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Tesla-Woche 22/26: Model 3 Plaid, FSD Estland, Level 4 in Texas, Kamera-Patent, Ferrari-Sound

31. Mai 2026 | Kommentieren

tesla model-3 performance facelift

Bild: Tesla (Model 3 in Performance-Version)

Die dominierende Elektroauto-Nachricht der Woche war klar der Ferrari Luce als das erste Fahrzeug des italienischen Herstellers mit dieser Antriebsart, weshalb wir hier ebenfalls einen Blick darauf werfen. Von Tesla kam unterdessen Information, dass nach dem Ende des Model S ein Model 3 mit dem rasanten Plaid-Antrieb möglich wäre. Mit Estland hat außerdem das dritte Land in der EU das Assistenz-System FSD Supervised zugelassen, und in Texas fährt es laut Tesla mittlerweile unüberwacht auf Autonomie-Stufe 4. Und ein neues Patent könnte das Problem mit verschmutzten Kameras für das FSD-System lösen.

Tesla Model 3 Plaid möglich

Seit Mitte Mai sind Model S und Model X endgültig Geschichte, und für Europäer bedeutet dass, dass sie keinen Tesla mit dem Plaid-Antrieb aus drei Motoren mehr neu kaufen können, der Anfang 2021 für die beiden Premium-Modelle eingeführt wurde. Schon bevor deren Produktion endete, gab es Spekulationen, Tesla könne auch Model 3 und Model Y Plaid auf den Markt bringen, als Alternative oder Nachfolger für deren Performance-Versionen. Und in einem Podcast-Interview bestätigte jetzt der Engineering-VP Lars Moravy, dass zumindest ein Model 3 Plaid möglich wäre.

An einer solche Version des kleinsten Tesla denke er die ganze Zeit, sagte Moravy in dem Podcast Ride The Lightning, in dem es hauptsächlich um das Ende von Model S und Model X ging. Hoffnungen auf eine baldige Umsetzung machte er aber nicht. Ein solches Projekt sei eine Frage von Aufwand und Ertrag, schränkte der VP ein und ließ durchblicken, dass Tesla derzeit stärker mit anderen Themen beschäftigt ist. Dazu zählen autonomes Fahren, der Roboter Optimus – und der neue Roadster, der laut Moravy derzeit sämtliche „Performance-Energie“ bei Tesla auf sich zieht.

Erste Model Y auf Autonomie-Stufe 4

Auf den Roadster lässt Tesla Besteller und andere Interessierte seit der Erstvorstellung 2017 warten – für CEO Elon Musk sind die Autonomie-Projekte Robotaxi und Roboter sowie neuerdings die Chip-Fabrik Terafab mit SpaceX viel wichtiger als Elektroautos. Und zu autonomem Fahren gab es jetzt Neuigkeiten, die einander fast widersprechen: Einer Datenbank für den US-Bundesstaat Texas lässt sich entnehmen, dass dort 42 Model Y von Tesla als autonome Robotaxis eingesetzt werden. Und die Agentur Reuters veröffentlichte einen langen Bericht, laut dem Tesla den Robotaxi-Dienst in Austin deutlich aufwendiger vorbereitet hat als bislang bekannt.

Am Donnerstag trat laut CNBC in Texas ein neues Gesetz für Robotaxi-Dienste in Kraft: Die Betreiber müssen zwar nicht nachweisen, aber offiziell angeben, dass ihre Fahrzeuge die Anforderungen für autonomes Fahren erfüllen, wie sie für Level 4 nach dem Quasi-Standard von SAE definiert sind. Diese Stufe bedeutet, dass ein Auto in definierten Bereichen und unter definierten Umständen allein fährt, ohne dass jemand darauf aufpassen muss. Zumindest bei den 42 Model Y in Texas, die nach früheren Tesla-Angaben die Software FSD nutzen, scheint sie erreicht zu sein.

Tesla-FSD für Austin angepasst?

Seinen Kunden bietet Tesla dieses Autonomie-Niveau bislang nicht an – in den USA trägt die Option FSD (für Full Self-Driving) seit 2024 den offiziellen Zusatz „supervised“, und auch im Rest der Welt stellt Tesla kein wirklich autonomes Fahren damit mehr in Aussicht. Dazu passt ein aktueller Bericht der Agentur Reuters, für die sie nach eigenen Angaben mit zehn früheren Tesla-Beschäftigten gesprochen hat. Neun davon sollen für die Analyse von heiklen Situationen unter FSD-Steuerung zuständig gewesen sein, einer als Entwickler an dem System gearbeitet haben.

Aus diesen Gesprächen gehe hervor, dass die Tesla-Technologie selbst bei einfachen Manövern in den vergangenen Monaten noch Probleme gehabt habe, berichtet Reuters. Vor dem Robotaxi-Start in Texas im Juni 2025, zunächst stets mit menschlicher FSD-Aufsicht an Bord, soll das Einsatz-Gebiet exakt kartiert und die Software dafür angepasst worden sein. So gehen auch andere Robotaxi-Dienste wie Waymo mit inzwischen 577 Level-4-Robotaxis in Texas vor. Aber eigentlich sollte der große Vorteil von Tesla-FSD laut Musk darin liegen, dass es ohne derartigen Aufwand auskommt.

