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Tesla-Woche 24/26: Billionär Musk, Robotaxi-Regeln, FSD-Aufruf in EU, Instant-Supercharger

tesla supercharger station fold-up v4

Bild: Tesla

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Die Welt hat ihren ersten Dollar-Billionär und eine Reihe neuer Millionäre – denn am Freitag vollzog SpaceX seinen Börsengang, der Elon Musk über die Billionen-Grenze hob und manche frühen Beschäftigten dank Aktienboni siebenstellige Vermögen bescherte. Ungefähr das gleiche Kunststück hatte Musk zuvor mit Tesla gezeigt, und für manche Analysten ist eine Fusion der beiden Unternehmen nur eine Frage der Zeit. Aus der Elektroauto-Welt gab es unterdessen Nachrichten zu vorgefertigten Supercharger-Stationen, Notfall-Regeln für die Robotaxis von Tesla und einer Initiative für die Zulassung von überwachtem FSD in Europa.

SpaceX mit Bilderbuch-Börsenstart

Für die Finanzwelt war der Börsengang von SpaceX seit Monaten das bestimmende Thema, und Ende der zurückliegenden Woche wurde er erfolg- und rekordreich Realität: Am Donnerstag gab das Unternehmen bekannt, für alle angebotenen 555.555.555 Aktien zu je 135 Dollar Käufer gefunden zu haben – offenbar problemlos, denn nach Berichten war die Emission fünffach überzeichnet. Als Bewertung von SpaceX zum Ausgabe-Preis ergaben sich damit rund 1,75 Billionen Dollar, mehr als bei jedem Börsengang zuvor.

Selbst die aktuelle Bewertung von Tesla nach 16 Jahren Nasdaq-Notierung von gut 1,5 Billionen Dollar übertraf SpaceX damit auf Anhieb. Die eingenommenen rund 75 Milliarden Dollar sind ebenfalls ein historischer Höchstwert. Am Freitag wurde die neue Aktie zudem zum ersten Mal an der Börse gehandelt. Schon der erste Kurs gegen Mittag Ortszeit lag deutlich über dem IPO-Preis, und bis Handelsschluss wurde daraus ein Plus von gut 19 Prozent auf 160,95 Dollar – praktisch ein Bilderbuch-Start.

Musk sogar ohne Tesla Billionär

Musk als der CEO und größte Anteilseigner von Tesla wie SpaceX hatte schon mit dem erfolgreichen Aktien-Verkauf am Donnerstag die Schwelle zum Billionär überschritten, berichtet Reuters. Mit dem Anstieg am Freitag ließ er sie sogar ein gutes Stück hinter sich, zumal Tesla anders als zum Teil befürchtet zunächst nicht von der neuen Musk-Aktie belastet wurde, sondern ebenfalls stieg. Tatsächlich ist mittlerweile allein sein Anteil an SpaceX mehr als 1 Billion Dollar wert, denn schon zum IPO-Preis bezifferte ihn Reuters auf 866 Milliarden Dollar.

Nach dem guten Start am Freitag ist SpaceX an der Börse jetzt etwa 1,5-mal so viel wert wie Tesla. Sollte es zu solchen Kursen zu einer Fusion der beiden Musk-Unternehmen kommen, hätten frühere SpaceX-Aktionäre also die Mehrheit – und Musk die volle Kontrolle über das gemeinsame Gebilde, denn bei der Weltraum-Firma hat er sich mit einer speziellen Aktien-Klasse eine dauerhafte Mehrheit gesichert, wie Morningstar anmerkte. Mit einem Zusammenschluss der beiden Unternehmen, die immer breiter kooperieren, wird zum Teil fest gerechnet. Dazu trug auch die SpaceX-COO Gwynne Shotwell bei, die in einem Interview sagte, dieser Schritt würde Musks Leben leichter machen.

