Die Verkaufszahlen von Tesla im ersten Quartal 2025 haben die im Vorfeld gesenkten Erwartungen der Börse noch einmal deutlich verfehlt. Insgesamt lieferte das Unternehmen in dem Zeitraum 336.681 Elektroautos aus, wie es am Mittwoch vor US-Börseneröffnung mitteilte. Das waren rund 13 Prozent weniger als im ersten Quartal von 2024, in dem Tesla ebenfalls weniger verkauft hatte als im Vorjahr. Analysten hatten zuletzt zwar mit einem weiteren Rückgang bei den Verkäufen zu Beginn von 2025 gerechnet, aber nicht in dem jetzt gemeldeten Ausmaß. Aktualisierung: Die Aktie stieg trotzdem – aber aus einem anderen Grund (s. ganz unten).
Tesla-Aktie nur zu Auftakt schwach
Nachdem die Konsens-Schätzung zu Beginn dieses Jahres noch bei rund 450.000 Elektroautos und damit erheblichem Wachstum gegenüber Q1 2024 gelegen hatte, sank sie bis Anfang dieser Woche auf nur noch 373.000 Tesla-Auslieferungen in Q1 2025. Schon das hätte einen weiteren leichteren Rückgang gegenüber Anfang 2024 bedeutet, doch tatsächlich wurden jetzt selbst besonders pessimistische Erwartungen verfehlt.
Die Auswirkungen auf die Tesla-Aktie blieben mit einem Minus von rund 5 Prozent kurz nach US-Eröffnung zunächst dennoch mäßig. Im Verlauf des Vormittags drehte sie sogar ins Plus. Analysten bezeichneten die Q1-Daten als Enttäuschung, senkten ihre Prognosen zu Verkauf und Gewinn im ganzen Jahr und sagten voraus, dass Kollegen nachziehen würden. Manche verwiesen jedoch auch auf langfristige Tesla-Chancen mit autonomen Fahren und Robotern, an denen sich nichts geändert habe. Im Durchschnitt wurde zuvor für 2025 wie von Tesla im Januar angekündigt eine Rückkehr zu Wachstum bei den Elektroauto-Auslieferungen erwartet.
Neues Tesla Model Y bremst Produktion
Die eigene Produktion im ersten Quartal 2025 beziffert Tesla in der kurzen Meldung von Mittwoch auf 362.615 Elektroautos, etwa 16 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Umstellung der Linien für das Model Y in allen vier Fabriken habe zu mehreren Wochen verlorener Produktion geführt, heißt es dazu. Der Hochlauf bei der Produktion des im Januar aufgefrischt präsentierten Bestseller-Elektroautos von Tesla verläuft nach den Angaben weiterhin gut.
Beinahe einen Rekord erreichte Tesla bei der in Q1 2025 neu installierten Kapazität an stationären Speichern wie vor allem dem Megapack: Mit 10,4 Gigawattstunden war sie etwa 2,5-mal so hoch wie Anfang 2024 und lag nur wenig unter dem bisherigen Höchstwert von 11 Gigawattstunden Ende 2024. Hier macht sich weiterhin die speziell für die Megapack-Produktion errichtete Tesla-Fabrik in Kalifornien bemerkbar. Eine weitere in China ist seit diesem Februar in Betrieb.
Update: Aktie profitiert von Musk-Meldung
Aktualisierung: Wie sich herausstellte, reagierte der Markt nach dem Auftakt-Minus doch nicht positiv auf die Q1-Daten, sondern auf eine andere Meldung: Laut dem Online-Magazin Politico will Tesla-CEO Elon Musk schon bald seine Tätigkeit als Berater für US-Präsident Trump offiziell einstellen, um sich stärker um seine Unternehmen zu kümmern. Das sollen beide zusammen vor einigen Tagen entschieden haben. Zuvor hatten sowohl Musk als auch Trump diesen Schritt angedeutet. Inoffiziell soll der Tesla-Chef Berater bleiben und gelegentlich im Weißen Haus zu sehen sein.