Deutsche Petition für überwachtes FSD

Europäer können unterdessen schon froh sein, wenn sie zumindest die überwachte Version von FSD nutzen können. Seine erste Zulassung erhielt das System im April in den Niederlanden, und seit kurzem bietet Tesla die FSD-Option auch fast im ganzen Rest der Welt nur noch als Abo an. Nach der niederländischen Zulassung im Rahmen einer Ausnahme-Regelung und einer Präsentation der Behörde dazu auf EU-Ebene schloss sich zunächst der Mitgliedsstaat Litauen an. Wie Tesla mitteilte, folgte darauf als drittes Land der EU jetzt Estland – wie die beiden vorigen ein eher kleiner Markt.

Update zur Petition:

Offizielle Eingangsbestätigung vom Petitionsausschuss des Bundestages ist da ✅

Petitionsnummer: Pet 1-21-12-99999-017377

Name + Mail habe ich entfernt.

Die Sache läuft jetzt formell. Nächster Schritt: Weitere Nachricht abwarten.

Die Frage ist: Bringt… pic.twitter.com/IbttCUclgb

— FSD_WatcherDE (@FSDWatcherDE) May 29, 2026

Deutschland und andere dagegen scheinen abzuwarten, was bei den Diskussionen in EU-Gremien herauskommt. Wenn es dort eine qualifizierte Mehrheit gibt, würde die niederländische Genehmigung von Teslas FSD-Assistenz Gültigkeit für die gesamte EU bekommen – theoretisch auch gegen den Willen Deutschlands, falls sich genügend andere Mitgliedsländer dafür aussprechen. Die Haltung des deutschen Kraftfahrt-Bundesamtes dazu wurde bislang trotz mehreren Anfragen von Tesla-Fans und -Kunden nicht klar. Mindestens eine davon aber hat nach Angaben des Verfassers inzwischen den Petitionsausschuss des Bundestags erreicht,

Tesla-Patent für Kamera-Reinigung

Anders als andere Unternehmen will Tesla autonomes Fahren ausschließlich mit Kamera-Daten und deren Auswertung durch neuronale Netze erreichen. Entsprechend viel Gewicht liegt auf der Qualität der von diesen Sensoren gelieferten Bilder – Schmutz oder Wasser können sie beeinträchtigen. Wohl deshalb hat Tesla bei seinen Level-4-Robotaxis in Austin Vorrichtungen zum Waschen an den seitlichen und hinteren Kameras nachgerüstet; das Cybercab soll sie sogar rundum bekommen. Und ein neues Patent zeigt, wie die Kamera-Säuberung optimiert werden könnte.

Der Antrag dafür wurde laut einem Dokument des US-Patentbüros im Mai 2025 gestellt und soeben genehmigt. Er beschreibt ein Modul aus Kamera, Flüssigkeitsdüse, Wischer und Controller. Die Steuereinheit soll anhand der gelieferten Bilder feststellen, wann eine Reinigung nötig ist. In diesem Fall wird eine Flüssigkeit, die zugleich neue Verschmutzung verhindern soll, auf die Linse gespritzt und dann weggewischt – was wie manche der Zeichnungen dazu an das menschliche Auge erinnert. Einen funktionierenden Protoypen hat Tesla laut dem Antrag schon gebaut.

Ferrari-Elektroauto Luce kritisiert

Haben sich jetzt alle genug über Ferrari aufgeregt? Wie inzwischen fast jeder wissen dürfte, hat der italienische Sportwagen-Bauer am Montag mit dem Luce sein erstes Elektroauto vorgestellt. Die Reaktion darauf in sozialen Medien war intensiv – aber wohl nicht so, wie Ferrari sie sich erhofft hatte. Das bullig und glatt wirkende Elektroauto im flachen SUV-Format mit fünf Sitzplätzen widerspricht so ziemlich allem, was man von der Marke kennt, und die technischen Daten klingen nicht überlegen.

Kosten soll der Ferrari Luce laut Berichten satte 550.000 Euro, also ungefähr so viel wie fünf Tesla Model S Plaid (die es wie erwähnt seit kurzem neu nicht mehr gibt). Das italienische Elektroauto kommt immerhin mit vier statt lediglich drei Motoren, was bislang eine Seltenheit ist; die insgesamt knapp über 1000 PS liegen auf Plaid-Niveau. Die Reichweite des Luce ist trotz 122 kWh Akku mit rund 530 WLTP-Kilometern geringer, die maximale Ladeleistung beträgt 350 Kilowatt – mehr als bei Tesla, aber weit unter neuen Elektroautos aus China mit Megawatt-Leistung und mehr.

Wie es aussieht, wird Ferrari so wie zuvor andere etablierte Hersteller bei Elektroautos noch eine Lernkurve durchlaufen müssen. Immerhin scheinen Freunde der Marke ihr vorerst trotzdem treu zu bleiben und der Luce sogar neue anzuziehen: Bei einer Veranstaltung am Donnerstag sprach der Ferrari-CEO laut Reuters von großem Interesse unter anderem von neuen Kunden. Manche hätten den Luce schon bestellt und bezahlt. Zu dem frühen Erfolg könnte beitragen, dass Ferrari für sein Elektroauto einen kernigen Motor-Sound entwickelt hat, wie er Tesla-Puristen ein Graus wäre.

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Tags: Autonomes Fahren, Ferrari, FSD, Kamera, Model 3, Plaid, Robotaxi, Tesla

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