und Stabilität, kommentierte Priestley diese Aufnahmen. Warum sie mitten im Sommer veröffentlicht wurden, ließ er offen – aber die Promotion auf X könnte auf baldige Verfügbarkeit des lange überfälligen Tesla-Sattelschleppers hinweisen. Ende April hatte Tesla den ersten Semi aus der „high volume“-Produktion in Nevada gemeldet, Auslieferungen wurden seitdem aber nicht bekannt. Nach früheren Angaben soll vor Europa Nordamerika versorgt werden.

SRF für Tesla-Beitrag gerügt

Eine für Musk erfreuliche Nachricht schließlich kam zum Abschluss des ersten Halbjahrs 2026 aus der Schweiz – wobei mangels einer Reaktion nicht sicher ist, ob er sie überhaupt zur Kenntnis genommen hat. Veröffentlicht wurde sie am Mittwoch von der Ombudsstelle Deutschschweiz der Gesellschaft SRG, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Schweiz betreibt. Demnach haben sich mehrere Bürger bei der Stelle über einen Bericht von SRF Online über Tesla-Unfälle mit Autopilot-Beteiligung beschwert. Dieser Beitrag verstieß gegen das Sachgerchtigkeitsgebot, stellte die Ombudsstelle fest.

Die SRF-Redaktion verteidigte sich damit, den Artikel auf Grundlage eines Videos des Partner-Sender RTS erstellt zu haben. Sie räumte aber auch Unzulänglichkeiten ein und nahm „erhebliche“ Anpassungen vor. Die Ombudsstelle entschied jetzt nur über die ursprüngliche Fassung, verlangte aber offenbar keine weiteren Änderungen. Tesla-CEO Musk dürfte dieser quasi-amtliche Rüffel für unsaubere Arbeit des Schweizer Fernsehens freuen. Erst vor kurzem ließ er das deutsche ZDF eine Anmoderation entfernen, laut der er zu einer „Jagd auf Migranten“ aufgerufen hatte, und drohte dem Sender zur Aufklärung „dieser schrecklichen Lüge“ eine Klage an.

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Tags: FSD, Giga Berlin, Klage, Megapack, Semi, Tesla

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