Notall-Regeln für Tesla-Robotaxis

Eine Gemeinsamkeit von Tesla und SpaceX ist auch, dass in ihren Bewertungen viel Zukunftshoffnung steckt, während das aktuelle Geschäft vergleichsweise bescheidene Umsätze liefert. Noch einzulösen ist etwa Musks Ankündigung von autonomem Fahren weltweit mit Tesla. Hier geht es seit langem nur in Trippelschritten voran. Wirklich autonome Fahrzeuge zumindest auf Stufe 4 der internationalen Klassifikation betreibt Tesla bislang nur in Texas, zuletzt 69 Model Y. Und zu dem damit betriebenen Robotaxi-Dienst wurde jetzt ein interessantes Dokument bekannt.

Es trägt den Titel „Information für Rettungskräfte“ für den „Dienst mit autonomen Fahrzeugen“. Ein Verweis auf Texas ist nicht enthalten, also dürfte es allgemein gelten. Die Angaben darin bestätigen zum einen, dass Tesla sich tatsächlich auf Autonomie-Stufe 4 angekommen sieht, also Fahren ohne menschliche Aufsicht in definierten Bereichen und unter definierten Bedingungen. Zum anderen zeigen sie, mit welchem konkreten Problemen sich ein Robotaxi-Anbieter beschäftigen muss. So schaltet Tesla den autonomen Modus ab, wenn eines seiner Robotaxis von einem Einsatz-Fahrzeug (das dafür mit aktivem Blaulicht und Sirene folgen soll) gestoppt wird.

Tesla-Besitzer wollen Europa-FSD

In Europa sind solche Fragen noch nicht aktuell, denn hier hat gerade erst die Einführung von FSD in überwachter Form begonnen, das nur ein umfangreiches Assistenz-System darstellt. Den Anfang in der EU machte im April die niederländische Behörde RDW mit einer Ausnahme-Genehmigung für Tesla-FSD. Mit Litauen und Estland schlossen sich wenig später zwei weitere Länder an, und in der zurückliegenden Woche folgten darauf Dänemark und Belgien. Im letzten Fall wurde dies zwar noch nicht von Tesla selbst bekannt gegeben, aber auf X von einer Ministerin der Region Flamen, nach deren Angaben ihre Entscheidung für ganz Belgien gilt.

Größere Länder zeigen sich in FSD-Hinsicht zurückhaltender und verweisen auf eine mögliche Entscheidung auf EU-Ebene, mit der die Ausnahme zur Regel in der ganzen Union werden würde. Die nächste Sitzung des Technik-Ausschusses ist für Ende Juni angesetzt, vorerst ohne Abstimmung über die Tesla-Frage. Ein wenig Druck könnten europäische Tesla-Besitzer bei dieser Gelegenheit aber ausüben: Auf X rief ein recht bekannter aus den Niederlanden zu einem europäischen „Take-Over“ am 30. Juni in Brüssel auf: Möglichst viele sollen an dem Tag in die EU-Hauptstadt kommen, um Teilnehmern der Sitzung ihr überwachtes FSD zu demonstrieren.

V4-Supercharger zum Ausklappen

Ebenfalls in Europa beginnt Tesla jetzt damit, die neue Generation seiner vorgefertigten Supercharger-Stationen einzuführen. Ohne den genauen Standort zu verraten, meldete das Unternehmen am Mittwoch auf X die erste Installation einer solchen „fold up“-Ladestelle auf dem Kontinent. Die wichtigste Neuerung daran ist die Tatsache, dass die Tesla-Säulen im v4-Design von einem Schaltschrank der gleichen Generation versorgt werden, der bis zu 500 Kilowatt Leistung liefern kann. Mit dem bislang eingesetzten V3-Cabinet sind maximal 325 Kilowatt möglich.

Wie Tesla im März zu den ersten Sofort-Superchagern auf kompletter v4-Basis in den USA in diesem März mitteilte, besteht eine Einheit aus einem Cabinet und acht Säulen. Zwei solcher Einheiten passen auf einen Lastwagen, weil die Beton-Basis platzsparend gefaltet (und sogar mit ausziehbaren Laternen-Masten) transportiert wird. Laut Tesla wird die Installation dadurch schneller und billiger. Das trägt zu moderaten Preisen für Ladestrom bei – wovon nach der Öffnung der Tesla-Supercharger für Fremdmarken auch andere Elektroauto-Fahrer profitieren.

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