Die Nachricht des Tages bei Tesla wäre am Mittwoch eigentlich die Veröffentlichung der Verkaufszahlen für Q1 2025 gewesen. Mit nur 336.681 ausgelieferten Elektroautos fielen sie schwächer aus als am Markt nach bereits stark gesenkten Prognosen erwartet – und trotzdem drehte die Tesla-Aktie knapp zwei Stunden nach Eröffnung der US-Börsen klar ins Plus. Auslöser dafür waren jedoch nicht die Daten zum ersten Quartal, sondern die Meldung, dass CEO Elon Musk seine Arbeit für US-Präsident Trump bald offiziell einstellen will.
Tesla-Anleger forderten Rückzug
Das hätten die beiden vor einigen Tagen gemeinsam entschieden, berichtete Politico um 11.17 New Yorker Ortszeit unter Berufung auf Trump-Vertraute. Für Musk sei es Zeit, sich wieder seinen Unternehmen zuzuwenden, obwohl der Präsident weiterhin zufrieden mit ihm sei. Die Tesla-Aktie, die mit einem Verlust von gut 5 Prozent in den Handel gegangen war und einen Teil davon bereits aufgeholt hatte, schoss nach der Veröffentlichung bis zu gut 5 Prozent ins Plus und blieb bis Handelsschluss auf diesem Niveau.
Einige Insider der Regierung Trump und viele Verbündete hielten Musk für unberechenbar und zunehmend für eine Belastung, berichtet Politico weiter. Hinzu kommt, dass der Tesla-Chef am Tag zuvor eine Niederlage in seinem Bemühen einstecken musste, einem von ihm präferierten Kandidaten für den Supreme Court von Wisconsin zum Sieg zu verhelfen. Das hatte er zuvor zu einer entscheidenden Frage für die Menschheit erklärt und unter anderem mit zwei Schecks über 1 Million Dollar für Besucher einer Veranstaltung unterstützt.
Laut dem Politico-Bericht zeichnete sich ein baldiger Rückzug von Musk aus seiner Arbeit für Trump in der DOGE-Kommission für staatliche Effizienz ab Ende März ab und es gab Andeutungen dazu. Gleichzeitig wurde er von manchen Tesla-Anlegern gefordert, die mangelnde Aufmerksamkeit des CEO für das Elektroauto-Unternehmen beklagten. Zudem führte die enge Verbindung zwischen Musk und Trump dazu, dass Tesla zum Ziel von weltweiten, teils gewalttätigen Protesten und die Marke unbeliebter wurde. Eine inoffizielle Rolle als Berater soll der Unternehmer jedoch behalten.
Trump wollte Musk länger halten
Derzeit hat Musk den Status eines „Special Government Employee“, der innerhalb von 365 Tagen maximal 130 Tage lang genutzt werden kann und in dieser Zeit Ausnahmen von Compliance-Regeln erlaubt. Ende Mai wären sie für den Tesla-Chef aufgebraucht, wenn man ab der Trump-Amtseinführung im Januar rechnet. Ein baldiges Ausscheiden aus der offiziellen Rolle bei DOGE war insofern zu erwarten. Allerdings hatte es zuvor geheißen, Trump suche nach Möglichkeiten, den von ihm seinerseits unterstützten Tesla-Chef (s. Foto oben) länger als die vorgesehenen 130 Tage wirken zu lassen.
Yeah, fake news https://t.co/nPhTpZj3Fc
— Elon Musk (@elonmusk) April 2, 2025
Am Nachmittag in den USA äußerte sich die Trump-Sprecherin Karoline Leavitt zu dem Bericht, indem sie ihn auf X als „Müll“ bezeichnete. Musk wie Trump hätten öffentlich erklärt, dass Musk sich von der „unglaublichen“ Arbeit als DOGE- Sonderbeschäftigter zurückziehen werde, wenn sie abgeschlossen sei, schrieb sie. Das könnte als Bestätigung eines nahen Rückzugs verstanden werden. Der Tesla-Chef selbst schrieb dazu später jedoch „yeah, fake news“, als hätte die Sprecherin dementiert.